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Ashkan Sahihi, JHearts (Szenefrau / Scenester) © Ashkan Sahihi

Einzelausstellung

Die Berlinerin – Das Porträt einer Stadt

Ashkan Sahihi

Vernissage III: Dienstag, 8. Dezember 2015, 18h
Ausstellung: 17. Oktober 2015 – 10. Januar 2016
Kostenfreie Führungen durch die Ausstellung:
Jeden Sonntag, 15 Uhr
Öffnungszeiten
Di-So, 10-20h
am 24., 25. und 31.12.2015 und am 01.01.2016 ist die Galerie geschlossen.

Beschreibung

Ashkan Sahihis Fotoprojekt Die Berlinerin entstand aus dem Wunsch, die Dynamik Berlins zu erfassen in einer Zeit, in der diese Stadt an der Schwelle eines demografischen Umbruchs steht und einen Entwicklungssprung durchmacht. Von September 2013 bis August 2015 porträtierte er für seine Momentaufnahme 375 Berlinerinnen. Er beschränkte seine Auswahl auf Frauen, da nach seiner Überzeugung sie es sind, die heute verstärkt einflussreiche Positionen erobern – in einer Gesellschaft, deren feministische Bewegungen nur langsam den Weg in den Mainstream gefunden haben.

Zunächst legte Ashkan Sahihi 35 Suchbegriffe entlang von Berufen, Alter, Milieu und Herkunft fest. Im zweiten Schritt besuchte er die Modelle in ihren unterschiedlichen Lebenswelten. Jede Frau wurde mit einer einfachen Digitalkamera bei natürlichem Licht in der Umgebung ihrer Wahl und in der eigenen Kleidung aufgenommen. Die Bilder wurden nur minimal nachbearbeitet und nicht beschnitten. Am Ende jeder Sitzung füllten die Porträtierten einen Fragebogen aus. Die Porträts und die Fragebögen ergeben einen umfassenden Querschnitt der weiblichen Bevölkerung Berlins, der an „Menschen des 20. Jahrhunderts“ denken lässt – die berühmte Sammlung von Porträts, die der Fotograf August Sander in den frühen 1920er Jahren von Menschen aus der Umgebung Kölns schuf.

Als Ergebnis von Recherche, Gesprächen, Begegnungen, künstlerischen und persönlichen Entscheidungen machen Ashkan Sahihis Fotografien auch den Kontext sichtbar, aus dem die Frauen kommen und in dem sie leben. Die Umgebungen, in denen sie vor uns treten, geben in kleinen Details Hinweise auf kulturellen Hintergrund und Milieu, auf Beruf und Stellung, auf Ort und Zeit. Dies reizt zu einer genauen Betrachtung und führt zur Reflexion über Entwürfe weiblicher Identität, die einerseits geprägt sind durch die Selbstinszenierung der Modelle und andererseits beeinflusst werden durch den fotografischen Blick des Künstlers.

In vielen Bildern schwingen subtile Signale mit, die neue Fragen aufwerfen: Wer sind diese Frauen, und was bedeutet es heute, sie zu porträtieren? Welche Gegenstände sind in den Bildern zu sehen und worauf verweisen sie? Sind Unterschiede zwischen dem Osten und dem Westen der Stadt, zwischen Oberschicht und Arbeiterinnen, zwischen Deutschen und Migrantinnen, zwischen Jung und Alt auszumachen? Und passen diese Frauen überhaupt optisch in die Suchkategorien, in die Sahihi sie zu Projektbeginn eingeordnet hat? Sind diese Kategorien zu eng gefasst oder überschneiden sie sich? Inszeniert sich die berufstätige Mutter in erster Linie als Mutter im häuslichen Umfeld oder als Führungskraft am Arbeitsplatz?

Ashkan Sahihi möchte sehen, nicht zeigen. Die Berlinerin ist keine Dokumentarfotografie. Die Bilder versuchen nicht, einer Zeit oder einer Subkultur Bedeutung zu verleihen. Vielmehr fängt jedes Bild die abgebildete Person in ihrer Vielseitigkeit ein. Zusammengenommen schaffen die Fotografien in ihren diversen Konstellationen Bedeutungszusammenhänge im Hier und Heute. Die Berlinerin wird so zum fotografischen Porträt der ganzen Stadt.

Um möglichst viele der 375 Porträts zeigen zu können, werden die Bilder von Die Berlinerin in drei Ausstellungsetappen präsentiert:

Vernissage I: Freitag, 16. Oktober 2015, 18 Uhr
Vernissage II: Dienstag, 10. November 2015, 19 Uhr
Ab 18 Uhr: Künstlergespräch mit Ashkan Sahihi.
Moderation: Dr. Annette Wostrak, Fachreferentin für Kultur und Medien der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin
Zu sehen sind:
Handwerkerin – Unternehmerin – Frau in der Gastronomie – Studentin – Sozial engagierte Frau – Pädagogin/Professorin – Touristin – Lebensberaterin/Yogalehrerin – Freiberuflerin/Selbstständige – Sportlerin – Szenefrau – Schauspielerin.

Vernissage III: Dienstag, 8. Dezember 2015, 18 Uhr
Die Berlin Brandenburg International School präsentiert den Song ‘Berlin City of the Night’ aus ihrem Musical ‘Twins’ (komponiert von Taylor und Hayley Emerson)
Zu sehen sind:
Tochter aus gut situierter Familie, aus dem Mittelstand und aus Arbeiter- /Facharbeiter-Familie – Designerin/Kreative – Film-/Medienschaffende – Managerin/Führungskraft – Journalistin/Fotografin – Kunst-/Kulturschaffende – Frau mit alternativem Lebensentwurf – Frau mit Migrationshintergrund – Rentnerin/Großmutter.

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation:

Ashkan Sahihi: Die Berlinerin
DISTANZ Verlag, Berlin 2015.
848 Seiten, 375 Farbfotografien, 375 Fragebögen. Hardcover.
Mit Texten von Kimberly Bradley, Thomas Hüsken und Olin Roenpage.
deutsch/englisch. 49,90 Euro

Über den Künstler

1963 in Teheran geboren, kam Ashkan Sahihi im Alter von sieben Jahren nach Deutschland und zog 1987 nach New York. Er fotografierte für Magazine wie das ZEITmagazin, das Süddeutsche Zeitung Magazin, DER SPIEGEL und GEO, das New York Times Magazine, den New Yorker und Vogue. Im Jahr 2000 wurden seine Arbeiten in der Andrea Rosen Gallery in New York ausgestellt. Es folgte eine Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem im MoMA PS1 in New York, in der Akademie der Künste in Berlin und im MACRO in Rom.

Event Details

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