Gruppenausstellung

»Bauhaus und die Fotografie.
Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst«

Kuratiert von Kris Scholz, Kai-Uwe Hemken und Christoph Schaden
Filmprogramm: Thomas Tode. Bildauswahl der Kunstbibliothek: Christine Kühn

Im Bauhaus-Jahr 2019 öffnet die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin mit zwei Sonderausstellungen den Blick auf zwei maßgebliche Experimentierfelder der Moderne: die Fotografie und die Typografie. „Bauhaus und die Fotografie. Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ im Museum für Fotografie setzt vom 11. April bis 25. August 2019 fotografische Werke des Neuen Sehens in Dialog zu Positionen der zeitgenössischen Kunst. Die Schau ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 jahre bauhaus“.

Das Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Wie tragen dessen Neuerungen auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen und ästhetischer Konzepte bei? Welche Rolle spielt die Foto-Avantgarde um 1930 für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler? Die Ausstellung konfrontiert Arbeiten von u.a. László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Man Ray, Jan Tschichold, Hedda Walther, Florence Henri, Hans Robertson und Erich Consemüller mit Werkgruppen von Thomas Ruff, Dominique Teufen, Daniel T. Braun, Wolfgang Tillmans, Doug Fogelson, Max de Esteban, Viviane Sassen, Stephanie Se-ufert, Kris Scholz, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Antje Hanebeck und Douglas Gordon.

Historischer Bezugspunkt der Ausstellung ist die Werkbundausstellung „Film und Foto“, die 1929/30 unter anderem in Stuttgart, Berlin und Zürich zu sehen war. Die Berliner Station wurde damals von der Kunstbibliothek ausgerichtet. Der ungarische Künstler László Moholy-Nagy (1895-1946), der sich bereits mit seinen experimentellen Fotoarbeiten einen Namen gemacht hatte, kuratierte jeweils einen Raum zur Geschichte und zur Zukunft der Fotografie. Dem Bauhaus-Künstler lag daran, programmatisch das Neue Sehen in der Fotografie zu untersuchen. Die historische Werkschau, die als eine Art Manifest zu verstehen ist und sich in die damalige Debatte um den Stellenwert der Fotografie in der Kunst einmischte, wird mit über 300 Exponaten virtuell rekonstruiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Berliner Station als szenografische Reproduktion präsentiert. Ergänzt werden die Rekonstruktionen durch zahlreiche Vintage Prints aus den Beständen der Kunstbibliothek und eine Präsentation von Filmen der 1920er-Jahre. In Kombination mit fotografischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern eröffnet die Ausstellung einen Dialog zwischen dem historischen Ereignis und der Gegenwart.

Einen Blick nach vorne werfen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg, die ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe präsentieren, die auch elektronische und digitale Medien mit einbeziehen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Kris Scholz, Kai-Uwe Hemken und Christoph Schaden. Für das Filmprogramm zeichnet Thomas Tode, für die Bildauswahl der Kunstbibliothek Christine Kühn verantwortlich.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. März 2019 im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen und wird nach Berlin vom 29. September 2019 – 5. Januar 2020 in der Kunsthalle Darmstadt präsentiert. Ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld, ist bereits erschienen.

Zum Thema Typografie präsentiert die Kunstbibliothek in ihren Ausstellungsräumen am Kulturforum vom 29. August bis 15. September 2019 die Ausstellung „László Moholy-Nagy und die Neue Typografie. Rekonstruktion einer Ausstellung Berlin 1929“. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der 1929 gezeigten, visionären Ausstellung „Wohin geht die typographische Entwicklung?“ des Künstlers László Moholy-Nagy. 1929 von der Kunstbibliothek präsentiert, ließ der ehemalige Bauhausmeister 78 Schautafeln mit Texten und Bildern zur Zukunft der Typografie drucken, die er anschließend der Kunstbibliothek als Geschenk übergab. Damit wird eine der innovativsten Phasen im Schaffen Moholy-Nagys zwischen seiner Zeit am Bauhaus Dessau und dem New Bauhaus Chicago erstmals eingehend beleuchtet.

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf und der Kunsthalle Darmstadt, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Bauhaus heute, vom NRW-Forum Düsseldorf, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und von der Hochschule Darmstadt.

Begleitprogramm

Akademie | Vortragsreihe V 17:
Das Bauhaus und der künstlerische Aufbruch in die Moderne
Vier Termine: Do / 11 – 12.30 Uhr / 16.5., 23.5., 6.6., 13.6.2019
Teilnahmegebühr: 20 €
Details

»Neues Sehen – 100 Jahre Bauhaus«
Führungen: Sonntags, 16-17 Uhr,
am 12. & 26. Mai, 9. & 23. Juni, 14. & 28. Juli, 11. & 25. August 2019
Details

Weitere Informationen zur Ausstellung & Rahmenveranstaltungen: www.smb.museum/mf

Museum Für Fotografie – Kunstbibliothek – Staatliche Museen Zu Berlin (SMB)
Museum Für Fotografie – Kunstbibliothek – Staatliche Museen Zu Berlin (SMB)

11. Apr — 25. Aug 2019
Vernissage: Mittwoch, 10. April, 19h
Begleitprogramm: bitte siehe oben

Jebensstraße 2, 10623 Berlin
[Charlottenburg | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr-So 11-19h, Do 11-20h, Mo geschlossen

Eintritt: 10 € / ermäßigt 5 €

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