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Einzelausstellung

»SOME CHANGES MADE«

Amin El Dib

Kuratiert von Marc Barbey

Ab dem 22. Februar 2019 präsentiert die Collection Regard die Foto-Ausstellung „SOME CHANGES MADE – Amin El Dib“, kuratiert von Marc Barbey.

Ein Katalog der Collection Regard mit einem Text von Franziska Schmidt erscheint anlässig der Ausstellung.

Nach der sehr gut besuchten und besprochenen Ausstellung „ARCHITE[X]TURES – Margret Hoppe & Julien Lescoeur“, in der das Programm der Collection Regard mit der Präsentation von zeitgenössischen Fotografen erweitert wurde, freuen wir uns sehr, erneut eine besonders spannende, unterbelichtete und zeitgenössische Position, die mit Berlin sehr verbunden ist, präsentieren zu dürfen.

Der Fotograf Amin El Dib ist 1961 in Kairo geboren und ab 1966 in Deutschland aufgewachsen. Ab 1983 hat er an der TU Berlin studiert und als Diplom Ingenieur der Architektur abgeschloßen. Seit 2001 ist er Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie. Er lebt und arbeitet seit 2003 bei Basel in der Schweiz.

„Um Risse“

Die thematisch in sich geschlossene Motivreihe, die Serie, bestimmt die künstlerische Arbeit von Amin El Dib von Beginn an. Die ausgewählten Serien sind in Berlin und später in der Schweiz entstanden. Sie betonen bewusst den Teil seines umfangreichen Werkes, bei dem er formaler und inhaltlich abstrahierender vorgegangen ist, unabhängig davon, ob die Bilder auf Menschen, Pflanzen oder Materialien verweisen.

Am auffälligsten nehmen sich die Arbeiten aus, in denen er sich mit den bereits abgeschlossenen Serien mit bildmäßigen Motiven auseinandergesetzt hat. Ausgehend von dem Material – und Material meint hier das klassische Barytpapier sowie die modernen Digitaldruckpapiere – verwendete er dies, um daraus neue Bilder zu kreieren. Verständlicher gesagt werden die vorliegenden Fotografien von ihm zerrissen, wobei die Risskanten bei den im Duktus einer Collage neu zusammengesetzten Bildern deutlich erkennbar bleiben. Dieses Reißen impliziert genaugenommen Gewalt und Zerstörung. Gewalt und Zerstörung, die er den Papieren und mithin dem darauf Abgebildeten antut.

Allerdings findet, übersteigert formuliert, im Zusammensetzen der Motivfragmente zugleich ein Akt der Heilung, der Wiedergutmachung statt. Denn der brutalen Dekonstruktion der Bilder folgt die versöhnende Neukonstruktion, selbstredend mit dem Ziel ästhetischer Konzentration. Geht Amin El Dib bei seinen traditionellen bildmäßigen Motiven noch der Suche nach, im Leben, im fortwährenden Gedeihen das Brüchige, das Unvollkommene sichtbar werden zu lassen, gewissermaßen als Affront gegen das all zu Glatte, Perfekte und Unantastbare, so findet dieser Ansatz in den aus den gerissenen Papieren montierten Bildern eine bedeutsame formalästhetische Steigerung mit metaphorischen Dimensionen. Die auf diese Weise entstehenden Bilder, und es sind Bilder, berühren die Retina und mithin unser Innerstes bis an die Schmerzgrenze. Die vielfach sichtbar durch das Papier getriebenen Heftklammern verstärken diesen Schmerz noch.

Neben den in dieser Technik gestalteten Serien, die den Hauptteil der Ausstellung ausmachen, zeigt Amin El Dib andere Motivreihen, in denen sich das Abgebildete, wie beispielsweise der Haarschopf einer Frau, zunächst partiell und dann ganz bis ins fotografische Weiß auflöst. Auch das beschreibt das Existentielle als fragil und flüchtig: Ein künstlerischer Kommentar der auf das Ganze zielt, auf das vergängliche Sein und zugleich auf dessen Brüchigkeit.

In der Ausstellung werden folgende Zyklen gezeigt: Ansichten meiner Liebsten, Cain, GelatineSilberLichtKarton, BruchWerke, Teilansichten, Nach dem Sturm, SchnittBlumenBilder und Weekenders.

Die Ausstellung kann vom 22.2. – 7.6.2019 jeden Freitag zwischen 14 und 18 Uhr (außer an Feiertagen) sowie nach Terminvereinbarung besichtigt werden.

Wir weisen darauf hin dass das HAUS am KLEISTPARK die Ausstellung Amin El Dib „Body and Soul“, kuratiert von Enno Kaufhold vom 10. April bis zum 07. Juni 2019 präsentiert.

Begleitprogramm

Ein Künstlergespräch in Form von einem „Salon Photographique“ sowie 2 Führungen mit dem Fotografen und Marc Barbey werden angeboten.

Donnerstag, 11. April 2019, 19h
Salon Photographique mit Amin El Dib und Franziska Schmidt (Künstlergespräch)

Einlass ab 19 Uhr, Gespräch ab 19:30 Uhr, Kostenbeitrag 5 €.
Reservierung/Voranmeldung: moc.d1638109564rager1638109564noitc1638109564elloc1638109564@ofni1638109564

Führungen
Führungen mit Amin El Dib und Marc Barbey:
Freitag, 10. Mai 2019, 17h
Freitag, 24. Mai 2019, 17h

Eintritt frei.
Reservierung/Voranmeldung: moc.d1638109564rager1638109564noitc1638109564elloc1638109564@ofni1638109564

Collection Regard

Die Collection Regard ist eine Fotografische Sammlung, die ihren Schwerpunkt auf die deutsche Fotografie, insbesondere die Fotografie aus Berlin, gelegt hat. 2005 begann Marc Barbey seine Sammlung deutscher Schwarz-Weiß-Fotografie, die von den Anfängen der Fotografie bis in die 1990er Jahre reicht, auszubauen. Außerdem verwaltet er auch den Nachlass des Fotografen Hein Gorny (1904-1967). Mit ihrem Wirken als Archiv, Ausstellungsort und Galerie nimmt die Collection Regard bewusst eine Position zwischen Museum und Galerie ein.

Die Collection Regard ist besonders bestrebt, der interessierten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannte, wertvolle fotografische Werke zu zeigen, die Aufmerksamkeit verdienen. Einige Werke oder Editionen dieser Werke können in der Collection Regard erworben werden. Die produzierten Ausstellungen werden nach Abschluss der Ausstellung weiteren Institutionen angeboten, um diese Positionen einem breiteren Kunstmarkt vorzustellen.

Collection Regard
Collection Regard

22. Feb — 7. Juni 2019
Vernissage: Donnerstag, 21. Feb, 18-21h,
Um 19 Uhr spricht Franziska Schmidt
Begleitprogramm: bitte siehe oben

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Steinstraße 12, 10119 Berlin
[Mitte | Mitte]

Öffnungzeiten: Freitags 14-18h (außer an Feiertagen), und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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