Gruppenausstellung

»THE WALL«

Teil I: Edmund Clark, Francesco Jodice, Ohad Matalon, Kai Wiedenhöfer
Teil II: Christoph Bangert, Wilfried Bauer, Sibylle Bergemann, Giovanni Chiaramonte, Raymond Depardon, Mario Dondero, Arno Fischer, Thomas Hoepker, Karl-Ludwig Lange, Ute Mahler, Rudi Meisel, Sebastião Salgado, Gundula Schulze Eldowy, Larry Towell, Jörn Vanhöfen, Ulrich Wüst, Harf Zimmermann

Kuratiert von Dr. Christiane Stahl, Leiterin Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin

Zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, Nord- und Südkorea, Israel und den palästinensischen Gebieten, der spanischen Enklave Melilla und Marokko, Nord- und Süd- Zypern, entlang der sogenannten Balkanroute – mehr denn je befestigen heute Stacheldrahtzäune, solide Absperrungen und von hochaufgerüsteter Überwachungstechnologie gesicherte, kilometerlange Betonmauern die Grenze zwischen Ländern, die ihre nationalpolitischen, religiösen, ethnischen oder merkantilen Differenzen nicht anders zu lösen wissen. Dabei mauert sich vor allem Europa zunehmend ein. Wenn bis 1990 an der Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei Ostblock-Bewohner unter Lebensgefahr nach Istanbul „rüber machten“, so sichert heute Bulgarien die EUAußengrenze zur Türkei mit Mauern und Stacheldraht ab, um aus dem Osten kommende „illegale Migranten“ fernzuhalten – und um letztendlich die Balkan-Route definitiv zu schließen.

Nicht selten wurde die Absperrung mit dem euphemistischen Schutzmäntelchen der „Protektion“ bedeckt. Mit dem „antifaschistischen Schutzwall“ schottete die Regierung der DDR ihre Bürger nicht gegen eine Bedrohung aus dem Westen ab, sondern sperrte das eigene Volk ein. Fast drei Jahrzehnte ist es nun her, dass die Mauer fiel, in jener Nacht vom 9. auf den 10. November 1989. Die Spuren der Vergangenheit sind weitgehend verschwunden, aber was bleibt ist die Fotografie, die den unvergleichlichen Freudentaumel bezeugt, mit dem sich die wiedervereinigten Menschen in den Armen lagen sowie die enormen Veränderungen, die mit der Wende einher gingen.

Seit ihrer Gründung vor 7 Jahren legt die Galerie Podbielski Contemporary ihren Schwerpunkt auf Fotografen und Künstler, die ihre geopolitischen Sichtweisen auf den Balkan, den Nahen Osten, Italien und Deutschland durch transkulturelle Perspektiven vermitteln. Daran hat Pierre André Podbielskis eigene Biografie keinen unbeträchtlichen Anteil. Als Abkömmling nach Australien vertriebener preussischer und polnischer Juden, ist er in der Schweiz geboren, mit australischem Pass, hat in Frankreich studiert, lebt in Italien – kurz gesagt: er ist ein Weltbürger. Auch mit seinem Galerieprogramm kämpft er für ein tolerantes, liberales und grenzüberschreitendes Denken der Völker und Länder.

Die Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert. Im vorderen Bereich der Galerieräume werden zeitgenössische Positionen vorgestellt, mit „Gastauftritten“ von: Kai Wiedenhöfer, dessen langjährige und vielfach ausgezeichnete Arbeit zum Thema CONFRONTIER im Zentrum stehen wird; Edmund Clark mit seiner Serie The Mountains of Majeed über die hinter Betonmauern eingeschlossenen US-Soldaten der „Operation Enduring Freedom“ in Afghanistan. Ergänzt werden diese Positionen um Werke von Ohad Matalon, einem Künstler der Galerie, aus seiner Serie Across a Dark Land zur Grenzpolitik Israels, sowie um eine Arbeit von Francesco Jodice aus der Serie I have seen this Place before.

Der zweite Teil der Ausstellung breitet sich im hinteren Bereich der Galerie aus mit sehr vielfältigen historischen Blicken, wobei die Entstehung und Beseitigung der Berliner Mauer einen Schwerpunkt bildet. Mit Arbeiten von: Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Ulrich Wüst, Ute Mahler, Harf Zimmermann, Rudi Meisel, Gundula Schulze Eldowy, Karl-Ludwig Lange, Wilfried Bauer, Jörn Vanhöfen, Christoph Bangert, Giovanni Chiaramonte, Mario Dondero, Sebastião Salgado, Raymond Depardon, Larry Towell und Thomas Hoepker.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Flowers Gallery London, Galleria Contrasto Milano, Johanna Breede Photokunst Berlin, Kicken Berlin, Camera Work Berlin, Galerie Loock Berlin, Galerie Kuckei+Kuckei Berlin und mit Magnum Paris.

Mit freundlicher Unterstützung von p: photography unlimited berlin

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8. Sep — 11. Nov 2017
Vernissage: Donnerstag, 14. Sep, 19h
Artist Talk (de): Mittwoch, 18. Okt, 19h
Dr. Matthias Harder (Kurator Helmut Newton Stiftung) im Gespräch mit Ute Mahler & Rudi Meisel.

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Koppenplatz 5, 10115 Berlin
[Mitte | Mitte]

Öffnungszeiten: Di-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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