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Gruppenausstellung

»Indian Storytellers«

Passion and Persistence

Manoj Jain, Ranbir Kaleka, Dinesh Khanna, Amit Pasricha, Cop Shiva

Auch im November geöffnet / Also open during November

Let us stay here, and wait for the future
to arrive, for grandchildren to speak
in forked tongues, to speak about the country
we once came from.
Immigrant songs, Tishani Doshi

Die Verzierungen auf den Säulen, die Wände vor dem Eingang erzählen Geschichten; ebenso der Junge, der einen Pfau in seinen Armen hält und der Wrestler, der vor einem gemalten Tiger posiert. Diese Fotografien sind weit entfernt von den Klischees und Vorstellungen, die Touristen von einem kurze Aufenthalt aus Indien mitbringen. Diese Bilder interpretieren Menschen, ihr Leben, neu und bieten Ihnen einen Blick aus dem Augen erfahrener Insider. Mit der Gruppenausstellung INDIAN STORYTELLERS präsentiert die Galerie UNDER THE MANGO TREE eine Auswahl von Fotografien und foto-basierenden Werken von den indischen Künstlern, Dinesh Khanna, Ranbir Kaleka, Amit Pasricha, Manoj Jain und Cop Shiva.

Diese Ausstellung beschäftigt sich mit Fotografie und ihren Praktiken in Indien. Sie informiert in einer faszinierenden Erzählung über die kreativen Praktiken und Ausdrucksweisen, für die die Künstler die Kamera als Medium verwenden. Von der Fokussierung auf die Bedeutung von Farbe in städtischen oder ländlichen Räumen und der Aktualität der Geschichte bis hin zu Werken, die nicht nur auf dokumentarischen Mitteln beruhen, sondern stattdessen auffällige Bildkontexte wählen, um die Sichtweise der Menschen zu formulieren. Jeder der Künstler stellt auf seine Weise eine kleine Herausforderung für das stereotype Bild Indiens im Westen dar. Die Arbeiten bestehen auf einen kollaborativen Dialog und konzentrieren sich darauf, die Macht der Bilder zu vermitteln.

Die Ausstellung bezieht sich auf fünf Hauptinteressenbereiche. Jeder einzelne künstlerische Ausdruck dokumentiert ein Kaleidoskop einer indischen Geschichte, die weiterhin von traditionellen Werten geprägt ist, von der Fragilität der Transformation, von Stimmungen von Räumen und Details des indischen Alltags – sowie von einer utopischen Vorstellungskraft, die durch Reisen, technologischen Fortschritt und die Entwicklung der Welt der Kommunikation geprägt ist.

Dinesh Khanna ist seit über 25 Jahren freiberuflicher Fotograf mit einer vielseitigen Mischung aus kommerzieller und persönlicher Arbeit. Seine Arbeiten erzählen von der Pracht der Farben und der kulturellen Vielfalt des indischen Kontinents. Die Ausstellung zeigt architektonische Fassaden und Innenräume, die derzeit noch existieren und bezeugt das Interesse des Fotografen an der fließenden Natur der Farben. In der Ausstellung sind Werke zu sehen, die in sehr seltenen, stillen Momenten ihre ausschließliche inhärente Stimmung entfalten. Die Bilder bieten einen Einblick in Dineshs Praxis, die eine fließende Position zwischen den Bereichen Farbe, Raum und Mensch einnimmt. Vor einigen Jahren war Khanna Mitbegründer der Nazar Foundation in Delhi, einer gemeinnützigen Stiftung, um die fotografischen Künste in Indien zu fördern. Die Nazar Foundation präsentiert auch das Delhi Photo Festival.

Manoj Jain arbeitet in Schwarzweiß und verfolgt in seiner Arbeit häufig einen anthropologischen Ansatz, bei dem die Erforschung der inneren Regionen Indiens und ihrer Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Eines seiner besuchten Gebiete war die Bastar-Region im indischen Bundesstaat Chhattisgarh. Die Mehrheit der Bewohner dieses Bezirks gehört der indigenen Bevölkerung an, die immer noch in Stammesgemeinschaften lebt. Es ist eine Welt, die verschwindet und durch die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Indien verdrängt wird. „Wie kommuniziert man große Hoffnungen, tiefe Wünsche, große Ängste, große Leidenschaften? Worte sind die letzten Dinge, die diese Menschen brauchen.“
Die in der Ausstellung gezeigten Werke stammen aus seinem größeren Repertoire und nehmen die Langsamkeit und Zerbrechlichkeit des Augenblicks in den Fokus und zeugen von einer isolierten, aber einfachen Welt. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien wechseln zwischen einer verzauberten, verspielten Intimität und einem scharfen Blick.

Ranbir Kalekas digitale Gemälde muten in ihrer Darstellung von Szenen aus dem realen Leben surrealistisch an. Der ursprünglich als Maler ausgebildete Künstler verwendet für seine Bildkompositionen eine Vielzahl künstlerischer Medien; Malerei, Fotografie und auch die modernen, digitalen Möglichkeiten zur Bilderzeugung. Hier zu sehen sind zwei seiner Bilder, die utopische Bilder mit einem dystopischen Eindruck eröffnen, in denen wir eine Entdeckungsreise unternehmen können. Die Bilder scheinen universell zu sein, aber bei näherer Betrachtung erkennen wir Details, die eindeutig auf ihre indische Herkunft hinweisen. Ranbir Kaleka ist ein zeitgenössischer indischer Multimedia-Künstler, dessen Arbeit sich häufig mit Themen wie Identität, Sexualität, Natur und Tradition befasst. Seine experimentellen Filmerzählungssequenzen und Malerei wurde in einer Reihe bedeutender internationaler Galerien, Biennalen und Museen ausgestellt.

Amit Pasricha ist ein Fotograf in dritter Generation, der in seiner Kindheit seinem Großvater half, an Glasplatten und Negativen zu arbeiten und Schwarzweißfotos von Hand zu färben. Heute ist Pasricha eine Koryphäe auf dem Gebiet der Panoramafotografie. 2014 erhielt er für seine Buch „Heiliges Indien“ den Deutschen Fotobuch Preis. 2016 veröffentlichte er „India at home“ – eine Studie über das indische Leben in den eigenen vier Wänden. Mit dem Glauben, dass alles in unserer Welt miteinander verbunden ist, untersucht er den Lebensstil und die Ästhetik persönlicher Räume in allen möglichen sozialen Strukturen des Landes. Einige der Bilder aus dieser Serie sind in der Ausstellung neben großen Landschaftspanoramen zu sehen, die zusammen ein Bild der indischen Sicht des Lebens zeichnen. Mit seinem tiefen Interesse am indischen Erbe hat er sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den Erhalt weniger bekannter Denkmäler in Indien zu schärfen und dafür zu kämpfen, diese zu erhalten. „India Lost and Found“ ist seine Social-Media-Kampagne, die von ihm 2018 zu diesem Zweck initiiert wurde.

Beeinflusst von der Kunstbewegung des magischen Realismus, in der die Realität durch einen gekrümmten Spiegel dargestellt wird, dokumentiert Cop Shiva die Komplexität des ländlichen und städtischen Indiens. Sein Portfolio konzentriert sich auf Menschen und Porträts als Genre, fasziniert von der Idee der Maskerade und den Rollen, die Menschen in öffentlichen und privaten Bereichen spielen. Es umfasst intime Porträts von städtischen Migranten, Straßenkünstlern und anderen Personen, die am Rande der indischen Gesellschaft leben. Shiva porträtiert seine Protagonisten und stellt sie vor Wandgemälde, die beauftragt wurden, das Stadtbild zu verschönern. In diesen Momenten wird die Straße zum Studio, in dem Realität und Traum koexistieren. Zu dieser Gruppe von Themen gehören für ihn auch die religiösen Zeremonien, die in Indien im Überfluss vorhanden sind. Hier geht es um einen Akt der Transformation des Menschen. Im Namen des Glaubens werden die Körper zum Ort des Rituals und die Straßen der Städte und Dörfer werden zu Stufen der Verbindung mit dem Göttlichen. Der Künstler begann sein Berufsleben als Polizist im Jahr 2001 und sein Name bezieht sich auf diesen ersten Beruf. Seit 2010 beschäftigt er sich hauptsächlich mit Fotografie. Diesen Sommer sollte er als einziger indischer Fotograf am Helsinki Photo Festival teilnehmen. Leider kam Corona dazwischen.

Covid-19 Hinweis: Bitte beachten Sie, dass alle Besucherinnnen und Besucher gebeten sind, in den Ausstellungsräumen eine Mund-Nasen-Maske zu tragen. Maximal dürfen sich 8 Personen gleichzeitig in der Galerie aufhalten. Bitte hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten am Eingang. Die Realisierung der Veranstaltung erfolgt gemäß der zu diesem Zeitpunkt geltenden SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin.

Begleitprogramm

Freitag, 6. Nov 2020, 16:30 – 19:00 Uhr
Vernissage
Mit einer Einführung von Heiko Sievers, Regionalleiter Goethe-Institut Südasien 2010-2018 (New Delhi) und freier Fotograf (Berlin).

Samstag & Sonntag, 7. & 8. Nov 2020
schöneberger art 2020
Erweiterte Öffnungszeiten zur schöneberger art 2020:
Samstag, 7. Nov: 14 – 20 Uhr + Sonntag, 8. Nov: 12 – 18 Uhr

Weitere begleitende Veranstaltungen wie etwa ein authentisches indisches Abendessen »SIX SPICES« sowie ein Konzert sind in Planung. Bitte besuche die Galerie-Website utmt.net für aktuelle Infos!

7. Nov 2020 — 17. Jan 2021
Vernissage: Freitag, 6. Nov 2020, 16:30 – 19:00 Uhr
Begleitprogramm: bitte siehe oben

Merseburger Straße 14, 10823 Berlin
[Ortsteil: Schöneberg | Bezirk: Tempelhof-Schöneberg]

Öffnungszeiten: Sa & So 13 – 16:30 Uhr, sowie nach Vereinbarung: ten.t1634625309mtu@o1634625309fni1634625309

Eintritt frei

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