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Award + Gruppenausstellung

»Vonovia Award für Fotografie 2019«

Preisträger*innen 2019:

Mona Schulzek, Bastian Thiery, Theodor Barth, Marlene Hoberger

Hinweis: Dieser Ausstellungsort ist momentan aufgrund von Covid-19 geschlossen. In der Zwischenzeit erkunde die Arbeiten gerne in digitaler Form. Neuigkeiten dieser Institution gibt es womöglich auch in PiBs Beitrag #ClosedButOpen zu lesen!

Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wurde 2017 ins Leben gerufen. Mit dem Award werden formal und inhaltlich herausragende Bildserien von jeweils sechs bis zwölf Fotoarbeiten ausgezeichnet, die das Thema »Zuhause« interpretieren, darstellen und persönlich erfahrbar machen. Die Auswahl der PreisträgerInnen erfolgt über eine hochkarätige Fachjury, die zunächst aus den Einreichungen eine Shortlist mit 25 Arbeiten der Hauptkategorie und acht Arbeiten der Kategorie Nachwuchs auswählt. Aus den Shortlists werden drei Hauptpreise und ein Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Wo sind wir ZUHAUSE? Was benötigen wir, um das Gefühl zu haben, ZUHAUSE zu sein? Ist es an Orte, an einen Ort gebunden? An Landschaft oder eher an Architektur? An Kleidung, an Gewohnheiten, an Gerüche oder an Essen? An Sprache, an Dialekt? An Personen, an die Familie? In jedem Fall braucht es Zeit, um eine Umgebung für sich als ZUHAUSE zu erleben und zu definieren; oft ist es die Kindheit, in der man eine Umgebung ganz selbstverständlich als ZUHAUSE erlebt und dieses aus der Erinnerung heraus für die Gegenwart und in die Zukunft projiziert. Doch das Erleben von ZUHAUSE ist keineswegs festgeschrieben und kann sich wandeln, auch die Fremde kann irgendwann ein ZUHAUSE werden.
Meist bekommen wir erst dann ein Gefühl für ZUHAUSE, wenn wir in der Fremde waren oder sind. Erst aus der Distanz erkennen wir, was uns in der gewohnten Umgebung als selbstverständlich erscheint. Und obwohl wir alle die Gefühlsdifferenz zwischen Fremdsein und ZUHAUSE kennen, ist das Empfinden für ZUHAUSE so individuell wie jeder Mensch. Entsprechend zeigen die TeilnehmerInnen des VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE 2019 in ausdrucksstarken Bildern ein faszinierend breites Spektrum von Möglichkeiten, sich dem Gefühl von ZUHAUSE anzunähern. Vielfach begegnen wir Migrationserfahrungen, an denen sich das Empfinden von ZUHAUSE bricht, die aber Erinnerungen verstärken und zutage fördern. Die Kollision von ländlicher Kultur und industrieller Entwicklung in Architektur und Arbeitswelt ist ebenfalls ein meist schmerzhaft, als Verlust erfahrener Gradmesser im Gefühl des ZUHAUSE-Seins.

Mona Schulzek
»Ottomane«

Die Hauptpreisträgerin des Wettbewerbs 2019 in der Kategorie »Beste Fotoserie«, Mona Schulzek, zeigt in ihrer Serie »Ottomane« Räume, die mit Orientteppichen verhüllt worden sind. Der Begriff des ZUHAUSE wird hier auf ganz verschiedenen Ebenen verhandelt: Zunächst wirken die dargestellten Räume wie eine gemütliche Höhle, in der man sich einkuscheln kann. Der Teppich fungiert dabei als Chiffre und Inbegriff für das wohlig- weiche, wohnliche Heim. Gleichzeitig signalisieren die Orientteppiche aber auch exotische Fremde, die fensterlosen Räume ein Abkapseln von einer äußeren Wirklichkeit, eine Autonomie von geografischen und soziopolitischen Räumen, die selbst die Grundorientierung von oben und unten außer Kraft setzt. Jenseits der reinen Heimgemütlichkeit kommt ein kultureller Heimatbegriff ins Spiel, transportieren doch die Muster und die traditionellen Knüpftechniken eine kulturelle Praxis, aus der ein Gefühl von Heimat und ZUHAUSE – oder, je nach Betrachterperspektive, eben genau das Gegenteil entsteht: ein Empfinden von Exotik und Fremde. Es überlagern sich Wohn- und Geschäftsambiente, privater und öffentlicher oder zumindest kommerzieller Raum, Geschichte und Gegenwart, Kunsthandwerk und Kunst, abstrakte Ornamentik und gegenständliche Wirklichkeit.

Bastian Thiery
»Humpelfuchs«

Der zweite Preisträger in der Kategorie »Beste Fotoserie«, Bastian Thiery, lässt uns seine vermeintlich vertraute Umgebung völlig neu erleben. Nach einer überraschenden Begegnung mit einem humpelnden Fuchs folgt er diesem auf seiner Pirsch durch sein nächtliches Wohnviertel. Wir werden auf eine wundersame Fotosafari mitgenommen, die mit dem Schlaglicht des Blitzes schräge und unvermutete Momente aus dem Dunkel der Nacht herausschält und festhält. Wir begegnen eigenartigen menschlichen und tierischen MitbewohnerInnen der nächtlichen Finsternis, merkwürdigen Stillleben und Graffitis. Allesamt groteske Szenen, die sonst im Dunkel der Nacht verborgen sind und nun, gleich einem Tauchgang in der Tiefsee, ins grelle Scheinwerferlicht gerückt werden. Jede der zwölf Szenen seiner Serie »Humpelfuchs« öffnet ein Fenster in eine ganz eigene Welt, die doch durch die Poesie des verschworenen Blicks der Kamera zusammengehalten wird.

Theodor Barth
»Auf der Kohle«

Der dritte Preisträger in der Kategorie »Beste Fotoserie«, Theodor Barth, setzt sich mit den Folgen des Braunkohletagebaus in Manheim/Garzweiler auseinander. In streng analytischen Bildern, die aus der Luftperspektive von Drohnen aufgenommen wurden, kartographiert er einen Ort, der sich aufgrund des voranschreitenden Tagebaus allmählich auflöst. In der Serie »Auf der Kohle« sehen wir Gebäude, die zerfallen oder pulverisiert sind, einst belebte und bebaute Grundstücke, die sich in Brachflächen verwandelt haben und nun veröden. Die Fotoperspektive folgt Planquadraten, anhand derer sich die langsam voranschreitende Auflösung und Zerstörung des Ortes über einen Zeitraum von zwei Jahren genau verfolgen lassen. Bei aller wissenschaftlichen Strenge strahlen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen gleichzeitig eine Melancholie aus, die in der tristen Realität der Gegenwart eine Ahnung von der Vergangenheit dieses Ortes aufscheinen lässt.

Marlene Hoberger
»Leere Tage«

Die Preisträgerin in der Kategorie »Beste Nachwuchsarbeit«, Marlene Hoberger, führt uns in ein ganz spezielles, berührendes ZUHAUSE. Über sechs Monate hat sie Menschen in Alters- und Pflegeheimen in ihrem jeweils letzten ZUHAUSE fotografiert – mehr als 75 % der Menschen sterben heutzutage in einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim. »Leere Tage« heißt die so entstandene Serie, die in stiller Intensität von dem weichenden Leben erzählt, in dem zunehmend ein leerer Raum greift und an die Stelle des einst erfüllten Lebens tritt. Die Räume werden zu Sinnbildern ihrer BewohnerInnen. So wie die Erinnerungen von Demenzpatienten verschwinden und allmählich immer mehr Leerstellen hinterlassen, sich das Leben als ein zunehmend minimalistischer Grauschleier darstellt, zeigen die Räume nur ganz wenige Gegenstände, die vom Leben ihrer BewohnerInnen zeugen und ihnen individuellen Charakter verleihen. Am Ende ist es die bedrückende räumliche Leere, die den Verlust der einstigen Lebensfülle ebenso schmerzlich wie lakonisch erfahrbar macht.

Die Ausstellung betreut der Kurator Dr. Reinhard Spieler.

Weitere Informationen: award.vonovia.de

#vonoviaaward
#vonoviaawardfuerfotografie
#vonoviaaward2019

8. — 30. April 2020
Vernissage: Dienstag, 7. April, 18 Uhr

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Vonovia Award für Fotografie
@ Landesvertretung Niedersachsen Berlin

In den Ministergärten 10, 10117 Berlin
[Ortsteil: Mitte | Bezirk: Mitte]

Öffnungszeiten: Täglich 9 – 20 Uhr

Eintritt frei

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