#pibinterview

7 FRAGEN AN…
Ingar Krauss

PiB Interview Nº17 | April 2022

Viel Vergnügen mit dem PiB Interview Nº17 in der Reihe »7 Fragen an…«, diesmal mit dem Künstler Ingar Krauss!

Das Interview wurde geführt von Kateřina Sýsová, und entstand begleitend zu Ingars Einzelausstellung »Der harte Kern der Schönheit«, die von 1. März — 14. Mai 2022 in der Galerie Springer Berlin zu sehen ist. Im Rahmen der Ausstellung findet am Sonntag, den 8. Mai 2022 um 17 Uhr ein Künstlergespräch mit Ingar Krauss statt.

PiB: Lieber Ingar, was macht für Dich ein “gutes” Bild aus?

Ingar: Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Ob ich eines meiner eigenen Bilder für gelungen, also für „gut“ halte, entscheide ich ziemlich intuitiv. Eine Rolle spielt sicherlich, wie nah das Foto meiner ursprünglichen Bildidee kommt, da erlebe ich beim Sichten der Kontaktbögen regelmäßig Überraschungen. Eine innere Notwendigkeit, Bildtiefe und Dichte sind wichtig, es muß sich im Bild ein Raum öffnen, der sich ausdehnt, je länger ich es betrachte.

Könntest Du bitte eines Deiner Fotos auswählen, und die Geschichte dazu erzählen?

Der Feldhase ist mir 2014 im Phyletischen Museum in Jena begegnet. Ich war damals Stipendiat der Villa Rosenthal und hatte für meine Arbeit Zugang zu den Magazinen des Museums mit sämtlichen Tierpräparaten. Den Hasen habe ich sofort als außergewöhnlich empfunden, er war sehr groß und wirkte unglaublich lebendig, in seinem Blick und seinem ganzen Körper war eine besondere, beseelte Spannung. In Ausstellungen werde ich deshalb nicht selten gefragt, wie es mir gelungen sei, einen lebenden Hasen zum Stillhalten vor der Kamera zu bringen…

Du arbeitest ausschließlich mit analogem Equipment und bearbeitest die Bilder dann von Hand. Gibt es für Dich einen Zeitraum in der Geschichte, in dem Du gern leben und Fotografie machen würdest?

Ich hätte gern eher mit dem Fotografieren angefangen, also noch in den letzten DDR-Jahren, die habe ich malend verbracht. Die Porträts, die mir damals entgangen sind, habe ich einige Jahre später versucht, in den ehemaligen Sowjetstaaten wiederzufinden. Und das unvergleichlich gute Orwo-Barytpapier, das vermisse ich sehr!

Wenn Du Dich nicht mit Fotografie beschäftigen würdest oder könntest, womit dann?

Vermutlich wäre ich hauptberuflicher Gärtner oder Imker. Das sind jedenfalls Tätigkeiten, die neben der Fotografie schon lange ein wichtiger Bestandteil meines Lebens sind. Rund um die Uhr Künstler zu sein ist mir zu anstrengend.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat jeder angefangen zu fotografieren und trägt ständig ein Smartphone mit einer Kamera in der Tasche. Hat sich für Dich das Verständnis von Fotografie während Deines Lebens verändert?

Nein, nicht sehr. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Dinge in meinem näheren Umfeld kaum vorkommen (ich kenne eine Menge Leute ohne Smartphone), und ich mich damit auch nicht gezielt beschäftige. Für mich hat Fotografie nach wie vor einen alchemistischen Kern und ich möchte damit in Verbindung bleiben durch die Art, wie ich sie betreibe.

Hat die digitale Fotografie für Dich eine Bedeutung? Fotografierst Du manchmal privat auch digital?

Digitale Fotografie kann sehr praktisch sein, um schnell etwas zu dokumentieren oder etwas abzubilden, das man über das Internet verkaufen möchte. Für solche Zwecke habe ich mir irgendwann mal eine gebrauchte digitale Spiegelreflexkamera angeschafft. Wir sind uns aber immer fremd geblieben, diese Kamera und ich.

Du findest Deine Motive in der ländlichen Umgebung Deines Ateliers und baust für sie bühnenartige Kisten unterschiedlicher Größe. Die Kuratoren beschreiben viele Deiner Fotografien auch als Porträts von Früchten oder Pflanzen. Wie wählst Du die Objekte, die Du fotografierst, aus? Was spricht Dich an?

Interessante Formen und Strukturen, ein eigener Charakter, Abweichungen von der Norm ebenso wie Schönheit und Einfachheit spielen eine Rolle. Oft geschieht dieses Auswählen intuitiv und hängt nicht zuletzt auch von meiner jeweiligen Stimmung ab. Manchmal habe ich vorher schon eine konkrete Bildidee im Kopf und suche dann gezielt nach Material für deren Umsetzung.

PiB: Herzlichen Dank für dieses Interview, Ingar!

Alle Beiträge auf PiB zu Ingar Krauss gibt’s hier.

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