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Book Launch

»Lehe im Wandel«

Miriam Klingl

Präsentiert von pavlov’s dog

Dem Stadtteil Lehe in Bremerhaven eilt sein Ruf voraus: Armut, Kriminalität, heruntergekommene Häuser, hohe Arbeitslosigkeit und Verfall. Einige Medien haben dieses Bild stilisiert und Lehe zum Abziehbild für Armut und Hoffnungslosigkeit gemacht – nur langsam beginnt sich dieses Bild über den berüchtigten Stadtteil zu verändern.

Der Stadtteil Lehe ist viel, aber kein Ort für Hoffnungslosigkeit, denn er befindet sich im Wandel.

Bremerhaven war schon immer eine Stadt im Wandel – nach 1945 wurde es Amerikanische Besatzungszone und zu einem der wichtigsten Knotenpunkte der Bundesrepublik Deutschland. Das Leben in Lehe hat damals getobt, und die alten Zeiten scheinen in den verrauchten Kneipen stehen geblieben zu sein.

Der Stadtteil ist stark von seinen BewohnerInnen geprägt, denn sowohl im Guten wie im Schlechten ist Lehe ihre Heimat. Träume, Hoffnungen, Erinnerungen – all das spiegelt sich in den Straßen wider. Manchmal verschlossen – die Fenster mit Tüchern verhangen, die Türen verriegelt, Hinterhöfe versperrt, leere Straßen an grau verregneten Tagen. Manchmal laut – kitschig dekorierte Fenster, Baustellenlärm, der durch die Straßen wabert, die Wärme der urigen Kneipen, liebevolle Botschaften an Wände geschrieben, bellende Hunde.

Das Alltägliche, das absurd, melancholisch, unmerkbar, humorvoll, sarkastisch, paradox, theatralisch, exzentrisch sein kann.

Mit der Werftenkrise in den 1970er Jahren begann der wirtschaftliche und soziale Abstieg der Region, der noch heute zu spüren ist. Als 1994 die US-Armee nach 48 Jahren Bremerhaven endgültig verließ, gingen nicht nur Jobs und Kaufkraft verloren, es endete eine ganze Ära. Lehe entwickelte sich nach und nach zu einem sozialen Brennpunkt. Das ist die eine Seite von Lehe.

Auf der anderen Seite ist Lehe der einwohnerstärkste Stadtteil Bremerhavens und der diverseste. Dieses Potenzial wurde von den BewohnerInnen und auch Auswärtigen erkannt: Prachtvolle bauten, die über die Jahre zu Schrottimmobilien verkommen waren, werden renoviert und saniert, die Infrastruktur wird ausgebaut. Private Investoren kamen nach Lehe, Initiativen wurden gegründet, Räume für Kunst und Kultur wurden geschaffen, mehr und mehr Studierende zogen nach Lehe. Viele Bewohner sehen dem Wandel positiv und euphorisch entgegen, andere fühlen sich übersehen und übergangen.

Der Wandel folgt keinem geradlinigen Plan, sondern lebt – wie der Stadtteil selbst.

Diesem Wandel, erzählt durch den Stadtteil und dessen BewohnerInnen selbst, spürte die Fotografin Miriam Klingl zwei Jahre lang nach. Initiiert und finanziert wurde ihre Fotoarbeit „Lehe im Wandel“ durch die Kulturkirche Bremerhaven, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Ort der Begegnung für religiöse, aber auch gesellschaftliche Themen zu schaffen.

Am 2. Oktober 2021 erscheint das Fotobuch zum Projekt, in dem die Portraitierten selbst zu Wort kommen. Das Hardcover-Buch enthält 78 Fotografien und 18 Texte von Bewohnerinnen und Bewohnern und wird über die Website lehe-im-wandel.de erhältlich sein. Die Ausstellung folgt im Frühjahr/Sommer 2022.

Miriam Klingl, wurde 1994 in Regensburg (Bayern) geboren. Von 2013 bis 2016 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Fotografin am Lette Verein Berlin. In ihren Fotoreportagen beschäftigt sich Miriam vor allem mit sozialen Themen. Seit dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitet sie als freie Fotografin in Berlin; 2018 hat sie ein einjähriges Studium zur Bildredakteurin an der Ostkreuzschule für Fotografie abgeschlossen. Von 2019 bis 2021 arbeitete sie am Ausstellungs- und Buchprojekt „Lehe im Wandel“ für die Kulturkirche Bremerhaven.

Miriam Klingl
»Lehe im Wandel«

Hardcover, 164 Seiten
78 Fotografien
18 Texte von Bewohnerinnen
und Bewohnern
Entstanden zwischen Oktober 2018
und März 2021
ISBN: 978-3-00-069346-5

1. Okt 2021
Buchveröffentlichung: Freitag, 1. Okt, 19 Uhr

Mittenwalder Straße 15 · 10961 Berlin
[Ortsteil: Kreuzberg | Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg]

Öffnungszeiten: siehe oben

Eintritt frei

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