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Duo-Ausstellung & Performance

»Passions of the Flesh – die freiwillige Haut«

Andreas Fux & Lucas Foletto Celinski

Das Konzept der Ausstellung “Passions of the Flesh – die freiwillige Haut” befasst sich mit Körpermodifikation und anderer körperbezogener Praktiken des persönlichen Ausdrucks. Zur solche Praktiken zählen unter anderem Tätowierung, Skarifizierung, Branding, Piercing, Fussbinden, Korsettieren, Amputation, Suspension, BDSM.
Erforscht wird, wie Schmerz und Vergnügen keine gegensätzliche Position in einem Spektrum einnehmen und oft seine Pfade sich überlappen. Schmerz reduziert sich nicht auf ein Gefühl und kann als Vehikel dienen.

Haut ist Hülle und Statussymbol, sie verkörpert das ambivalente Bedürfnis nach Anpassung und Individualität, nach Schutz und Wahrnehmung. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Haut zieht sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit und findet immer wieder auch Niederschlag in der bildenden Kunst und Literatur.

In den Arbeiten von Andreas Fux sowie Lucas Foletto Celinski bleibt der Körper das Zentrum ihrer künstlerischen Praxis, und dient als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel.

Andreas Fux dokumentiert seit den frühen 90er die körperlichen Erfahrungen der Berliner Subkultur bis hin zur Ekstase des Subjekts. Wo heute die Schönheitschirurgie alles ihr Mögliche tut, um Menschen virtuellen Ideal‐Ikonen anzupassen, entfalten die Modelle von Andreas Fux ein widerspenstiges Körperbewusstsein, das sich mit Mainstream‐Ästhetik nicht zufrieden geben will. Sie sehnen sich nach dem Ekstatischen, haben den Wunsch, die Oberflächen zu durchbrechen und tiefer zu gehen. Sie wollen sich abheben, nicht anpassen. Sie wollen das eigene Blut sehen und spüren. Kalkuliert suchen sie die Grenzerfahrung und lassen den Grad zwischen Rausch und Narzissmus dabei sehr schmal erscheinen. (Andreas Fux – Die süsse Haut. Mythos einer Oberfläche / Boris von Brauchitsch)

Lucas Foletto Celinski nähert sich dem Thema auf eine fomalistische Weise. Seine modularen Werke fördern den Dialog über Körperrepräsentationen. Seine Arbeit untersucht die Wiederholung und strikte Stilisierung der Form und hinterfragt kulturelle Vorurteile bezüglich Besitz und Regulierung des eigenen Körpers. Der Künstler verwendet in seinem plastischen und fotografischen Arbeiten Elemente und Methoden vom Fesseln und des Tätowierens.

Die Ausstellung dient einer queere Betrachtung des Körpers, als Ort der Veränderung und Experimenten nach eigener Bestimmung zur Befriedigung des Selbst.

With a performance by Luna Duran:
Luna Duran is a body artist whose medium is her own flesh. She was born in the Bolivian Andes where prehispanic ritual practices survive despite centuries of colonization and a palpable tension with modernity. At a young age she migrated to the United States with her parents and became integrated into American culture studying art, photography, and philosophy until she discovered the world of body play which gave a name to a practice of breaking skin. A practice which she had developed privately until that point. Through teachers such as Fakir Musafar she would discover a path which led her back to her roots where these practices of piercing, bloodletting, tattooing and scarification were imbued with meaning and devotion. She began to document her journey of reconnection and reclaiming on her own body with intentional scars earned through physical ordeals after healing from a car accident. These physical ordeals became the source of a unique physical language which she expresses through performance, journeying through purposeful pain as an altered state of consciousness invoking vision.

For the exhibition “Passions of the Flesh”, artist Luna Duran will perform her piece “A Meditation on Extinction”, in which she explores the reciprocal relationship between body and earth in what is currently recognized as an environmental crises. In antiquity; earth, time, and space were deified in anthropomorphic images as a means to suggest a parallel between human beings and their environment. The artist questions if we can ask of the earth what we are not willing to return. She embodies a dialogue of the sacrifice we continually ask of creation. In collaboration with artist Lucas Foletto Celinski, this embodied meditation will be imprinted on Himalayan hand-made paper laid on the floor upon which Luna will move, dance, and bleed; creating an artifact for posterity.

Sprechsaal Berlin
Sprechsaal Berlin

12. Okt 2019 — 8. Jan 2020
Vernissage: Freitag, 11. Okt, 19h
Finissage: Mittwoch, 8. Jan 2020, 19h

Marienstraße 26, 10117 Berlin
[Ortsteil: Mitte | Bezirk: Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 14 – 22 Uhr

Eintritt frei

Vorherige Ausstellung im Sprechsaal

Johanna-Maria Fritz »Like a Bird«

17. Aug — 27. Sep 2019

Darauffolgende Ausstellung im Sprechsaal

»gestern heute morgen – Die globalen Krisen der Zukunft«

2020 (neue Dauerausstellung)
Vernissage I: Fr, 17. Jan 2020, 19 Uhr
Vernissage II: So, 8. März 2020, 19 Uhr

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