✿ ❀ ❁ OUT NOW / JETZT ERHÄLTLICH: PiB Guide Nº37 JULY/AUG 2021 ❀ ✿ ❁
Booklet · A6 · 32 pages/Seiten · English & Deutsch · worldwide shipping/weltweiter Versand.
Order your copy / Exemplar bestellen

© John Vink

Gruppenausstellung

»(Innerer) Tumult«

Andreas Rost & John Vink

Vernissage: Donnerstag, 15. September 2016, 18:30h (Facebook Event)
Ausstellung: 16. September – 16. Oktober 2016
Finissage & Fotoprojektion: Sonntag, 16. Oktober 2016, 16h
Öffnungszeiten: Do & Fr 16-18h, Sa 11.30-13.30h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Beschreibung

Schwarz und Weiß sind die Farben der Fotografie. Sie sind mir ein Zeichen für die Alternative: Hoffnung/Verzweiflung, der die Menschheit immer ausgeliefert ist.”
– Robert Frank

Hoffnung und Verzweifelung oder Aufbruch und Resignation – so lassen sich die Pole der Ausstellung von John Vink und Andreas Rost benennen. In einer grausamen Welt, in der sich die Fotografen sensationslüstern in einem Überbietungswettkampf um das schockierendste und grellste Bild befinden, besinnen sich beide Fotografen auf die dokumentarischen und objektivierenden Qualitäten des schwarz/weißen Bildes. Sie suchen nach der allgemein menschlichen Erfahrung, die hinter der Sensation liegt, sie ersetzen Schock durch Empathie und machen so politisch schwer zu erklärende Vorgänge nachvollziehbar. Bis heute bildet die Straße die Struktur der Gesellschaft ab. Auf den Straßen von Phnom Penh (John Vink) und denen von Kabul (Andreas Rost) finden sie im Müll und in der scheinbaren Kontingenz das Verbindende. In einer digitalen Welt der Berechnung verhelfen sie so wieder der subjektiven Erfahrung zu emanzipatorischer Kraft.

ANDREAS ROST

geboren am 7.4.1966 in Weimar
aufgewachsen in Dresden.
von 1987 bis 1993 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Evelyn Richter und Arno Fischer.

Seit 1993 tätig als freischaffender Fotograf unter anderem für das Goethe Institut und ifa-Institut für Auslandsbeziehungen.

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, sowie Buchpublikationen.




Ausstellung 
„kaputt“


Mitten in einer Kratermondlandschaft stehend, beobachte ich, wie eine Frage in mir immer wieder die gleiche Bahn zieht: „Was eigentlich mache ich hier?“ Die Landschaft erinnert mich an Bilder, die ich von Dresden nach den Bombenangriffen im Februar 1945 kenne, Reste der Hauswände ragen in den Himmel, dazwischen Schutt und Staub. Ich bin in Kabul und der Krieg ist vorbei. Afghanistan gilt als sicheres Herkunftsland.
Es gibt auch Menschen in dieser apokalyptischen Landschaft, sie sehen, auf den ersten Blick, irgendwie abwesend aus, am Boden hockend und Hasch rauchend. Keinen Schritt tue ich unbeobachtet. Es kommt mir so vor, als wäre mein Auftauchen schon von irgendwem angekündigt. Geradezu körperlich fühle ich, alle Augen sind auf mich gerichtet. Ich muss ihnen erscheinen wie der Mann vom Mond. Ich bewundere die Menschen hier. Sie schaffen es mit Überlebenswillen und Phantasie in diesem Chaos zu existieren. Sie sind das einzig Positive, das ich von Kabul berichten kann. Mein Fremdsein bedeutet Unwissendheit, schützt mich aber auch vor bequemen Identifizierungen. Meine Situation fordert Distanz, gleichzeitig kann ich gar nicht anders als emotional zu reagieren, Angesichts diesem Elends. Mein Blick ist klar und geblendet zu gleich. Meine Fotografien sind ein Dokument dieses Blickes. Im Gegensatz zu den Meisten in Kabul jetzt tätigen Ausländern konnte ich, dank der Workshopteilnehmer, ganz normales Alltagsleben auf der Straße erfahren. Meine Fotografien versuchen zu klären, was nicht erklärbar ist. Etwas das im besten Fall beschrieben werden kann und für mich auf die existenzielle Frage nach dem Dasein hinausläuft: „Was eigentlich mache ich hier?“

Berlin, Juni 2016

Andreas Rost




JOHN VINK



John Vink ist Belgier.
Er hat Fotografie in la Cambre im Brüssel in 1968 studiert.
1986 wurde ihm der W. Eugene Smith Preis verliehen.
Er gründete “Thèmes”, ein Magazin der dokumentarischen Fotografie.
Seit 1997 ist er Mitglied der Agentur Magnum.



Ausstellung 
„Hearths of Resistance”

„Hearths of Resistance” beschreibt die sozialen und politischen Unruhen in den 18 Monaten nach den Parlamentswahlen 2013 in Kambodscha. Als die oppositionelle CNRP überraschend in der Nationalversammlung 55 von 123 Sitzen errang, war dieser Sieg die erste ernsthafte demokratische Herausforderung für Premierminister Hun Sen nach 30 Jahren. Auf der Welle dieses Erfolgs und unter Berufung auf die unzufriedenen Bürger, die unter Landraub litten oder auf die 600.000 Fabrikarbeiter der Textilindustrie, die mit unzureichenden Löhnen leben müssen, sowie auf alle Bürger, die tagtäglich unter Korruption und Ungerechtigkeit leiden, gelang es dem CNRP für 6 Monate die Massen zu mobilisieren. Das gewaltsame Vorgehen der Armee am 3. Januar 2014 gegen die streikenden Arbeiter zwang die Opposition zu einer Strategie des Kompromisses. Die Arbeiter und die ausgegrenzten Gemeinschaften waren von da an sich allein gestellt. Die neuesten Entwicklungen in Kambodscha zeigen eine allmähliche Zerstörung der Zivilgesellschaft und das Verschwinden einer politischen Alternative.
„Hearths of Resistance” ist auch als E-Book erhältlich, mit über 500 Fotos, einem Video, einer interaktiven Karte sowie einem Glossar, das Losungen und Zitate von Demonstranten erklärt und ihre Definition des Wortes “Widerstand” aufzeigt. Das E-Book ist ein Versuch, die Widerstandskraft von Menschen zu zeigen, die gegen die Erosion ihrer Menschenrechte kämpfen.

Event Details

[postinfo meta_key=’enable_postinfo‘ meta_value=’1′ default=’1′ class=’se-dbox‘][postinfo meta_key=’enable_venuebox‘ meta_value=’1′ default=’1′ id=’venuebox‘ class=’se-vbox‘]

Featured Events

PiB also recommends…
FiB empfiehlt außerdem…

Tags