PiB Guide Nº39 NOV/DEC 2021 ➽ Now available for order / Jetzt erhältlich!

© Uta Neumann, 2014, From The Series ISHI - Stone/will. Courtesy Grundemark Nilsson Gallery

Gruppenausstellung

»PERCEPTIONS«

Dawid, Henrik Isaksson Garnell, Martin Mlecko, Uta Neumann, Henrik Strömberg, Pernilla Zetterman

Vernissage: Freitag, 24. Juni 2016, 18-21h
Ausstellung: 25. Juni – 10. September 2016
Finissage: Freitag, 9. September 2016, 18-21h, Details s.u.
Sommerpause: 27. Juli – 23. August 2016
Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei
Barrierefrei: Ja

Beschreibung

Unsere Wahrnehmung kanalisiert und verarbeitet permanent Informationen und Reize, die uns in einen ständigen Fluss erreichen. Die Ausstellung Perceptions versucht eine Annäherung an dieses Thema, indem sie Arbeiten von sechs Künstlern zeigt, die unsere Wahrnehmung auf vielfältige Weise herausfordern und thematisieren.

Der schwedische Künstler Dawid (Björn Dawidsson), geboren 1949, setzt sich seit fünfzig Jahren mit dem Medium Fotografie auseinander und fordert es heraus, in dem er das Bild/Objekt von der Wirklichkeit abschneidet und den Hintergrund neutralisiert. Verspielt zeigt er immer wieder andere Sichtweisen auf gewöhnliche und ungewöhnliche Objekte. In der Rinde einer Birke sieht er ein Kreuz, löst dieses aus seinem ursprünglichen Kontext und macht daraus ein abstraktes Kunstwerk. Seine Fotografien bestätigen die bestehenden Formen und stellen sie im gleichen Atemzug radikal in Frage und hinterfragen dabei unsere Wahrnehmung.

Licht und Komposition spielen die Hauptrolle in der künstlerischen Arbeit von Henrik Strömberg, geboren 1970 in Südschweden. Sie entstehen aus vielschichtigen Prozessen, in denen er unterschiedlichste Objekte, Bildelemente und Fotografien dekonstruiert, isoliert und neu zusammensetzt. Vieles bleibt bei Strömberg’s Bildern im Verborgenen, so auch bei Door, 2013, eine Arbeit, die mehr verbirgt als sie erzählt und unsere Wahrnehmung von hell und dunkel hinterfragt. Erst durch das Licht, verstärkt durch den Leuchtkasten, entsteht die Silhouette einer Tür und wird zur Lichtskulptur.

Die Positionen von Martin Mlecko, geboren 1951 in Essen, bestehen aus mit der freien Hand gezogenen horizontalen und vertikalen Linien. Bleistift und Kohle auf einfachem Schreibpapier. Der jeweilige Zeichengrund bleibt präsent. Die Linien darauf bilden Gitternetze als seien sie die Darstellung eines elementaren Ordnungs- und Gestaltungsprinzips: Parallele Horizontalen und Vertikalen kreuzen sich im rechten Winkel. Ohne jede Geltungssucht wird durch die harmlosen Graphitgeflechte Paradoxes beschrieben und Gegensätzliches verschwistert. Dabei drängt sich die Frage auf: Sehen wir tatsächlich ein Gitternetz oder sehen wir Zeichenspuren, die wir als Gitternetz sehen wollen?

Kontrolle, Disziplin und physische Anstrengung sind die Themen von Pernilla Zetterman, geboren 1970 in Stockholm. Ein wiederkehrendes Moment in ihrer künstlerischen Arbeit ist das schonungslose Wiederholen, das dazu gehört wenn man im Training besser werden will. Als Legasthenikerin hat sie generell eine differenzierte Wahrnehmung und lässt uns auf poetische und eindrückliche Weise daran teilhaben. In der Serie Grammar arbeitet Zetterman mit Buchstaben als Zeichen, um Fragen der Sprachkodifizierung zu erforschen. Die verwendeten Wortkombinationen entstammen einer Studie über Legasthenie.

Die Arbeit ISHI (Stein) von Uta Neumann, geboren 1976 in Detmold, besteht aus dreizehn Fotografien derselben Aufnahme eines Steins, bei denen das Verhältnis zwischen hell und dunkel in unterschiedlichen Graustufen variiert. “Mit jedem Schritt des Hervortretens verändert sich die Materialität des Sujets; mit jedem Hervortreten tritt auch gleichzeitig etwas in den Hintergrund: die Auflösung wird abgelöst durch das Herauslösen einer Präsenz und Beschaffenheit des Objektes. Dieses „ist“ und „ist nicht“, lässt einen Teil im Verborgenen mit einer gleichzeitigen Bewusstheit und Präsenz des Verborgenen.” (Uta Neumann).

Henrik Isaksson Garnell, geboren 1987 in Stockholm, suggerieren die Arbeiten einer Laborsituation, wo er neue Lebensformen entdeckt; sowohl körperlich als auch geistig. So wie Mary Shelley mit ihren Bemühungen, Leben in ihre Kreation Frankenstein zu bringen, kreiert Isaksson Garnell Objekte, die aussehen als kämen sie aus einer anderen Galaxie, fotografiert mit naturwissenschaftlicher Präzision. Jedoch sind Garnells Bilder für die Wissenschaft, die nach Beweisen suchen, irreführend, denn nichts an ihnen ist zuverlässig. Der Beweis für ein Paralleluniversum?

Finissage der Gruppenausstellung PERCEPTIONS mit einer Live Musik Performance am Freitag, den 9. September 2016, 18 – 21 Uhr.

Die Musik Performance beginnt um 20 Uhr:
13 framings of a static figure emerging from a shifting ground. A sonic response to Uta Neumann’s photographic series ‚ISHI–stone/will‘.
Rebecca Lane – bass flute
Bryan Eubanks – field recording & sine tones

Event Details

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