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Denise Grünstein, WunderFaust © Denise Grünstein, Courtesy Grundemark Nilsson Gallery

Einzelausstellung

»Zone V/Wunder«

Denise Grünstein

Ausstellung: 30. April – 21. Juni, 2016
Kuratiert von Greger Ulf Nilsson
Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei
Barrierefrei: Ja

Beschreibung

Denise Grünstein ist Teil einer Generation, die die nächste Generation anführt und inspiriert. Ihre Gabe, sich kontinuierlich neu zu erschaffen, neue unerwartete Wege zu gehen und so die Grenzen der Fotografie zu erweitern, macht sie zu einer der interessantesten Fotografinnen Schwedens.
Zu Beginn ihrer Karriere, in den frühen 1980er Jahren, machte Grünstein sich einen Namen als herausragende Porträt-Fotografin. Ihre Porträts zeigen die kulturelle Elite, wobei sie stets tieferliegende Facetten der Portraitierten offenlegte. Ihre Fotografien wurden in den zu jener Zeit bekanntesten Magazinen abgebildet.
Grünstein, die, häufig eine Großbildkamera für ihre Aufnahmen verwendet, hat durch eine Vielzahl von Kunstprojekten ihre künstlerischen Fähigkeiten stetig vertieft und wurde somit führend in der Gestalt-Fotografie. Indem sie eine romantische Bildsprache vertritt, sticht sie regelmäßig aus der vorherrschenden Norm der zeitgenössischen Kunst hervor, die alles andere als romantisch geprägt ist. Grünstein möchte mit ihrer Kunst Geschichten aus früheren Zeiten erzählen, weshalb sie ihre Bilder Szenen fiktionalen Erzählungen annähert. Dabei bilden ihre Photoserien keine abgeschlossenen Geschichten. Im Gegenteil, ihre Serien sind charakterisiert von einer emotionalen Struktur, in dem ein Bild das andere durch komplexe Wechselwirkung ergänzt.

ZONE V
Im Jahr 1996-97 reiste Denise Grünstein mehrmals nach Osteuropa, um die kulturellen Wurzeln ihrer Familie zu erforschen. Eine dieser Reisen führte sie von Berlin aus durch die ehemalige DDR: Tschechien, Ungarn, Polen und St. Petersburg. Im Jahr 1998 stellte Grünstein 17 Bilder dieser Reise unter dem Titel Zone V im Museum für Wissenschaft und Technik in Stockholm aus. Der Titel stammt von dem amerikanischen Fotografen Ansel Adams, der die Fotografie als einen Zustand zwischen Hell und Dunkel ansah.
Grundemark Nilsson Galerie freut sich, sechs Werke dieser Serie in der aktuellen Ausstellung zu zeigen. Die hier gezeigte Serie unterliegt keiner festgelegten Reihenfolge oder bestimmten Erzählrichtung. Stattdessen scheinen die einzelnen Bilder durch ihren unterschiedlichen geographischen und kulturellen Hintergrund einander gegenübergestellt zu sein. Darüber hinaus scheint es unmöglich jegliche Einheit von Bildinhalten auszumachen. Die Serie beleuchtet auch die Architektur: Ballsäle und Theater sind Zeugen von einem vergangenen weltgewandten kulturellen Leben, das heute nur noch in Form von Erinnerungen existiert. Wir sehen auch Kleidung, welche das Ausmaß der Internierung des Holocausts nicht mehr lediglich andeutet, sondern offen thematisiert.
Im Kontrast zu dieser symbolischen Aufgeladenheit wirken die Wolkenbilder wie ein Moment der Freiheit. Dieser Moment hält nur solange an, bis man die Titel dieser Bilder bemerkt und einem bewusst wird, dass die Fotografien der Wolken auch im Konzentrationslager Auschwitz aufgenommen wurden. Damit beeinflussen sie unsere Beziehung zur Natur als neutrale Instanz. Denise Grünstein hat nicht versucht, die Gegenwart zu dokumentieren, vielmehr dokumentierte sie ein Osteuropa, das so nicht mehr länger existiert. Auf diese Weise erweitert sie die Fotografie zu einer Form von Erinnerung und damit zu Geschichte selbst.

WUNDER
Die Serie Wunder besteht aus Farbfotografien eines Innenraumes, den Denise Grünstein in einer Ecke ihres Studios baute. Der Kulisse, deren gedeckte Farbnuancen suggestiv an die 1940er Jahre erinnern, wird eine konstruierte weibliche Figur in einem marmorfarbenen Ganzkörper-Body entgegengestellt. Mit dieser Arbeit wirft Grünstein einen Blick auf den weiblichen Körper. Die Figur hat das klassische Körperideal aufgegeben und gegen eine biomorphe Körperhaltung ersetzt, die gelegentlich groteske und unregelmäßige Proportionen annimmt. Grünsteins Ziel war es Bilder zu erschaffen, die zeigen, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein und nicht wie es tatsächlich aussieht einer zu sein.

Die Absicht, mit der konstruierten Umgebung, des surreal roten Flurs und der konstruierten Körper, war es, die Fotografie aus ihrem Verhältnis zur realen Welt so weit, wie möglich zu entfernen.”

Denise Grünstein wurde 1950 in Helsinki, Finnland, geboren. Sie lebt und arbeitet in Stockholm, Schweden. Sie ist unter anderen in folgenden Sammlungen vertreten: Schwedisches Nationalmuseum, Stockholm, Museum für Moderne Kunst, Stockholm, Kunstmuseum Kiasma, Helsinki, Finnland, Hasselblad Center, Göteborg, Schweden, Museum für zeitgenössische Kunst, Oslo, Norwegen, Sammlung Jeanette Bonnier, Stockholm, Magasin 3, Stockholm. Die Ausstellung ist kuratiert von Greger Ulf Nilsson.

Grundemark Nilsson Gallery ist eine inhabergeführte Galerie für Fotokunst mit Sitz in Berlin und Stockholm, die 2007 gegründet wurde.
Wir vertreten ein internationales Portfolio mit besonderem Fokus auf zeitgenössische Fotokunst aus Nordeuropa. Außerdem zählen renommierte skandinavische Fotografen, deren Werke prägend auf nachfolgende Generationen gewirkt haben, zu unserem Programm.
10-12 Ausstellungen pro Jahr werden in einem jährlich erscheinenden Katalog dokumentiert. Grundemark Nilsson Gallery beteiligt sich weiterhin regelmäßig an internationale Kunst- und Fotomessen – u.a. Paris Photo, in Miami und Aipad in New York. Am 9. April 2016 eröffnet Grundemark Nilsson Gallery neue Räumlichkeiten in Stockholm: Sibyllegatan 26, 114 42 Stockholm.

Event Details

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