We wish you a happy & healthy new year / Wir wünschen Ihnen ein gesundes & frohes neues Jahr!

Gruppenausstellung

»MAKE it HOME«

Göran Gnaudschun, Andy Heller, Oliver Krebs, Minna Rainio & Mark Roberts, Juliane Zelwies

Konzept: Oliver Krebs. Kuratorin: Andy Heller

Update #2, April 2020: Die Ausstellung wird auf 2021 verschoben!

Update #1, März 2020: Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Ausstellung verschoben. Die neuen Ausstellungsdaten lauten wie folgt: Vernissage: Sonntag, 26. April 2020, 12 Uhr mittags | Ausstellung: 26. Apr — 7. Juni 2020.

Die Gruppenausstellung zeigt fotografische und Video-Positionen, die auf den Prozess des Sich-Beheimatens schauen.

Göran Gnaudschun, Andy Heller, Oliver Krebs, Minna Rainio & Mark Roberts und Juliane Zelwies untersuchen, wie und wo die Aneignung von Orten geschieht. Dies scheint gerade in Zeiten des elementaren Wandels relevant. Das Verschwinden von bekannten Strukturen, der Zerfall von Lebensräumen sowie Migration verlangen dem nach einem Zuhause Suchenden viel ab. Ein Zuhause wird uns nicht gegeben, sondern wir müssen es erschaffen. Dies ist ein aktiver Prozess, in dem wir uns von unserer Herkunft, sei es geografisch oder kulturell, emanzipieren müssen, um wieder zu Hause anzukommen.

Göran Gnaudschun

Die Serie Are You Happy? bewegt sich zwischen Porträt und atmosphärischen Stadtlandschaften. Göran Gnaudschun steht dabei in einem Spannungsfeld, welches die Menschen konkret mit all ihren Zwängen und ihren Sehnsüchten zeigt, und der nüchternen von ökonomischen Sachverhalten definierten Umgebung. Entstanden ist die Serie in der östlichen Peripherie Roms. Die Menschen, denen Gnaudschun hier begegnet, sind das Faszinierende an dieser Arbeit. Gnaudschun gibt ihnen Raum zu bestehen. Jeder Einzelne wirkt vor dieser Tristesse wie ein Superheld. Die Frage „Bist du glücklich?“ wird mit einem nüchternen Blick beantwortet, der uns beim Betrachten bewegt.

Andy Heller

CA 94103 steht für einen Postleitzahlenbereich in San Francisco, der von einem Autobahnkreuz dominiert wird. Die Fotografin Andy Heller findet hier Spuren von Menschen; Menschen ohne festen Wohnsitz, die ihr Hab und Gut tagsüber dort zwischenlagern. Es sind diese Ansammlungen sehr persönlicher Gegenstände, in der Verlorenheit eines transitorischen Ortes, die anrühren. Andy Heller entwickelt eine Bildsprache, die dem Provisorischen und Flüchtigen dieser Szenerie gerecht wird. Sie zeigt uns die Details, ohne dabei das Gesamte aus dem Blick zu verlieren. Heller ist nicht der Versuchung erlegen, Details herauszugreifen und sie so zu überhöhen, sondern sie zeigt uns die persönlichen Besitztümer in all ihrer Nacktheit. Darin liegt die Kraft ihrer Bilder.

Oliver Krebs

In der Bildserie Golden Record setzt sich Oliver Krebs mit unserem Selbstverständnis und unserem Blick auf den Planeten auseinander. 1976 hat die NASA eine Kommission gebildet, um 115 Bilder zu finden, die als Datensatz auf die Reise durch das Weltall hin zu einer möglichen extraterrestrischen Intelligenz geschickt werden sollen. Die Idee, die gesamte Menschheit unseres Planeten Erde einer, wie auch immer gearteten, Intelligenz vorzustellen, ist grandios absurd. Sie bildet den Ausgangspunkt für eine eigenständige künstlerische Arbeit, die zeigt, wo und wie wir uns verorten. Oliver Krebs entwickelt einen Duktus, der sich bewusst zwischen dem klassischen fotografischen Blick und dem metamorphischen Wesen der Malerei bewegt. Es sind Bilder, die Geheimnisse bergen und diese beim Betrachten wieder preisgeben.

Minna Rainio & Mark Roberts

They Came in Crowded Boats and Trains von Minna Rainio & Mark Roberts ist ein vielfach ausgezeichneter Kurzfilm, der die Geschichte von Flüchtlingen aus dem Zweiten Weltkrieg mit der aktuellen Flucht von Iraker*innen nach Finnland in einem Re-Enactment montiert. Im Jahr 2015 haben 30.000 Flüchtlinge die Grenze zwischen Schweden und Finnland überquert. 1944 waren es weitaus mehr. Damals sind 56.000 finnische Flüchtlinge in die entgegengesetzte Richtung, von Finnland nach Schweden, über dieselbe Grenze geflohen. Durch die Kombination der beiden Geschichten wird die aktuelle Migrationsbewegung in einen historischen Zusammenhang gesetzt, der uns deutlich macht, wie wichtig und prägend Migration für das heutige Gesicht Europas ist.

Juliane Zelwies

Stubenhocker ist eine 7-Kanal-Videoinstallation. Scheinbar beiläufig platziert Juliane Zelwies Überwachungsmonitore, deren Anordnung auf die Architektur der jeweiligen Ausstellungssituation abgestimmt ist. Betrachtende finden auf diesen in den Winkeln und Ecken des Raumes stehenden Monitoren Videoloops, die Höhlen, Nester und Unterschlupfe lichtscheuer Tiere zeigen. Vordergründig wendet sich die Künstlerin hier dem animalischen Aspekt des Sich-Beheimatens zu. Doch durch unsere Betrachtung und die Einordnung in den Kontext der gesamten Ausstellung bildet diese Arbeit ein Fundament für die Begrifflichkeiten der anderen Positionen.

Kommunale Galerie Berlin Wilmersdorf
Kommunale Galerie Berlin Wilmersdorf

26. April — 7. Juni 2020
Vernissage: Sonntag, 26. April, 12 Uhr
Verschoben auf 2021!

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Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
[Ortsteil: Wilmersdorf | Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Mi 10 – 19 Uhr, Sa & So 11 – 17 Uhr

Eintritt frei

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