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DOKUARTS Festival Für Filme Zur Kunst
DOKUARTS Festival Für Filme Zur Kunst

Internationale Filmwerkschau & Symposium

»DOKUARTS 11 – UNFORMATIERT / BEYOND FORMAT«

Festival für Filme zur Kunst
4. — 21. Oktober 2018

DOKUARTS 11 – UNFORMATIERT / BEYOND FORMAT

Der unformatierte und von unabhängigen Filmautor*innen hergestellte künstlerische Dokumentarfilm ist mittlerweile fast gänzlich aus den deutschen Fernsehprogrammen verschwunden.

Die elfte Ausgabe des Festivals für Filme zur Kunst DOKUARTS zeigt das gesamte faszinierende und lebendige Formenspektrum des zeitgenössischen unformatierten dokumentarischen Schaffens. Insbesondere unkonventionelle persönliche Künstlerportraits, Essayfilme, Langzeitbeobachtungen und die Dokumentation von Arbeitsprozessen erfreuen sich international großer Beliebtheit bei Filmemacher*innen und dem Publikum und sind dennoch meist nur vereinzelt am Rande der großen Festivals aufzufinden.

DOKUARTS 11: Unformatiert / Beyond Format präsentiert mit seinem Programm das Gedächtnis der Künste und ihre Bedeutung für die Gegenwart.

Internationale Filmwerkschau

Die internationale Filmwerkschau umfasst 24 neue Filme zur Kunst aus 16 Ländern – darunter 12 Filme von Filmemacherinnen. Alle Filme sind erstmalig in Berlin zu sehen, die meisten als Deutschlandpremieren. Fast alle Regisseur*innen werden ihre Filme persönlich präsentieren, darunter Filme mit und über: Hal Ashby, Luis Barragán, Ingmar Bergman, Milford Graves, Harry Gruyaert, Michel Houellebecq, Alfredo Jaar, Stanley Kubrick, Yayoi Kusama, Agnes Martin, Rocío Molina, Haruki Murakami, Iggy Pop, Raghu Rai, Raoul Ruiz, Daniel Schwartz, Garry Winogrand, Joel-Peter Witkin, Jerome Witkin.

Filme zur Fotografie

Im Rahmen des 8. European Month of Photography Berlin werden sechs Filme zur Kunst der Fotografie am Wochenende 12. – 14. Oktober gezeigt. Europa- und Deutschlandpremieren und die Anwesenheit der Fotografen Harry Gruyaert und Daniel Schwartz prägen dieses zweite Festivalwochenende.

Internationales Symposium UNFORMATIERT/ BEYOND FORMAT

In Kooperation mit dem European Documentary Network findet am 5. Oktober das 4. DOKUARTS-Symposium statt, das sich in diesem Jahr mit der historischen, gegenwärtigen und fortschreitenden Formatisierung der Medien- und Kulturlandschaft, sowie mit den Zusammenhängen zwischen Produktionsbedingungen, Ästhetik und Politik von Filmen zur Kunst auseinandersetzt und Zukunftsperspektiven für den unformatierten Dokumentarfilm diskutiert.

Datum/Zeit: Freitag, 5. Oktober 2018, 14–20 Uhr (anschließend Filmprogramm mit Gästen)
Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin
Konferenzsprache: Deutsch und Englisch
Anmeldung €€1638791532âed.s1638791532tra-u1638791532kod@o1638791532fni1638791532

Keynote:
Die äußere Wirklichkeit. Anmerkungen/ Überlegungen zum Verhältnis von Fotografie und Dokumentarfilm


Bernd Stiegler, Professor für Neuere Deutsche Literatur im medialen Kontext, Universität Konstanz

Teilnehmer*innen:
Ross Lipman, Filmemacher, Archivar, Filmrestaurator, Los Angeles
Jill Magid, Künstlerin und Filmemacherin, New York (tbc)
Paul Pauwels, Direktor European Documentary Network, Kopenhagen
Sabine Rollberg, Professorin für künstlerische Fernsehformate an der Kunsthochschule für Medien Köln und ehem. Leiterin der ARTE-Redaktion des WDR (1999-2017)
Barbara Visser, Künstlerin, Filmemacherin, ehem. künstlerische Leiterin IDFA, Amsterdam
Tony Zierra, Filmemacher, Los Angeles

Live-Essay und Screening: CROSSROADS (1976) von Bruce Conner und THE EXPLODING DIGITAL INEVITABLE (2017) von Ross Lipman (Berlinpremiere).

Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos,
eine Anmeldung ist erforderlich unter ed.st1638791532ra-uk1638791532od@of1638791532ni1638791532
Nähere Informationen sind unter www.doku-arts.de zu finden.

Geschichte

DOKUARTS wurde 2006 in der Akademie der Künste auf Initiative des Künstlerischen Leiters des Festivals Andreas Lewin gegründet. 2008 folgte das Festival einer Einladung des Nederlands Filmmuseum (EYE Film Institute) nach Amsterdam, wo es von 2008 bis 2010 stattfand. Auf Einladung des Instituto Moreira Salles ist DOKUARTS seit 2012 regelmäßig mit einem Teil der Filmauswahl in Rio de Janeiro zu Gast. Im September 2012 kehrte DOKUARTS nach Berlin zurück und findet seitdem im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums statt.

DOKUARTS 11 ist Teil des EMOP Berlin — EUROPEAN MONTH OF PHOTOGRAPHY 2018.

DOKUARTS 11 – Filme zur Fotografie:

“Black Mother“ By Khalik Allah © Khalik Allah
“Black Mother“ By Khalik Allah © Khalik Allah

“Black Mother“ by Khalik Allah © Khalik Allah

8. Okt, 20 Uhr + 13. Okt, 16 Uhr
Zu Gast: Khalik Allah (am 8. Okt)

BLACK MOTHER

USA/JAM, 2018, 75’, DCP, OmeU, Deutschlandpremiere
Regie: Khalik Allah

Khalik Allah hat sich als Fotograf in den letzten Jahren international einen Namen gemacht. In seinen eindringlichen Reportagen von Afroamerikanern, die am Rande der Gesellschaft leben, zeigt sich seine Fähigkeit, über die Äußerlichkeiten einer Person hinaus ihr „Inneres“ sichtbar zu machen. So geben seine Bilder den Ausgegrenzten und Verzweifelten ihre Würde zurück, ohne dabei die brutalen Realitäten zu ästhetisieren.

Dieselbe Sensibilität prägt auch Allahs Filme, die sich als eine Art „Street Photography in Motion“ bezeichnen ließen. Nach seinem gefeierten Porträt von New Yorker Nachtgestalten in Field Niggas kehrt der Fotograf und Filmemacher mit Black Mother zu seinen Wurzeln nach Jamaika zurück.

Den täglichen Überlebenskampf von Menschen auf der tropischen Insel, Prostituierte, Obdachlose, Entstellte, die allgegenwärtige Armut, aber auch die überbordende Vitalität und tiefe Spiritualität feiert er in einem audiovisuellen Gedicht, das in harten Kontrasten, in Blicken, Gesten und im Klang des allgegenwärtigen “Patois“ unvorhergesehene Momente von Schönheit freisetzt.

Black Mother meidet die Klischeefallen so vieler Sozialreportagen über Ausgrenzung und Armut. Dabei kommt der polyphonen Tonspur, die aus den Stimmen der Straße eine rhythmische Collage von hoher Musikalität komponiert, entscheidende Bedeutung zu. Durch die konsequente Trennung von Ton und Bild wird eine audio-visuelle Distanz geschaffen, durch die ein genauer und klischeebefreiter Blick erst möglich wird.

Indem Khalik Allah seine eigenen Bilder streckenweise dem farbstichigen Look des im Film verwendeten Archivmaterials mit Iris und sichtbarem Filmstrich angleicht, erzeugt er historische Tiefe und zugleich eine Dringlichkeit, als wolle er seinen Protagonisten die Geschichte zurückgeben, um die sie betrogen wurden.

“Beyond The Obvious – Daniel Schwartz. Photographer“ By Vadim Jendreyko © Golden Egg Production
“Beyond The Obvious – Daniel Schwartz. Photographer“ By Vadim Jendreyko © Golden Egg Production

“Beyond the Obvious – Daniel Schwartz. Photographer“ by Vadim Jendreyko © Golden Egg Production

12. Okt 19 Uhr + 20. Okt 17:30 Uhr
Zu Gast: Vadim Jendreyko & Daniel Schwartz (am 12. Okt)

BEYOND THE OBVIOUS – DANIEL SCHWARTZ. PHOTOGRAPHER
CH, 2018, 70’, DCP, Deutsch mit engUT, Deutschlandpremiere
Regie: Vadim Jendreyko

„Ich suche nach Bildern, deren Anfang und Ende außerhalb des Rahmens liegen.“ Mit diesem Zitat beginnt Vadim Jendreyko seinen Film über den Schweizer Fotografen Daniel Schwartz, den er während seiner Arbeiten zum Fotobuch While the Fires Burn (2017) begleitete. In diesem Projekt dokumentiert er das dramatische Schmelzen der Gletscher in der peruanischen Cordillera Blanca, im Karakorum in Pakistan, dem Ruwenzori-Gebirge in Uganda und in den Schweizer Alpen. Seit den 80er Jahren beschäftigt sich der Fotograf schon mit den Folgen des Klimawandels. Aber das Projekt hat auch ein biografisches Element, denn die Schweizer Alpen sind ihm, vor allem durch den Vater, von früher Kindheit an vertraut. Jendreyko nutzt diese Verknüpfung von Leben und Arbeit, um durch sie Daniel Schwartz‘ Geschichte zu erzählen. Durch die Einarbeitung von Archivmaterial und Interviews gelingt ihm dabei ein sensibles Künstlerporträt, das den Zusammenhang zwischen dem Anliegen, den künstlerischen Entscheidungen und letztlich auch der asketischen Lebensweise des Fotografen erkennen lässt. So zeigt er Schwartz etwa bei sorgfältigen Recherche- und Editionsarbeiten, die, zusammen mit der analogen Aufnahmetechnik, zu nuancierten, geschichtsgeladenen und immer wieder überraschenden Bildern führen.
„Photographs are records of things seen” schrieb John Berger einmal. Das Filmportrait von Daniel Schwartz zeigt, dass diese Dinge oft – so der schöne Titel – „beyond the obvious“ zu finden sind.

“Harry Gruyaert – Photographer“ By Gerrit Messiaen © Harry Gruyaert/Magnum Photos
“Harry Gruyaert – Photographer“ By Gerrit Messiaen © Harry Gruyaert/Magnum Photos

“Harry Gruyaert – Photographer“ by Gerrit Messiaen © Harry Gruyaert/Magnum Photos

12. Okt, 21 Uhr
Zu Gast: Gerrit Messiaen & Harry Gruyaert



HARRY GRUYAERT – PHOTOGRAPHER
B, 2018, 62 min, DCP, OmeU, Deutschlandpremiere
Regie: Gerrit Messiaen

„Die Dinge ziehen mich an und ich ziehe die Dinge an“ – so beschreibt Harry Gruyaert die Magie seiner fortwährenden Jagd nach jenen beglückenden Momenten, in denen sich Realität visuell enthüllt.

Der gebürtige Flame Gruyaert, seit 1982 Mitglied der legendären Fotoagentur MAGNUM, sieht sich als „Street Photographer“. Doch während manche Kollegen den Begriff ablehnen, füllte ihn Gruyaert auf ganz eigene Art mit Leben – und vor allem mit Farbe. Gerrit Messiaen lässt den Zuschauer mit geschickt montierten Bildbeispielen physisch erleben, warum Gruyaert als einer der ersten Fotografen gilt, die „in Farbe denken“ Doch obwohl er Farbe in einer für die dokumentarische Fotografie neuartigen Weise einsetzte, reduziert ihn Messiaen nicht auf das Etikett „Meister der Farbe“. Seine offene und unformatierte Erzählweise baut dagegen viele Zugänge in das vielschichtige Leben und Werk eines Wanderers zwischen Europa, Amerika und dem Orient und kommt dabei ganz ohne interpretatorischen Überbau aus.

Messiaen lässt viel mehr die Bilder atmen mit einer nie nur gefälligen Musik, die dramaturgische Bögen schafft und die die Wanderungen des rastlosen Flaneurs durch Zeitläufte, Kulturen und Kontinente subtil kommentiert und kontrastiert.

Ein unwiderstehlicher Reiz des Films liegt darin, Gruyaert bei der Arbeit zu beobachten. Unwillkürlich fragt sich der Betrachter zuweilen: was genau fotografiert Gruyaert denn gerade eigentlich? Nur um im nächsten Moment die auf den ersten Blick eher nichts sagenden Motive in bestechend schöne Kompositionen umgesetzt zu sehen.

“Raghu Rai – An Unframed Portrait“ By Avani Rai © Raghu Rai/Magnum Photos
“Raghu Rai – An Unframed Portrait“ By Avani Rai © Raghu Rai/Magnum Photos

“Raghu Rai – An Unframed Portrait“ by Avani Rai © Raghu Rai/Magnum Photos

13. Okt, 17:30 Uhr
RAGHU RAI – AN UNFRAMED PORTRAIT
IND, FIN, N, 2017, 55’, DCP, OmeU, Berlinpremiere
Regie: Avani Rai

Wie erfasst man mit der Kamera die Essenz eines Augenblicks?
Der Magnum-Fotograf Raghu Rai, als junger Mann von Henri Cartier-Bresson gefördert, scheint die Formel zu kennen. Seit Jahrzehnten schafft er Bilder, die sich weit über seine indische Heimat hinaus in das kollektive Gedächtnis gebrannt haben. Bilder vor allem, die klar machen, dass Krisen wie die Bhopal Katastrophe 1984 oder der schreckliche Dauerkonflikt in Kaschmir keine vorübergehenden Nachrichten sind, sondern Ereignisse, die das Leben der Betroffenen auf Dauer dramatisch beeinträchtigen. Bei der Arbeit wirkt Rai jedoch distanziert, allein interessiert am richtigen Aufnahmewinkel, egal, ob er ein Krisenopfer, die von ihm bewunderte Mutter Teresa, oder einen Möwenschwarm fotografiert. Was wie kühles Abmessen wirkt, ist jedoch eine fast schon unheimliche Aufmerksamkeit, mit der er sowohl nach außen auf die Welt, als auch nach innen blickt. Dieser verdanken seine Bilder ihre anhaltende Integrität.
Die junge Filmemacherin Avani Rai, hat dies in einem persönlichen Porträt ihres Vaters eingefangen, welches sie mit ästhetischem Gespür und liebevoller Ironie aus Film-, Fotomaterial und Gesprächen, unterstützt von einem beindruckenden Sounddesign geschaffen hat.
“Du musst die Linse dahin richten, wo die meisten Vögel sind!“ Raghu Rais Augen ruhen nie, regelmäßig belehrt er seine Tochter auch noch während der Dreharbeiten. Avani Rai drückt den Auslöser; nur ein einziger Vogel ist auf ihrem Bild zu sehen. Zur Essenz des Augenblicks gelangen Vater und Tochter auf ihrem je eigenen Weg.

“Garry Winogrand: All Things Are Photographable“ By Sasha Waters Freyer © The Estate Of Garry Winogrand, Courtesy Fraenkel Gallery
“Garry Winogrand: All Things Are Photographable“ By Sasha Waters Freyer © The Estate Of Garry Winogrand, Courtesy Fraenkel Gallery

“Garry Winogrand: All Things are Photographable“ by Sasha Waters Freyer © The Estate of Garry Winogrand, courtesy Fraenkel Gallery

13. Okt, 19 Uhr
Zu Gast: Sasha Waters Freyer



GARRY WINOGRAND: ALL THINGS ARE PHOTOGRAPHABLE

USA, 2018, 90’, DCP, OF, Deutschlandpremiere
Regie: Sasha Waters Freyer

„Heutzutage hassen sich viele Menschen, wollen die Bilder ihrer Welt kontrollieren wie mit einer Photoshop Brille. Garrys Bilder dagegen feiern das Un-Inszenierte, das Un-Perfekte“ würdigt Mad Men Erfinder Matthew Weiner in Freyers Künstlerporträt jenen Foto-Poeten, der von den späten Fünfzigern bis in die frühen Achtziger ein enzyklopädisches Porträt Amerikas mit all seinem Pathos und seinen Konflikten schuf. Die anfangs verspottete Schnappschuss-Ästhetik seiner „Street Photography“ wurde zur universalen dokumentarischen Bildsprache.
Neben Fotos, privatem Super 8 Material und einem erlesenen Aufgebot von Weggefährt*innen und Kunsthistoriker*innen, integriert Freyer unveröffentlichte Tonaufnahmen von Vorträgen, um sich dem früh verstorbenen Fotografen zu nähern. Gerade diese zeigen den obsessiven Flaneur als einen instinktiven und tiefsinnigen Denker, dessen proletarischer Akzent die raue Kindheit auf den Straßen der Bronx stets gegenwärtig erhält.
Den Aufstieg und Fall Winogrands begleiteten seit den 70er Jahren Sexismusvorwürfe. Freyer beleuchtet die Schattenseiten des Fotografen aus einer aufgeklärt feministischen Perspektive. In seinem Spagat zwischen Machokünstler und Familienmensch erkennt sie die ungelösten Widersprüche amerikanischer Männlichkeit.
Das Spätwerk des manisch fotografierenden Winogrand umfasst 10.000 (!) unentwickelte Filmrollen. Freyers vielschichtiger Film erschließt dieses im Wortsinn unformatierte, epochale Erbe erstmals für das Kino.

“Witkin & Witkin“ By Trisha Ziff © Courtesy Of Joel-Peter Witkin
“Witkin & Witkin“ By Trisha Ziff © Courtesy Of Joel-Peter Witkin

“Witkin & Witkin“ by Trisha Ziff © Courtesy of Joel-Peter Witkin

14. Okt 14, 18 Uhr
WITKIN & WITKIN

MEX, 2018, 93’, DCP, OmeU, Europapremiere
Regie: Trisha Ziff (Anwesenheit TBC)

Die Welt ist voller Dinge, die wir nicht sehen, selbst wenn sie sich vor unseren Augen abspielen. Joel-Peter Witkin gibt ihnen in seinen surrealen, oft grotesken, manchmal verstörenden Fotoinszenierungen eine Sprache.
Die Welt ist auch voller Dinge, vor denen wir die Augen ganz bewusst verschließen. Der sozial-politisch engagierte figurative Maler Jerome Witkin besteht mit seinen historisch aufgeladenen Bildern aufs Hinsehen.
Joel und Jerome sind eineiige Zwillinge, doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein; zumindest ist das die Behauptung der beiden Künstler, die den größten Teil ihres Lebens getrennter Wege gingen. Obgleich Trisha Ziffs spannendes Porträt über das ungleiche Paar auch nahe Verwandte und Mitarbeiter befragt, gibt es vor allem den beiden Witkins viel Raum, ihre Geschichten zu erzählen. Dabei kehrt der Film immer wieder zu detaillierten Nahaufnahmen der beiden Gesichter zurück. Während Joel und Jerome von ihrer Verschiedenheit sprechen, sucht man als Zuschauer instinktiv nach ihrer Ähnlichkeit. Das Nebeneinanderstellen der oft gegenläufigen visuellen und verbalen „Erzählungen“ ist von Ziff geschickt eingesetzt. Dies macht ihr intimes Künstlerporträt auch zu einem klugen Film über das Sehen und die Wahrnehmung. Bei der Suche nach Ähnlichkeit wird man immer wieder auf Differenzen stoßen, angesichts der Differenzen von Ähnlichkeit überrascht.
Und doch möchte man am Ende behaupten, dass sich am Grunde der Arbeiten beider Künstler eine tiefempfundene Humanität ausmachen lässt. Diese macht die außergewöhnlichen Brüder ähnlich – aber noch lange nicht gleich.

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4. — 21. Okt 2018

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Unter den Linden 2, 10117 Berlin
[Mitte | Mitte]

Reservierungen:
Mo-Fr 10-18h +49 30 20 304 421 oder ed.mh1638791532d@oni1638791532ksuah1638791532guez1638791532
Kinokasse (ab 1h vor Veranstaltungsbeginn): +49 30 20 304 770

Eintritt: 5 € / Festivalpass: 30 €

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