Gruppenausstellung

»Easy Rider Road Show – Vol. 2«

Tod Seelie, Julie Glassberg, Adam Corbett, Jeoffrey Guillemard, Christophe Gateau, Denise »Nietze« Schmidt, et al.

Eine Ausstellung über das Fahrrad als Utopie.

Die Easy Rider Road Show zeigt die wilde, subversive Seite des Radfahrens und die starke Verbindung, die das Fahrrad zwischen Menschen schaffen kann. Mit fotografischen Projekten aus den Grenzbereichen des Fortbewegungsmittels will sie zum utopischen Mitdenken anregen und die Frage aufwerfen, wohin das Rad uns bringen kann.

Begonnen hat die Easy Rider Road Show im ersten Teil (Vol. 1) als Ausstellung auf Fahrrädern über Fahrräder. Die mobile Ausstellung tourte im August und September 2021 an jedem Wochenende auf fünf umgebauten Lastenrädern durch Berlin und machte an vorher bekannt gegebenen Orten halt. Ausgeklappt wie die Solarsegel eines Raumschiffs entfaltete sie sich mitten im städtischen Raum zu einer Fotoausstellung. Nun werden die Lastenräder im Märkischen Museum ausgestellt. Sie stehen im Zentrum des zweiten Teils (Vol. 2) der Easy Rider Road Show, die als erweiterte Sonderausstellung einen Platz im Museum findet.

Die gezeigten Bilder internationaler Fotografinnen und Fotografen erzählen Geschichten von Subkulturen und Gemeinschaften, die sich mit dem Rad die Welt erschließen. Die Fotografien führen um die ganze Welt: Zu einem jährlichen Festival der selbstgebauten Räder in New York und zu einer jugendlichen Fahrradbewegung in London, die per „Wheelie“ – das Vorderrad in der Luft – die britische Hauptstadt durchquert. In Mexiko-Stadt haben ehemalige Gangmitglieder ihre Liebe zu außergewöhnlichen Fahrrädern entdeckt, und in Berlin kämpfen Punks auf Hochrädern bei einer Art Ritterturnier gegeneinander.

Radfahren ist nicht nur eine Form der Fortbewegung. Radkultur steht in ständiger Wechselwirkung mit Mode, Musik, Design, Politik, Stadtplanung und Verkehrskonzepten. Radfahren ist Lebensart und Protest. Wenn viele mit dem Fahrrad fahren, werden Veränderungen angestoßen. Das Fahrrad hat das Potenzial, das Leben in der Stadt und am Ende sogar die Stadt selbst zu verändern. Die Easy Rider Road Show präsentiert das Fahrrad als Vehikel gemeinschaftlichen Handelns, als Freiheitsversprechen und als Glücksbringer.

Die Easy Rider Road Show ist vom 13. November 2021 bis 27. März 2022 im Märkischen Museum zu sehen. Sie wird von Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen begleitet: stadtmuseum.de

Die Fotoprojekte

Der Fotograf Tod Seelie hat schon den ersten New Yorker Bike Kill im Jahr 2002 fotografiert. Seitdem hat er keines der jährlich stattfindenden Treffen zur Feier des »Mutantenrads« verpasst. Dort präsentieren Punks ihre selbstgebauten Radkonstruktionen und treten in Wettkämpfen gegeneinander an. Seelie, selbst ein begeisterter Radfahrer, ist bei der Easy Rider Road Show auch mit einer weiteren Serie über gemeinschaftliches Radeln und den kubanischen Fahrradenthusiasten Félix Ramón Guirola Cepero vertreten, der rekordverdächtige Hochräder baut.

Die Mitglieder des Black Label Bike Clubs, der die Bike Kills veranstaltet, hat Julie Glassberg mehrere Jahre lang begleitet. Nur so war es ihr möglich, diese medienscheue Gruppe auch abseits der Straße zu fotografieren und die anarchistische Community hinter der wilden Performance des Bike Kill zu porträtieren.

Die in Berlin Kreuzberg stattfindenden Bike Wars ähneln den Wettbewerben des Bike Kill. Auch hier bleibt am Ende des Turniers einer im Sattel, während die Räder seiner Mitstreiter nicht mehr fahren. Bike Wars sind das Äquivalent von Pogo Tanzen auf dem Rad. Christophe Gateau hat die Punks dabei fotografiert.

Die Londoner BikeStormz haben den subkulturellen Rahmen längst verlassen. Bei ihnen fahren Tausende junger, meist männlicher Fahrer mit. Ziel der Bewegung ist es, Jugendliche von Drogen und Gewalt fernzuhalten und stattdessen zum akrobatischen Radeln zu motivieren. »Knives down, bikes up« lautet ihr Motto, ein Verweis auf die vielen jugendlichen Opfer von Messerstechereien in London. Adam Corbett hat den wilden Stil des Londoner Bike Lifes dokumentiert.

Der Chilangos Low Bike Club präsentiert eine eigene Rad Ästhetik. Mexikanische Einwanderer in den USA bauten ihre Gefährte zu verchromten, tiefergelegten »Lowriders« um. Aus den Armenvierteln von Mexiko Stadt stammend, lehnen die Chilangos Kriminalität und Drogen ab. Sie fahren jeden Sonntag als Gruppe durch die Stadt, um sich gegen das Stereotyp zu wehren, alle Bewohner der Armenviertel seien kriminell. Der französische FotografJeoffrey Guillemard hat die Clubmitglieder auch im Alltag begleitet.

Die Easy Rider Road Show ist ein Projekt des musuku – Museum der Subkulturen e.V. in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Zur Ausstellung ist eine Zeitung erschienen, die gratis im Märkischen Museum erhältlich ist.
Märkisches Museum | Stadtmuseum Berlin
musuku – Museum der Subkulturen e.V.

13. Nov 2021 — 27. März 2022
+ Begleitprogramm, siehe Märkisches Museum:

Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin
[Ortsteil: Mitte | Bezirk: Mitte]

Öffnungszeiten: Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa & So 10 – 18 Uhr

Eintritt: 7 € / ermäßigt 5 € (incl. Audioguide), bis 18 Jahre Eintritt frei, sowie jeden 1. Mittwoch im Monat

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