Printing „Cofrades” Artist Book © Éric Chenal

Ausstellung + Rahmenprogramm

Eine Koproduktion von Tumuult Art and Research Lab, Berlin & Atelier Hélio´g, Paris:

»today, maya society«

„Cofrades“ mit Santiago Albert und „Todos Santos“ mit Hans Namuth

Vernissage: Donnerstag, 12. Mai 2016, 19h (Facebook Event)

Ausstellung: 13. Mai – 13. Dezember 2016
Kuratiert von Lena Gudd & Antonin Pons Braley

Rahmenprogramm im Sep/Okt 2016:
· Flower Song, storytelling Abend mit Margaux Richet: Sonntag, 11. September 2016, 19h
· Fiestas y Tradiciones, Installation mit Fotografien von Santiago Albert: 11. – 28. Okt 2016
· Präsentation des Künstlerbuches „Cofrades“ mit Maître d’Art Heliograveurin Fanny Boucher: Donnerstag, 13. Oktober 2016, 19h
+ Weitere Veranstaltungen: siehe Tumuult
Öffnungszeiten: Donnerstags 14-20h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Beschreibung

Die Ausstellung bietet an der Schnittstelle von Fotografie, Anthropologie und Kunsthandwerk einen Einblick in zeitgenössische Maya Gesellschaften in Guatemala. Ausgangspunkt bilden die Portraits von spirituellen Maya-Führern des spanischen Fotografen Santiago Albert, graviert und gedruckt mit der Technik der Heliogravur. Über die Laufzeit entsteht eine wissenschaftliche wie künstlerische Darstellung der Maya Cofradías in Guatemala. Durch Gesprächsrunden, Filmprojektionen, Mini- Installationen und Workshops wird das Projekt erweitert und ein tieferer Blick in die Kultur gewährt. Im Rahmen der Ausstellung wird ein Künstlerbuch entstehen.

Der Kontext

Cofradías sind religiöse Bruderschaften innerhalb des Maya Volks, die sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Reaktion auf die spanische Invasion bildeten. Der für Lateinamerika typische Synkretismus führte dazu, dass in den Cofradías die gezwungenermaßen angenommenen katholischen Bräuche mit indigenem Glauben verschmelzen. Als Priester, Führer und Schamanen werden die cofrades, wortwörtlich „Mitglieder der Bruderschaft“, wegen ihres Glaubens und ihrer moralischen Achtbarkeit gewählt. Während ihres Mandats wachen sie in totaler Hingabe über das kulturelle und religiöse Leben ihrer Gemeinde, geben Rat, schlichten und führen Festlichkeiten an. Die Maya Cofradías haben von den alten römischen Bruderschaften und den mittelalterlichen Zünften aus dem Westen sowie dem Orient vieles übernommen. So steht jede Cofradía unter dem Schutz eines Heiligen oder einer anderen Figur. Auch die rituellen Feiern und Prozessionen sowie die „frei gewählte“ Hierarchie, die sich nach Tätigkeiten und Aufgaben richtet, ist ein Erbe dieser alten Tradition.

Heliogravur und Künstlerbuch

Der spanische Fotograf Santiago Albert (*1965) lebt seit 1996 in Guatemala. Die cofrades haben ihm das seltene Privileg gewährt, ihre Gesichter und Geschichten in die Welt zu tragen. Graviert und gedruckt mit der seltenen Technik der Heliogravur, werden zu Beginn der Ausstellung Kupfermatrize der Fotografien und ihr Druck ausgestellt. Diese wurden von Antonin Pons Braley (*1988) von Tumuult und Fanny Boucher (*1976), Élève-Maître d’Art (Meisterschülerin) im Pariser Atelier Hélio’g angefertigt. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Heliogravur-Technik, von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt, wird traditionell für die Reproduktion von Fotografien verwendet. Ein Künstlerbuch mit 13 heliogravierten Portraits ist zeitgleich zur Ausstellung im Entstehungsprozess. Es wird in einer Schachtel präsentiert, ausgelegt mit Stoffen die speziell für diesen Zweck von den Maya aus dem Ort Chichicastenango gewebt wurden. Durch die Vorstellung des Künstlerbuchs im Oktober 2016 wird die Ausstellung in der Tumuult Galerie komplettiert.

Die Ausstellung im prozesshaften Dialog – das Programm

Im Dialog mit Santiago Alberts fotografischer Arbeit werden im Juni die Portraits des deutsch-amerikanischen Fotografen Hans Namuth (1915-1990) gezeigt. Seine Serie Los Todos Santeros ist eine sensible anthropologische Bestandsaufnahme der Bevölkerung von Todos Santos, die er von 1947 bis 1987 aufgenommen hat. Rituelle indigene Masken werden im Juli ausgestellt, bevor der Dokumentarfilm Corazón del Cielo, Corazón de la Tierra in der Anwesenheit der Regisseure Frauke Sandig und Eric Black im August gezeigt wird. Im September findet eine Lesung der Gedichte von dem K’iche’ Maya Dichter Humberto Ak’abal statt. Das Highlight ist der Besuch von cofrade Manuel Xiloj Tol, der im November über sein Volk, seine Wurzeln und seinen Weg sprechen wird. Das umfangreiche Programm, in Kooperation mit der Botschaft Guatemala, kann online unter www.tumuult.com eingesehen werden.

Tumuult

Das unabhängige art & research Lab Tumuult, gegründet 2014 von Antonin Pons Braley und Lena Gudd in Berlin, arbeitet an der Schnittstelle von Anthropologie, Fotografie und Kunsthandwerk. Neben Gudds und Pons Braleys Studien von Gegenwartsgesellschaften in nördlichen Regionen, erkundet Tumuult mit Ausstellungen und Gesprächsrunden die wechselseitige Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Lebensraum.

Atelier Hélio’g

Die Heliograveurin Fanny Boucher gründete 2000 das Atelier Hélio’g, welches als Mitglied der Grands Ateliers de France als Living Heritage Company ausgezeichnet ist. Wegen ihrer besonderen Verdienste für die Technik wurde sie gemeinsam mit Antonin Pons Braley als Maître d’Art ausgezeichnet.

In Kooperation mit der Botschaft Guatemala, Berlin
Mit der fachlichen Unterstützung von Samuel Franco, Douglas Quiñonez, Édouard Pons, Ixmucané Reyes, Matthias Stöckli, Manuel Xiloj Tol.

Event Details

Printing „Cofrades” artist book © Éric Chenal
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Heinrich-Roller-Straße 8, 10405 Berlin, Germany

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