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Einzelausstellung & Buchpräsentation

»The Sea Remembers«

Rosemarie Zens

Jahrzehnte nach dem Kriegsende reist Rosemarie Zens das erste Mal in ihren Geburtsort im heutigen Polen, den sie, wie viele andere Flüchtlinge, 1945 als Kleinstkind mit ihrer Mutter verlassen musste. Sie begibt sich auf eine Spurensuche an den Ursprung ihres Lebens, eine Suche nach der Bedeutung von Herkunft und Gedächtnis, den ersten prägenden Erinnerungen. Mit der Kamera hält sie fest, was ihre Aufmerksamkeit erregt: die Weite der Wiesen, die Wege ins Unbekannte, nächtliche Schattenumrisse. Entrückte, geheimnisvolle Landschaftsaufnahmen vermischen sich mit Bildern aus dem Familienarchiv und verschränken bruchstückhafte Erinnerungen mit Bilderfindungen.

Rosemarie Zens arbeitete als Lehrerin, Psychotherapeutin und Schriftstellerin, bevor sie anfng, freie Projekte zu fotograferen. Dieser Hintergrund ist in all ihren Werken zu erkennen. In ihrer Arbeit “The Sea Remembers” geht die Künstlerin der Beziehung zu den blinden Flecken der frühen Kindheit nach, die nur schwer an konkreten Orten festzumachen sind. So werden die Häuser im Nebel, die vereisten Wiesen oder die hohlen Waldwege zu inneren Landschaften, die sich mit den Fotografen aus dem Familienarchiv zu nichtlinearen Erzählsträngen rhythmisch verweben. Dabei bleibt vor allem eines: ofene Bildwerke, die dem Betrachter erlauben, entfernte Seelenzustände nachzuempfnden und mit eigenen Erfahrungen zu verbinden.

„Es heißt, es gäbe ein Zellgedächtnis, das Zellwasser sei aufgeladen mit vielsagenden Kräften. Ausgemessen und kartographiert sollen darin weit zurückliegende Gedächtnisspuren aufgehoben sein, die sich erneut den Weg zu körperlich Erlebtem suchen. Unser Ursprungsort jedoch entzieht sich uns, wenn wir ihn auf einen Punkt bringen wollen. Dann verwandelt er sich wie das Meer, das nichts erfndet, aber verschiedene Formen annimmt. So wie unser Bewusstsein und Gedächtnis danach streben, sich ständig zu vergewissern durch Erinnerungen sich neu zu orientieren, um vorläufg eine Ordnung der Dinge und Bilder zu schafen“, schreibt Rosemarie Zens in ihrem Essay in dem die Ausstellung begleitenden Buch.

Nach Stationen in Boston und Osnabrück freuen wir uns sehr, diese Ausstellung zum ersten Mal in Berlin im Projektraum | PhotoWerkBerlin zeigen zu können.

Rahmenprogramm

Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, den 24. April 2018 um 19 Uhr
Begrüßung:
Elke von der Lieth | Kommunale Galerie Berlin
Norbert Wiesneth | PhotoWerkBerlin
Einführung:
Prof. Klaus Honnef | Kunstkritiker

Sonntag, 6. Mai 2018 | 14 Uhr:
Werksgespräch mit Rosemarie Zens und dem Kurator Norbert Wiesneth

Sonntag, 3. Juni 2018 | 14 Uhr:
Rosemarie Zens im Dialog mit dem Fotografen Artur Urbanski (Łodz) über kollektive Gedächtnisse

Präsentiert von Projektraum | PhotoWerkBerlin und der Kommunalen Galerie Berlin.
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25. April — 10. Juni 2018
Vernissage: Dienstag, 24. April, 19h
+ Rahmenprogramm: siehe oben

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Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
[Wilmersdorf | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffungszeiten: Di-Fr 10-17h, Mi 10-19h, So 11-17h

Eintritt frei

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