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Schauspielerin Hanna Schygulla (*1943), 1971 © Bpk/Digne Meller Marcovicz

Einzelausstellung & Filmnacht

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus und die Bildagentur bpk, Preußischer Kulturbesitz, präsentieren die Fotoausstellung anlässlich der 66. Internationalen Filmfestspiele 2016:

»Der ewige Augenblick«

Fotografien und Filme von Digne M. Marcovicz

Vernissage: Donnerstag, 4. Februar 2016, 19h
+ Lange Filmnacht ab 21h
Ausstellung: 5. Februar – 11. März 2016
Öffnungszeiten: Di-So 12-18h
Eintritt frei, Ausweis erforderlich

Beschreibung

Zwei Jahrzehnte prägte Digne M. Marcovicz (1934-2014) als Pressefotografin des Magazins Der Spiegel den Blick auf das kulturelle Leben der Bundesrepublik. In den 1960er bis 1980er Jahren porträtierte sie u.a. Ernst Bloch mit Rudi Dutschke im Gespräch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Gerhard Richter. Zur Filmszene hatte sie einen besonderen Draht und fotografierte hinter den Kulissen Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Hanna Schygulla u.v.a..

Die Fotografin wollte mit ihren Aufnahmen den authentischen Moment festhalten, der einen Menschen oder ein Ereignis charakterisiert. Dabei legte sie wenig Wert auf Ästhetik um ihrer selbst willen. Ihre Bilder sollten vor allem lebensecht wirken und Geschichten transportieren. So lag es nahe, dass sie seit den 1980ern auch als Dokumentarfilmerin für eigene Projekte arbeitete. Daneben schuf sie anspruchsvolle Bücher wie eine mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnete Publikation über den Holocaust. Mit ihrer geistigen Intensität bei der Arbeit, der Beharrlichkeit im Verfolgen von Projekten, der handwerklichen Souveränität und ihrem sensiblen Gespür für Menschen schuf sie ein Werk, das mehr bietet als eine Ablichtung von Momenten der Zeitgeschichte.

Digne Meller Marcovicz stammte aus einer angesehenen Berliner Familie. Ihre Mutter Rahel-Maria Bontjes van Beek, geb. Weisbach, war eine für die damalige Zeit emanzipierte Frau, die bis 1935 erfolgreich als Innenarchitektin in Deutschland ihr Geld verdiente, bis die Nürnberger Rassengesetze ihr dies als Jüdin untersagten. Ihr Vater Jan Bontjes van Beek und ihre Halbschwester Cato wurden 1942 wegen ihrer Verbindung zum Widerstand („Rote Kapelle“) verhaftet und Cato in Plötzensee hingerichtet.

Digne M. Marcovicz studierte in München Fotografie. Seit 1961 arbeitete sie als freiberufliche Fotoreporterin und Journalistin für Zeitungen und Verlage. Von 1964 bis 1985 war sie „feste freie“ Foto-Journalistin beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie war Filmemacherin und Autorin.

Ihr fotografisches Werk hat Digne M. Marcovicz der Bildagentur bpk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vermacht.

Der ewige Augenblick nannte Digne M. Marcovicz ihr Buch, für das sie 2012 ihre Lieblingsbilder eines halben Jahrhunderts aus dem eigenen Archiv zusammentrug. Eine Auswahl ist in der Ausstellung zu sehen sowie einige ihrer Dokumentarfilme.

Eröffnung: Donnerstag, 4. Februar 2016, 19h

Begrüßung:
Gisela Kayser, Geschäftsführerin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Rede:
Volker Schlöndorff, Regisseur
Hanns-Peter Frentz, Leiter bpk – Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte Valentin Bontjes van Beek, Sohn von Digne M. Marcovicz
Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs der Stiftung Deutsche Kinemathek

Parallel wird die Ausstellung »Papas Kino ist tot« eröffnet.

Lange Filmnacht ab 21.00 Uhr

Schatten, BRD 1960 (9:23 min)
Kurzfilm, Regie Hansjürgen Pohland
Praktisch bildbar. Ein Wolfsjunge in Frankfurt, BRD 1982 (75:00 min)
Dokumentarfilm von Digne M. Marcovicz
Mannequins, BRD 1961 (2:24 min)
Werbefilm, Regie Hansjürgen Pohland
Tobby, BRD 1960 (81:00 min)
Experimentelle Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm, Regie Hansjürgen Pohland

Event Details

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