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Einzelausstellung

»Über Folter spricht man nicht«

José Giribás Marambio

In Chile gab es circa 1200 geheime Gefängnisse und Folterzentren, davon allein in Santiago mehr als 220. Zwei dieser Orte in Santiago wurden bereits zu Gedenkstätten erklärt, so die „Villa Grimaldi“ und „London 38“. Sie sind bisher leider auch die einzigen, die eine staatliche Unterstützung erhalten.
Andere Folterstätten werden seit damals vom Militär oder der Polizei genutzt, wie der Fall „Borgoño 1470“, die heute die Zentrale der Zivilpolizei ist, zeigt. Ein Ort blieb sogar ein Gefängnis, „3 und 4 Alamos“ dient heute als Jugendhaftanstalt.
Viele den Opfern bekannte Folterzentren sind heute in Privatbesitz, wie im Falle von „Venda Sexy“ in Santiago. Die Colonia Dignidad ist von denen das bekannteste und berüchtigste. Sowohl die chilenische als auch die deutsche Regierung haben erst vor kurzem begonnen, auch dafür Verantwortung zu übernehmen und erste Schritte zur Aufarbeitung der Vergangenheit zu gehen.
Da auch die chilenische Diktatur keine Spuren hinterlassen wollte, existiert allerdings die überwiegende Mehrheit dieser Original-Schauplätze der Verbrechen nicht mehr. Doch das Interesse von Überlebenden und Angehörigen der Opfer, jene Plätze als Orte der Erinnerung auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, ist ungebrochen.
Nur Dank der Arbeit verschiedener Gruppen von Überlebenden und Angehörigen wurden und werden diese Folterstätten vor Zerfall und weiterer Zerstörung geschützt.
Jetzt gilt es, die wenigen dieser noch existierenden historischen Orte vor der völligen Zerstörung zu bewahren. Mein Projekt ist eine Fotodokumentation von 13 Orten, wo ermordet und gefoltert wurde. Gezeigt werden 10 in Santiago, einer in Parral (Colonia Dignidad), weitere in Valparaíso (Kaserne Silva Palma) und Punta Arenas (Palast des Lächelns). Ergänzt wird diese Dokumentation durch Porträts von circa 20 Zeitzeugen und ihren Berichten.
Ich widme dieses Projekt den Ermordeten und Überlebenden der Pinochet-Diktatur. Ich danke den vielen mutigen Frauen und Männern, die seit 45 Jahren für Gerechtigkeit und Anerkennung, auch durch die chilenische Gesellschaft, kämpfen.
Ihr Schicksal darf nicht vergessen werden!

José Giribás Marambio
Photographer

Die Ausstellung ist Teil des EMOP Berlin — EUROPEAN MONTH OF PHOTOGRAPHY 2018.

Rahmenprogramm

Das Projekt wird zudem ausgestellt im Haus der Bundespressekonferenz (Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin).
Vernissage: Dienstag, 11. Sep 2018, 17h
Ausstellung: 12. — 25. Sep 2018.

Rahmenprogramm in der Galerie Tapir

Artist Talk & Führung (auf Deutsch): Mittwoch, 10. Okt 2018, 19h
Artist Talk & Führung (auf Spanisch): Mittwoch, 17. Okt 2018, 19h
Finissage: Sonntag, 21. Okt 2018, 17h

Abendveranstaltung Podiumsgespräch

„Orte der Repression in Chile zwischen 1973 und 1990 und ihre Bedeutung als Erinnerungsorte bis heute“
Podiumsgespräch am Montag, 1. Oktober 2018, 18:00 Uhr.
Veranstaltungsort: Ibero-Amerikanisches Institut / Preußischer Kulturbesitz (Potsdamer Str. 37
D, 10785 Berlin).

Gesprächsteilnehmer*Innen:
Dr. Elke Gryglewski, Stv. Direktorin, Haus der Wannseekonferenz (politisch-historische Perspektive)
Evelyn Hevia Jordán, Psychologin (Orte der Erinnerung)
Samuel Houston Dreckmann, Zeitzeuge.
Moderation: Dr. Peter Birle (Wissenschaftlicher Direktor IAI)

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1. — 21. Okt 2018
Vernissage: Sonntag, 30. Sep, 17h
+ Rahmenprogramm: bitte siehe oben

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Neue Hochstraße 8, 13347 Berlin
[Gesundbrunnen | Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 15-19h

Eintritt frei

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