Einzelausstellung

»INFINITE NOW«

Elmar Haardt

Fensterausstellung, einsehbar 24/7!

Die MCLAUGHLIN Galerie freut sich sehr, die erste Ausstellung von Elmar Haardt in der Galerie unter dem Titel INFINITE NOW zu präsentieren. In Erweiterung der Initiative SUNDAY OPEN Lights On! von INDEX Berlin lässt die Galerie für alle Besucher*innen die Lichter den ganzen Februar über an. Sie sind somit herzlich eingeladen die Ausstellung jederzeit durch die großen Fenster der Galerie zu besichtigen – im Einklang mit den geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona/ COVID-19-Pandemie. Über einen QR-Code am Fenster gelangen Sie direkt zu den Informationen über die Werke und den Künstler.
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit der Galerie DIE GANZE FREIHEIT statt, welche den zweiten Teil der Ausstellung in der Greifswalder Str. 218 in Berlin (Prenzlauer Berg) präsentiert.

Elmar Haardt geht es in seinem Werk um die Frage nach dem Augenblick und der Wahrheit in unserer Wahrnehmung der Welt, um den Grenzgang zwischen unseren Träumen und der Wirklichkeit. Für die 2017 begonnene Serie Land of Dreams reiste Haardt mehrmals in die USA, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neuartige, für das menschliche Auge in dieser Form nicht sichtbare, Aufnahmen der Wirklichkeit zu machen. Haardt konstruiert durch die Aneinanderreihung und Überlagerung einer Vielzahl von digitalisierten analogen Großbild-Dias ein an jeder Stelle gestochen scharfes Panoramabild, welches durch die Verdichtung der Bildinformationen eine schier unendliche Klarsicht bis über den Horizont hinaus vermittelt. Durch diese mehrstufige Verfremdung des Bildes schafft er eine Hyperrealität. Mit seinen Werken dehnt und komprimiert Haardt unsere Wahrnehmung der Zeit und erweitert damit unser Verständnis des Jetzt. Die einzelnen Dias werden über einen Zeitraum von ca.10 Minuten aufgenommen und zu einem finalen Bild verschmolzen. Das so komprimierte Zeitfenster bildet einen Timewarp, der im finalen Werk auf unbegrenzte Zeit – infinite – festgehalten bleibt. Haardt illustriert damit die Verwandlung der Wirklichkeit in unserer, durch allgegenwärtige digitale Bilder erweiterten Wahrnehmung.

Die insgesamt sieben großformatigen fotografischen Werke zeigen an beiden Standorten Ansichten von Brooklyn, NY; San Francisco, CA; Aspen, CO; Las Vegas NV; Runyon Canyon, CA; New York, NY; sowie Carrara in Italien. Für seine Aufnahmen wählt Elmar Haardt stets Motive bekannter Städte und Sehnsuchtsorte wie New York oder Las Vegas, zeigt diese jedoch aus einem persönlichen, neuen und künstlerischen Blickwinkel.

Mit der Ausstellung INFINITE NOW geht Elmar Haardt der grundliegenden Frage nach: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ Zwischen Traum, Illusion, digitaler Verfremdung und Hyperrealität lösen sich die Grenzen der Bildgestaltung auf. Wie ein Tagtraumwandler reist unser Blick magisch fasziniert ins Innere des Bildes.
Haardt schafft mit seinen hyperrealistischen Landschaftsbildern eine Bildwirkung des „Hinsehen- müssens“ und „Hineingezogen-werdens“, die an die malerische Ästhetik von Schlüsselwerken Caspar David Friedrichs erinnern, wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) oder „Der Mönch am Meer“(1808/1810). Haardt gibt damit dem traditionellen Landschaftsbild eine neue Form. Wie einst Reisefotografen und Naturforscher im 19. Jahrhundert mit großen Kameras die Welt bereisten und den Menschen ein Bild der Welt übermittelten, welches sie zum Staunen brachte, so staunen wir heute über die neue Sichtweise auf bekannte Orte.

In der Werkgruppe Land of Dreams liegt neben dem besonderen Blickwinkel auf bekannte Orte auch ein sozialkritischer Unterton des Wandels, des immerwährenden Kampfes zwischen Natur und Zivilisation, zwischen Entwicklung und Zerstörung. So wie in dem Werk Brooklyn, NY, 2018, in welchem man von Williamsburg in Richtung Manhattan blickt, und die unaufhörlich über die Stadt rollende Gentrifizierungs-Walze fast zu hören glaubt. Oder bei San Francisco, CA, 2018, mit seinem Meer von sich stapelnden architektonischen Häuserstrukturen, vergleichbar mit den sich überlagernden Eisschollen in dem bekannten Werk von Caspar David Friedrich „Das Eismeer“ (1824), in welchem der Betrachter zwischen Ehrfurcht, Schönheit und Grauen im Augenblick des Ist-Zustandes kaum zu atmen wagt. Haardt zeigt Bilder der heutigen USA, die uns eine Zukunftswüste der Menschheit vor Augen führen von beispielsloser Flächenzersiedlung und Flächenversiegelung wie im Werk Las Vegas, NV, 2018. Die Detailschärfe lässt unseren Blick schnell in den kleinen Einzelheiten der Bilder verharren. Bis wir fünf Schritte zurücktreten, und das Große Ganze auf neue Weise sehen, und uns der Symbolkraft der Bilder und ihrer Monumentalität bewusst werden.

Elmar Haardts Werke sind ein Erlebnis, das einem behutsam unter die Haut geht und dort noch lange zu verweilen trachtet.

Elmar Haardt, geboren 1974 in Essen, studierte erst Empirische Kulturwissenschaft und Amerikanistik in Tübingen und Europäischen Ethnologie, Soziologie und Philosophie auf der Humboldt- Universität zu Berlin, bevor er sich ab 2003 vollumfänglich dem Studium der Fotografie widmete.

Haardt, der schon immer ein besonderes Interesse für die USA hegte, hat in den vergangenen knapp 20 Jahren eine bedeutende Anzahl von Fotoserien in Deutschland, der Schweiz und China erstellt, die stets über die Dokumentation des Ortes hinaus gehen. Seine Arbeiten wurden wiederholt in Deutschland sowie international in der Schweiz, den USA und Japan gezeigt. Mit Einzelausstellungen unter anderem in der Galerie Jarmuschek+Partner in Berlin, und Karin Wimmer in München, sowie in Ausstellungsbeteiligungen in der Zeche Zollverein, Essen, dem Museum für Kommunikation, Berlin, der Kunsthalle Memmingen, oder im NRW Forum zusammen mit Andreas Gursky, Thomas Struth und Thomas Demand, hat Elmar Haardt seine bedeutende Position als einer der wichtigsten zeitgenössischen Deutschen Kunstfotografen bestätigt. Seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen der Pinakothek der Moderne, Bayerische Staatsgemäldesammlungen München, sowie der Fotostiftung Schweiz in Winterthur vertreten. Elmar Haardt lebt und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung INFINITE NOW findet in Zusammenarbeit mit DIE GANZE FREIHEIT, Greifswalder Str. 218, 10405 Berlin statt, wo weitere vier großformatige Werke von Elmar Haardt besichtigt werden können.

Lights On!
Den gesamten Februar über kann die Ausstellung 24 Stunden am Tag durchs Fenster betrachtet
werden.

Die Ausstellung wurde durch die freundliche Unterstützung von Grieger GmbH, Grieger International Fine Art ermöglicht.
MCLAUGHLIN

5. — 27. Feb 2021

Linienstraße 32, 10178 Berlin
[Ortsteil: Mitte | Bezirk: Mitte]

Öffnungszeiten: Fensterausstellung, einsehbar 24/7!

Eintritt frei

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