Einzelausstellung + Buchpremiere

»Exit«

Isabelle Graeff

Die Bilder der Künstlerin und Fotografin Isabelle Graeff widmen sich den existenziellen Fragen des Daseins, sie suchen nach Selbstbestimmung und Identität. Ihre neue Serie Exit rückt ein ganzes Land in den Fokus und beschreibt zugleich Abschluss und Neuanfang, Ausstieg und Ankunft.

Berlin, 2. März 2018 – Zwanzig Jahre ist es her, dass die Künstlerin Isabelle Graeff begann, ihre Mutter mit der Kamera zu begleiten. Die damals aufgenommene Serie My Mother and I untersuchte das Beziehungsgefüge zwischen Mutter und Tochter. Es entstand eine sensible fotografische Beobachtung, die 2010 ausgestellt wurde; der Durchbruch der 1977 in Heidelberg geborenen Künstlerin. Auch heute sind es die Fragen nach menschlicher Zugehörigkeit, nach Herkunft und Selbstbestimmung, die die Bilder Isabelle Graeffs prägen. Im Zentrum steht jetzt nicht mehr die Mutter, sondern ein gesamtes Land. Isabelle Graeff zog nach England, hier hatte sie studiert, hier kannte sie sich aus. Doch als Sie 2015 anfing zu photographieren was sie vorfand, war ein veränderter Ort: ein Land in der Krise, kurz vor dem Brexit und in sich gespalten, mit dem Erbe einer epochalen Vergangenheit, aber einem unsicheren Blick in die Zukunft.

Bei vielen Bildern wirkt es, als gleite die Kamera lautlos durch eine Welt des Verfalls, in welcher der Ton schon ausgefallen ist. Man kann Exit als Momentaufnahme eines Landes in der Krise lesen, das sich entschieden hat, aus der Europäischen Union auszutreten, weil es diese Trennung für den richtigen Weg zurück zur vergangenen Größe und Autonomie des Empire hält«,

…beschreibt Feuilletonist Niklas Maak die Tonalität der Bildserie.

In ihren Bildern fängt Isabelle Graeff als stille Beobachterin jenes Gefühl ein, das zwischen Umbruch und Veränderung, aber auch mystischer Schönheit und Naturromantik zu oszillieren scheint. Graeffs Fotografien sind vor dem Referendum entstanden, also zu einer Zeit, als der Brexit in Großbritannien noch nicht die Nation gespalten hat. Doch Exit ist mehr als eine Bestandsaufnahme: Graeffs eigene Konfrontation mit dem Verlassen, dem Rückzug aus dem alten gewohnten Leben, mit ihrem Versuch eines Abschieds und Neubeginns.

Das 2018 bei Hatje Cantz erschienene Buch Exit sowie eine Edition von gerahmten Polaroid-Unikaten sind in der Ausstellung erhältlich.

18. Mai — 9. Juni 2018
Vernissage & Buchpräsentation: Donnerstag, 17. Mai, 18-21h

Streustraße 90, 13086 Berlin
[Weißensee | Pankow]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 13-18h, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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