The galleries in Berlin are currently closed to visitors until further notice in order to help contain the spread of the coronavirus. Stay healthy, STAY AT HOME, and enjoy exploring the artworks digitally here on PiB! ps: Also follow PiB on Instagram for the upcoming takeovers by gallerists & artists!
Als Schutz vor der Verbreitung des COVID-19 Virus sind die Berliner Galerien für den Publikumsverkehr geschlossen. Bleibt gesund, BLEIBT ZUHAUSE, und genießt die Ausstellungen ausnahmsweise in digitaler Form hier auf PiB! Ps: Folgt PiB auf Instagram für die kommenden Takeovers von Galerist*innen & Künstler*innen!
© Charles Desmet

Gruppenausstellung

»Habitat«

Charles Desmet & Ian Dykmans

Vernissage: Donnerstag, 3. November 2016, 18:30h (Facebook Event)
Ausstellung: 4. November – 11. Dezember 2016
Finissage: Sonntag, 11. Dezember 2016, 16h
Öffnungszeiten: Do & Fr 16-18h, Sa 11.30-13.30h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Beschreibung

Eines Morgens erwacht Charles Desmet in einem unbekannten Zimmer. Die Tür öffnet sich und mit ihr der Zugang zu einem gemeinschaftlichen Lebensraum. Er umarmt das Unerwartete, zieht ein.
Ian Dykmans hat seinerseits Menschen besucht und porträtiert, die sich für ein Leben in mobilen oder temporären Wohnstrukturen entschieden haben. Jenseits der ausgetretenen Pfade, der vorgesehenen Wege, begegnen sich also die Serien „Before We Grow Up“ und „Habit, habitat, habité“ der beiden Fotografen.

Desmets kontrastreiche Bilder offenbaren Momente der Vertraulichkeit, des Spiels, des in sich ruhenden Chaos im diametralen Gegensatz zu einem geregelten und einsamen Leben – lauter fragile Augenblicke angesichts der Zeit, doch umso entscheidender im Werdegang derer, die das Teilen versuchen. Dykmans Protagonisten verschmelzen, ja verschwinden fast vor ihrem Wohnort, wie Geister oder Passanten – respektvoll den Menschen gegenüber, die nach ihnen kommen und sich vielleicht ebenfalls die Freiheit nehmen werden, einen Lebensraum nach ihrem Bilde zu schaffen.

CHARLES DESMET (aka Maxime Desmet)

Charles Desmet ist Belgier, geboren in Waregem, op 22 Juni 1990.

Nachdem er die Kunsthochschule vorzeitig verlässt, kommt er 2011 nach Berlin mit dem Vorhaben, Maler zu werden wie sein Großvater.

Charles ist Autodidakt, seine damalige Freundin führt ihn in die Welt der Fotografie ein, sodass er 2013 seine erste Kamera erwirbt und seitdem ununterbrochen fotografiert. Es folgen erste Präsentationen in Berlin, die ihm erhebliche Aufmerksamkeit einbringen, und ihm weitere Ausstellungsmöglichkeiten in Deutschland und Belgien eröffnen. Für den Künstler geht es hier um mehr als nur “Arbeit”. “Ich sehe mich weniger als Fotograf, sondern vielmehr als ein Kind mit Kamera. Wir beide sind unzertrennlich”, sagt er. Für einen Künstlernamen entschied er sich, um selbst im Hintergrund zu bleiben, wo er sich nach eigener Aussage wohler fühlt: “Mein Name ist nicht wichtig, wer ich bin, erzählt sich in meinen Bildern!”

Ausstellung 
‘Before We Grow Up’

“Als ich nach Berlin kam, wusste ich zunächst nicht wo ich wohnen sollte. Ich war offen für alles was kommen würde. Ich musste einfach von Zuhause aussteien und die Welt mit eigenen Augen entdecken. Eines Tages fand ich mich in einem Bett eines Hauses im Osten Berlins wider, es schien eine ruhigere Gegend zu sein. Ein Kopf tauchte plötzlich im Türspalt auf und fragte ob ich hungrig sei. Ich nahm am Abendessen teil. Den Schutz des Zimmers verlassend, bemerkte ich wie viele Menschen da waren und fragte mich ob sie alle hier lebten. Alle sprachen deutsch, ich verstand kein Wort. Offensichtlich wurden gerade neue MitbewohnerInnen gesucht. Sie erzählten mir, dass dieses Haus einmal ein Swinger-Club gewesen war.
“Ich will in Berlin leben”, sagte ich, “wisst ihr vielleicht von einer Wohnmöglichkeit?” “Im Keller ist ein Zimmer frei, das kannst du haben wenn du magst. Man kann nicht aufrecht darin stehen und es gibt keine Tür, aber die Miete ist billig.” Hmmm, ich musste Eindruck auf sie gemacht haben.
“Ich nehme es für einen Monat, wenn es mir gefällt bleibe ich länger.” Nach einer Woche wusste ich, das ist mein Zuhause. Diese Menschen wurden Freunde, Freunde wurden Familie. Sie sind mir wichtig. Sie haben mir viel über das Leben und mich selbst beigebracht. Offiziell lebten wir zu zehnt, aber meistens waren wir mehr, manchmal sogar bis zu zwanzig. Mit so Vielen um sich herum gab es eine Menge Gesprächsstoff. Es war eine hedonistische Art zu leben. Es gab keine Regeln außer einer: was auch immer auf dem Küchentisch lag, gehört allen. Wir blieben lange wach und hörten Musik, spielten tagelang Videospiele, hingen im Garten ab, betranken uns, liebten uns, tattowieren uns gegenseitig, gingen zusammen feiern oder spielten einfach Karten bis zum Morgengrauen, wenn die ersten schon wieder aufstanden, um arbeiten zu gehen. Einige gingen zur Uni, während andere sich ‘eine Pause von jeglichen Verpflichtungen’ nahmen.
Ich hatte nicht geplant länger als vier Tage dort zu bleiben, aber letztendlich lebte ich drei Jahre lang dort. Für mich ist es der Ort, an dem ich zu mir selbst gefunden habe. Vor einem Monat löste sich die WG auf, jeder Einzelne folgt nun seinen eigenen Träumen. Wir sind zusammen aufgewachsen und ich möchte euch danken dafür. Aber bevor wir wirklich erwachsen werden, lasst uns nicht vergessen jung zu sein!
Ich widme diese Arbeit allen Menschen mit denen ich gelebt und die ich an diesem magischen Ort, den ich mein Zuhause nenne, getroffen habe.
 Danke euch allen.“
Charles Desmet



IAN DYKMANS

Der 1974 in Lüttich geborene Ian Dykmans kam 2001 durch den Besuch eines Abendkurses an der Kunsthochschule Ixelles und Anderlecht (Brüssel) zur Fotografie. Die Bilder des Skateboard-Enthusiasten wurden vor allem im Rahmen von urbanen Kulturevents in Marseille, Paris, Eindhoven, Frankfurt und Malmö ausgestellt.

2007 fotografierte er die Murals des Graffiti-Künstlers Bonom und begleitete ihn während seiner nächtlichen Streifzüge. Die Zusammenarbeit führte zur Ausstellung “Bonom, le Singe Boiteux” am ISELP und der Veröffentlichung des gleichnamigen Buches.

Heute koordiniert Ian im Ten-Weyngaert-Kulturzentrum den Fotoverein und arbeitet weiterhin an seinem persönlichen Projekten, oft in Zusammenarbeit mit seiner Muse und Partnerin Myriam Clericuzio.

Ausstellung 


‘Habit, habitat, habité’

Es hat sich wie zuhause angefühlt, Freunde oder Fremde zu fotografieren, deren Lebensweise mir gut gefällt. Schaut euch die Größe ihrer Häuser im Vergleich zu ihrer Umgebung an: Sie drücken Demut und Respekt aus. Ich bin mit dem Motto “Do It Yourself” aufgewachsen, und kann mich mit ihrer Art, selbst kleinsten Handlungen Bedeutung zukommen zu lassen, identifizieren.
“

Die Menschen, die sich für “leichtes Wohnen” entscheiden – also das Leben in mobilen oder temporären Wohnstrukturen, sind ziemlich divers, doch sie teilen ein gemeinsames Ziel: Der Wohnkrise selbstständig und kreativ entgegenzuwirken. “Do It Yourself”, halt …
Und natürlich liegt der Fokus dieser Fotoserie auf den Bewohnern.
“Habit, habitat, habité” ist auf Anfrage vom belgischen Brabançon-Netzwerk für das Recht auf Wohnen (RDBL) entstanden. Seit 2012 verfolgt es zwei Prioritäten: die Entwicklung von sozialem Wohnungsbau sowie die kulturelle und behördliche Anerkennung von leichtem Wohnen.

Event Details

[postinfo meta_key=’enable_postinfo‘ meta_value=’1′ default=’1′ class=’se-dbox‘][postinfo meta_key=’enable_venuebox‘ meta_value=’1′ default=’1′ id=’venuebox‘ class=’se-vbox‘]

Tags