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From The Series Circular Wait © Martina Hoogland Ivanow. Courtesy Grundemark Nilsson Gallery

Einzelausstellung

»Circular Wait«

Martina Hoogland Ivanow

Ausstellung: 15. September – 17. Dezember 2016

Offizielle Eröffnung: Samstag, 1. Oktober 2016, 18-21h
+ Artist Talk (auf Englisch) um 19:30h: Christoph Tannert (Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Bethanien) im Gespräch mit Martina Hoogland Ivanow.

Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei
Barrierefrei: Ja

Beschreibung

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP Berlin) stellt die Grundemark Nilsson Gallery ab dem 15.09.2016 und bis zum 17.12.2016 Arbeiten aus der aktuellen Serie Circular Wait der schwedischen Fotografin Martina Hoogland Ivanow aus.

Die Bilder von Martina Hoogland Ivanow erlauben eine sehr persönliche und unmissverständliche Innensicht, die ihrer kompakten Atmosphäre und der unverkennbaren Art, wie Hoogland Ivanow mit Licht und Schatten umgeht, entspringt. Die Motive zeichnen sich durch ihre sanft abgestuften Grautöne aus, die wie eine Art Katalysator zwischen den Motiven und ihren Betrachtern wirken und ein Gefühl von Zeitlosigkeit vermitteln.

Martina Hoogland Ivanow setzt sich in den Arbeiten ihrer Serie Circular Wait, die in den Jahren 2010-2014 entstanden ist, mit dem oftmals künstlichen und widersprüchlichen Verhältnis des Menschen zur Natur auseinander – ein Verhältnis, bei dem es im Kern immer wieder um Kontrolle geht. So wie in ihrer Serie ‚Satellite’ thematisiert Hoogland Ivanow in Circular Wait die Sehnsucht des Menschen nach dem Archaischen und dem Authentischen, dem Grundstein vieler Subkulturen, – also nach dem, warum die Menschen heutzutage gegenüber der urbanen Kultur mehr oder weniger stark auf Abstand gehen. Der Wunsch, im Einklang mit der Natur zu leben, ist oftmals sehr groß, erfüllt sich aber nur für einige wenige. Zu den anderen problematischen Parametern gehören Themen wie Nachhaltigkeit und die Geschlechterrollen. Denn die Wildnis ist nicht groß genug, dass darin jeder leben und sich am Feuer wärmen könnte – und in den meisten Fällen würde die Rückkehr zum ursprünglichen Leben eine Rückkehr zu den klassischen Rollenmodellen bedeuten.

Den Circular Wait-Motiven von Orten wie Ökodörfern, Rainbow Gatherings oder der Teaching Drum, einer Outdoor Survival School nach steinzeitlichem Vorbild, werden Situationen vom Outdoor-Leben, Erlebnissen in und mit der Natur und Momente der Kontemplation und des Beobachtens gegenübergestellt. Die Motive von einzelnen
Vogelbeobachtern und Jägern erinnern uns an unsere eigene Verwundbarkeit in den Momenten des gegenseitigen Beobachtens und lassen Parallelen zu unserer heutigen Überwachungsgesellschaft entstehen. Dokumentarische Elemente wechseln sich mit Farbe und Lichtabstraktionen in künstlichen Farben ab, so dass den Motiven zum einen eine traumartige, malerische Dimension innewohnt und sie uns gleichzeitig Umweltverschmutzung, Gifte und andere Formen der Umweltzerstörung vor Augen führen.

Circular Wait offenbart die fragile Balance zwischen der Menschheit, der Kultur, der Nachhaltigkeit und der Natur. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf den Gemütszustand, in dem man sich mit den Zyklen der Natur im Einklang fühlt, und im weiteren Sinne auch auf die Unfähigkeit, Schranken zu durchbrechen. Die Motive werfen Fragen hinsichtlich unserer menschlichen Schwächen auf und fangen die Ängste und Sorgen unserer Zeit ein. Wir wissen, was wir für die Umwelt tun sollten, erfüllen aber gleichzeitig nicht die Erwartungen an den realen Wandel. Ein weiterer Aspekt ist die Erkundung des rückwärtsgewandten und gleichzeitig aber visionären Wunsches, mehr in der Natur zu leben.

Das Interesse am Komplexen und Widersprüchlichen zieht sich wie ein roter Faden durch Martina Hoogland Ivanows Arbeiten, in denen der fotografische Prozess dazu dient, unsere zwiespältige Natur und unser eigenes Verhalten gegenüber der Außenwelt zu erforschen.
Text von Estelle af Malmborg, Kuratorin und Autorin, 2016

Martina Hoogland Ivanow über ihre Serie:

Der Titel Circular Wait vermittelt ein Gefühl der Ruhe und Harmonie. Mit beidem verbinde ich etwas sehr Positives. Zusammen beschreiben die beiden Worte allerdings einen klaustrophobischen Zustand, der es einem unmöglich macht, seine eigene Situation zu ändern. Ein Zustand, aus dem man nicht wieder herauskommt. Genau das hat mich fasziniert. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie ambivalent die menschliche Natur ist: Wir wissen, was getan werden muss, sind aber nicht in der Lage, es zu tun.“

Ein Buchhinweis:
Die ausgestellten Circular Wait-Arbeiten finden sich auch in den 3 Büchern ‚Satellite and Circular Wait’, die die beiden schwedischen Verlage Livrasion Books und Art and Theory Publishing im Oktober 2015 gemeinsam herausgegeben haben. Die Verlage und Martina Hoogland Ivanow gewannen mit den Büchern den schwedischen Fotobuchpreis 2015.

Martina Hoogland Ivanow wurde 1973 in Stockholm geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Stockholm.

In Zusammenarbeit mit GUN Gallery, Stockholm und NextLevel Gallery, Paris.

Part of the EMOP Berlin 2016 – European Month of Photography Berlin 2016. Discover more Festival highlights on PiB under the tag #EMOP Berlin 2016!

Teil des EMOP Berlin 2016 – Europäischer Monat der Fotografie Berlin 2016. Entdecke weitere Festival-Highlights auf FiB unter dem Tag #EMOP Berlin 2016!

Event Details

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