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© Clare Langan, Flight From The City, 2015, Video Still

Gruppenausstellung

»LIFE IN THE BUBBLE«
Die Zerbrechlichkeit unseres Alltags in der Videokunst

Yvon Chabrowski, Olivier Cheval, Björn Drenkwitz, Clare Langan, Martin Mlecko, Daragh Reeves, Julia Charlotte Richter, Annegret Soltau, Pernilla Zetterman

Vernissage: Freitag, 20. Januar 2017, 18-21h
Ausstellung: 21. Januar – 4. März 2017
Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei
Barrierefrei: Ja

Beschreibung

Das Alltagsleben der Menschen wird von individuell geschaffenen „Lebens-Blasen“ bestimmt, in der jeder im Kontext zu seinem gewünschten sozialen Umfeld steht und sich dabei mit ähnlich denkenden und handelnden Personen verbündet – besonders deutlich wird das bei der Auswahl der Freunde, ob in realer oder virtueller Welt. In unserer globaler werdenden Gesellschaft wird dieser vermeintlich geschützte Raum immer stärker von außen bedroht und es kommen Ängste auf, die zu Verhaltensänderungen führen.

Mit der Ausstellung “LIFE IN THE BUBBLE“ in der Grundemark Nilsson Gallery setzen sich neun internationale Video-Künstler in zwölf Werken mit diesem gesellschaftlichen Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen Meta-Ebenen auseinander:

Angst als Herausforderung für den geschützten Raum des Einzelnen.

Eine „Bubble“ konstituiert sich seit der Geburt durch unser nächstes Umfeld (wie etwa die eigene Familie), durch äußere Umstände (wie unsere Bildung, unseren Beruf) und durch die (Sozialen-) Medien. (Vgl. Yvon Chabrowski, An Interview With H.R.H The Princess Of Wales, 2008). Gleichzeitig erfordert die Gesellschaft, dass sich jeder im Verlaufe seines Lebens von einer „Bubble“ in die nächste bewegt und in diesen funktioniert. (Vgl. Julia Charlotte Richter, Promised Land I, 2013).

Nur ein Thema, das wir in diesen Blasen nicht ausklammern können, ist die Angst, die von außen einwirkt. Was passiert, wenn wir auf ewig in unserem Umfeld gefangen bleiben? (Vgl. Pernilla Zettermann, Exercise No 4“, 2013) Ist ein Ausbrechen überhaupt möglich? (Vgl. Martin Mlecko, Die Unzertrennlichen, 2004). Was wenn wir plötzlich um unsere persönliche, eigens konstruierte „Bubble“ fürchten müssen? Das Zerplatzen unserer „Bubbles“ und der damit verbundenen Strukturen, Ziele und Träume, ist eine der schlimmsten und massivsten Ängste des Menschen (Vgl. Julia Charlotte Richter, Promised Land II, 2013). Unsere Blasen bilden dadurch ein paradoxes Konstrukt, in dem der Mensch einerseits verbleiben, aber anderseits diesem auch entkommen möchte.

Angst spielt in unserem Alltagsleben und in der globalen Gesellschaft eine große und wichtige Rolle. Dabei kommt Angst, ein überwiegend unangenehmes, beunruhigendes Gefühl, in vielen Formen und Varianten vor. Vor allem in der heutigen Welt, die zunehmend von Terror, Krieg und Tod durchdrungen ist, haben wir Menschen Angst, ob real oder irreal. Doch Angst kann auch ein schönes und motivierendes Gefühl sein, das uns animiert, unter Druck weiterzuarbeiten oder Energie freisetzt, um beispielsweise ein Scheitern zu verhindern. Unsere Blasen können in diesem Zusammenhang ein Refugium, ein sicherer Rückzugsort sein. Sie können uns beschützen oder gar abschotten, uns aber auch gefangen halten. „Our world is a lot less painful then the real world.“ (Aus dem Film Nocturnal Animals, 2016).

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main.

Event Details

Grundemark Nilsson Gallery
|||::
Lindenstraße 34, 10969 Berlin, Germany

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