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Doppelausstellung

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. präsentiert die Doppelausstellung

»Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen.«

Fotografien von Pablo E. Piovano

»Der Skandal von Minamata 1971-73«

Fotografien von W. Eugene Smith

Eröffnung am Donnerstag, den 19. Oktober 2017, um 19.30 Uhr
Eintritt frei | Ausweis erforderlich

Begrüßung

Gisela Kayser, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Reden

Dr. Barbara Hendricks
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Dr. Helmut Burtscher-Schaden
Biochemiker und Autor des Buches Die Akte Glyphosat
Peter-Matthias Gaede
Journalist, im Gespräch mit dem Fotografen Pablo E. Piovano

Filmdokumentationen

The Human Cost
Argentinien 2015, 12 min, OmU (engl),
Dokumentation von Pablo E. Piovano

Fabián Tomasi – The shadow of success
Argentinien 2017, 12 min, OmU (engl),
Dokumentation von Pablo E. Piovano

GMO OMG
USA 2013, 90 min, OmU,
Dokumentation von Jeremy Seifert (Ein junger Vater stellt Fragen zur Krise der gentechnisch veränderten Landwirtschaft)

Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen.
Fotografien von Pablo E. Piovano

Die Menschheit nimmt unfreiwillig an einem der größten Experimente weltweit teil. Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt. Es ist allgegenwärtig in der Nahrungskette. Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentierte drei Jahre lang die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen.

Nach zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landesbevölkerung direkt oder indirekt von Glyphosat-Spritzmitteln und weiteren chemischen Wirkstoffen betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden. Die Krebsrate bei Kindern hat sich verdreifacht, die Häufigkeit von Fehlgeburten und Geburtsschäden mit ungeklärter Ursache ist dramatisch angestiegen. Atemwegs- und Hautkrankheiten, geistige Behinderungen sind nur einige der nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Trotz dieser unbequemen Wahrheit hat es bisher keinerlei systematische Information von offizieller Seite gegeben.

Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen mit Fotografien von Pablo E. Piovano.

Pablo Ernesto Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires, Argentinien und arbeitet als Fotograf für die Zeitung Página/12. Zwischen 2014 und 2017 erkundete Piovano den Norden, das Kernland und die Küsten Argentiniens und dokumentierte das Leiden der Bevölkerung und er wird es weiter tun.

Piovano erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. beim Festival Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Award, den internationalen Fotojournalismus-Preis von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.

Im Kehrer Verlag erscheint der Katalog zur Ausstellung: Pablo E. Piovano, The Human Cost of Agrotoxins / El Costo Humano de los Agrotóxicos, 144 Seiten, ISBN 978-3-86828-767-7, € 38,00. Signierte Ausgaben erhältlich.

Der Skandal von Minamata 1971-73.
Fotografien von W. Eugene Smith

Die »Minamata-Krankheit« ging in die Geschichte für die gesundheitlichen Folgen einer der größten Umweltkatastrophen Japans ein. Ein Chemiewerk leitete in den 1950iger Jahren quecksilberhaltige Abfälle in Fischereigewässer ein. Der Verzehr von kontaminiertem Fisch löste schwerste Vergiftungen und Fehlbildungen bei Neugeborenen aus.

1971 beschließen W. Eugene Smith und seine Frau Aileen, den Skandal von Minamata zu dokumentieren. Sie bleiben drei Jahre vor Ort und erschaffen ein Tagebuch des Kampfes und der Leiden der Betroffenen, das weltweit durch die Veröffentlichung in der Sunday Times Aufsehen erregt. Während der Recherchen zu Minamata wurde W. Eugene Smith vom Wachschutz des verantwortlichen Chemieunternehmens Chisso so schwer verletzt, dass er bis zu seinem Tod 1978 keine weiteren fotografischen Aufgaben mehr übernehmen konnte.

Für den Fotografen Henri Cartier-Bresson war Smith der »größte Fotojournalist dieses Jahrhunderts«. Dabei wollte Smith nie, dass man in ihm einen großen Fotografen sah. Er war ein talentierter wie kom-promissloser Fotograf, der mit seinen Dokumentationen die Menschen zum Nachdenken anregen wollte.

Ausstellungen vom 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich
Schließtage: 31.10.2017 / 24. bis 26.12.2017 / 31.12.2017 / 1.1.2018

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20. Okt 2017 — 21. Jan 2018
Vernissage: Donnerstag, 19. Okt, 19:30h

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Stresemannstraße 28, 10963 Berlin
[Kreuzberg | Friedrichshain-Kreuzberg]

Öffungszeiten: Di-So 12-18h

Eintritt frei | Ausweis erforderlich

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