Open Studios / Open House

»OPEN STUDIOS AR_29«

„Studio Sarah Straßmann“ & Gäste:
Claudia Michaela Kochsmeier, Claire Laude, Verónica Losantos, Sarah Straßmann

Die Künstler/Innen der AtelierEtage AR_29 öffnen zum 5. Mal ihre Ateliers. Am Samstag, den 17. November von 14 – 20 Uhr und am Sonntag den 18. November von 14 – 18 Uhr werden auf über 1.000 qm 12 Ateliers ein komplettes Ausstellungswochenende für ein kunstinteressiertes Publikum zugänglich sein. Hinzu kommen 33 eingeladene Gastkünstler/Innen, die sowohl in den Ateliers als auch auf der gesamten Etage ihre Arbeiten präsentieren. Kuratierte Spots setzen innerhalb des verzweigten Areals Schwerpunkte z.B. auf Fotografie, Neue Medien oder eine divers gehängte Wandinstallation mit rund 24 Positionen. Internationale zeitgenössische Kunst aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie/ Video, Skulptur/Objekt und Installation werden präsentiert.

Die AtelierEtage AR_29 gehört zum geförderten Atelierprogramm des Kulturwerks des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin (bbk berlin) und existiert seit 2013. Zehn Minuten von Berlins Mitte, zwischen dem Paracelsus-Bad und dem UNESCO Weltkulturerbe, der historischen Siedlung der Moderne „Weiße Stadt“ gelegen, befinden sich die Ateliers in der zweiten Etage eines Industriehofs im nördlichen Teil Berlins, in Reinickendorf.

Im Rahmen des Wochenendes präsentiert das Studio Sarah Straßmann gemeinsam mit den drei Gastkünstlern Claudia Michaela Kochsmeier, Claire Laude und Veronica Losantos, Arbeiten mit einem Schwerpunkt auf Fotografie und Video. Die gezeigten Projekte widmen sich Themen wie Raum, Raum und Erinnerung, Raum und Zeit, sowie appellieren an unser kollektives Gedächtnis.

PROGRAMM

Open Studios:
Samstag 17. Nov. von 14 – 20 Uhr und Sonntag 18. Nov. von 14 – 18 Uhr
Private View + Studio Dinner:
Samstag 17. Nov. ab 20 Uhr (nur auf Einladung)

Künstlerinnen

Claudia Michaela Kochsmeier (*1967), zeigt die Arbeit Distel-devedikeni. Das Digitalvideo in s/w mutet archaisch an, ist allerdings im iPhone-Hochformat gedreht.
In einer steinigen und windigen Landschaft des nördlichen Mesopotamiens demonstriert eine junge Frau in wehenden schwarzen Tüchern der Videokünstlerin, wie man eine Distel erntet. Mit einem Stock wird die Distelblüte abgeschlagen, mit einem Stein auf dem Felsuntergrund die Stacheln entfernt und das weiche Herz der Distel überreicht.
Die wie selbstverständlich ausgeführten Handlungen und die kommunikativen Gesten und Blicke sprechen eine kollektive Sprache, die auch den Betrachter mit einbezieht. In ihrer Einfachheit und Schönheit scheint diese Interaktion zu existieren, seit es die Menschheit auf der Erde gibt.

Claire Laude (*1975) beschäftigt sich in ihren fotografischen Arbeiten mit der Konstruktion und Repräsentation der Erinnerung an einen Ort. Ihre Fotografien thematisieren meist Räume und Plätze, die verwandelt sind, die Gefahr laufen zu verschwinden oder in Vergessenheit geraten – wie z.B. in den ausgestellten Arbeiten Ephemeral Intersects, X is to Y as Y is to Z oder L’Autre Cendre.
Allen Projekten gemeinsam ist ein Hinterfragen des Begriffs der Spur. Anhand gefundener Materialien ändert die Künstlerin einen Ort auf minimalistische Art und Weise, baut in situ provisorische Installationen, setzt diese in fotografische Bilder um und zerstört sie häufig am Ende. Claire Laude kreiert damit fotografisch installative Arbeiten die auf Ungewohntes und Verletzlichkeit hinweisen sowie auf die Prozesse der Zeit. Ihre Arbeiten changieren an der Schwelle zwischen Wirklichkeit, Fiktion und Poesie.

Verónica Losantos (*1984) fotografische Arbeit widmet sich dem im Norden Spaniens gelegenen Dorf Mansilla. 1960 wurde es unter der Franco Diktatur für den Bau eines Staudamms zwangsgeräumt. Die Bewohner des seit Generationen bestehenden Dorfes verloren ihre Heimat. Wie ein Mahnmal befindet sich der Stausee in ihrem Sichtfeld: Die neuen Häuser stehen direkt an seinem Ufer. Wenn das Wasser im Herbst sehr niedrig ist, tauchen die Ruinen des alten Dorfes wieder auf.
Diese mysteriöse Atmosphäre aus dem Heute und den Erinnerungen von damals, ist mit einem „latenten Bild“ umgesetzt. Es entsteht im Negativ des Films, sobald dieser belichtet wird: die Information auf dem Film ist unsichtbar. Auch das alte Dorf liegt unsichtbar unterhalb der Wasseroberfläche. Das Wasser kann spiegeln oder durchsichtig sein. Dabei ergibt sich eine interessante Dichotomie. Die Fotografien sind mit verschiedenen Texturen belegt. Ergänzt werden sie von Archivmaterial. Schemenhaft stellen sie das Verdrängen und Vergessen dar. Gleichzeitig kann der Verlust der Heimat aber nicht geleugnet werden, er sitzt zu tief im kollektiven Gedächtnis der Bewohner. (Text zu Mansilla: Michael Biedowicz)

In der 2018 begonnenen Arbeit The Kingdom untersucht Sarah Straßmann (*1980) Bedingungen und Verhältnis von Raum, Bildraum, Fläche und Struktur. Ausgangspunkt ihrer Experimente ist die antike Ausgrabungsstätte Perre, die zu einer Bergkette des ehemaligen Königreichs Kommagene im Südosten der Türkei gehört (ca. 200-50 v.Ch.). Ein Königreich, dessen Herrscher „Antiochos“ geschickt verschiedene Religionen bündeln und das Reich lange Zeit gegen feindliche Übernahmen wie z.B. durch die Römer absichern konnte. Ähnlich einem „Archäologen“ hat die Künstlerin vor Ort vielfältiges fotografisches Material gesammelt. Mittels Fotocollagen, Fotoinstallationen, Video, Ton, Archivmaterial und klassischen Fotografien fächert The Kingdom einerseits Strukturen und Bedingungen von zwei- u. dreidimensionalem Raum auf, und führt diese andererseits ad absurdum. Neben diesen bildnerischen Aspekten werden ebenso Gedanken zu Raum und Repräsentation, Architektur und Macht sowie Raum als Gemeingut aufgeworfen und hinterfragt. Weiterhin sind Arbeiten aus anderen laufenden Werkgruppen zu sehen, hierzu gehören Ausschnitte aus der Shifting Serie sowie aus dem Projekt Die Besucherin.

17. — 18. Nov 2018
Samstag & Sonntag
Facebook Event

Alt-Reinickendorf 28-29, Industriehof 2. OG, 13407 Berlin
[Reinickendorf | Reinickendorf]

Eintritt frei

Öffentliche Verkehrsmittel:
S25 Alt-Reinickendorf, U8 + Bus 120 Paracelsus-Bad (Ausgang: Roedernallee)
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