2 Bildervorträge & Buchpremiere & 2 Ausstellungen

»Schäfer Vogel«

Solveig Faust

Es gibt heute immer noch Schäfer. Moderne Schäfer müssen sich anstrengen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, da die Preise für Wolle und Fleisch gefallen sind. Große Herden, globale Konkurrenz, Entwertung des Handwerksdas sind die heutigen Bedingungen. Ich begleite einen Schäfer im Oderbruch. Herr Vogel züchtet Schafe und betreibt Landschaftspflege. Der Kontrast harter körperliche Arbeit, die Liebe zum Tier und die Verbundenheit zur Natur- das alles prägt ein Schäferjahr. Nur eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt, scheint hier die Zeit stillzustehen.

Seit Herbst 2016 begleitet die Fotografin Solveig Faust den Schäfer Wilfried Vogel im Oderbruch bei seiner Arbeit. In ihrem Bildervortrag im Museum Europäischer Kulturen Berlin-Dahlem am Mittwoch, den 21. März 2018, 18h gibt sie anhand ihrer Fotografien Einblick in das Projekt und das Schäferleben heute. Vorab um 17:30 Uhr wird es eine kurze Führung durch die Ausstellung „100 Prozent Wolle“ geben.

Die Arbeit wird zudem ausgestellt im Kunstspeicher Friedersdorf von 17. März – 24. Juni 2018. Vernissage am Samstag, 17. März, 11 Uhr, mit einem Vortrag von Solveig & Schäfer Vogel um 12 Uhr.

Zur Serie erscheint im März 2018 ein Buch in der Edition Edisohn. ISBN: 978-3-930745-06-7, 96 Seiten.

Solveig Faust über ihr Projekt „Schäfer Vogel“

Handwerk und Landwirtschaft haben sich in den letzten hundert Jahren enorm verändert, bilden aber weiterhin die Grundlage für unser tägliches Leben. Moderne Technik, Globalisierung und Preisverfall – das sind die Herausforderungen. Schafhirt ist einer der ältesten Berufe und hat in der christlichen Symbolik eine besondere Bedeutung.

Wilfried Vogel ist seit fast 50 Jahren Schäfer. Ich begleite ihn ein Jahr lang fotografisch.

Schäfer sein heute – das heißt 365 Tage Arbeit, für 2,50 € für ein Kilo Fleisch und 1,30 € für Wolle. Wo früher 500 Schafe zum Leben reichten, wachsen die Herden auf bis zu 1000 Tieren an. Einst als Schäfermeister in Mallnow angestellt, hat sich Wilfried Vogel nach der Wende selbstständig gemacht und seinen Betrieb in Dolgelin aufgebaut. Die Familie wohnt direkt auf dem Hof neben den Schafställen. Sein Betrieb hat drei Angestellte. Er beweidet mit seinen Schafen ein besonderes Landstück im Auftrag des NABU – 170 Hektar Naturschutzgebiet an den Oderhängen. Eine für beide Seiten nützliche Zusammenarbeit, denn die Schäferei bekommt die Kulturlandschaftspflege vom NABU bezahlt. Die Schafe halten die Flächen frei und fördern die Verbreitung der nur hier wachsenden Adonisröschen.

Schäfer sein heute – das heißt nicht nur mit den Tieren über das Land ziehen. Es heißt auch einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb mit verschiedenen Einkünften führen, sich im Verband zu engagieren und Marketing für das Produkt und den Beruf zu machen.

Meine Fotoarbeit zeigt einen anstrengenden, naturverbundenen und selbstbestimmten Beruf. Sie soll Neugierde für einen Beruf wecken, der Tierzucht, Landschaftspflege und Futtergewinnung beinhaltet. Denn geeigneten Nachwuchs zu finden, ist eine große Herausforderung.

Bildervortrag: Mittwoch, 21. März 2018, 18-20h
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei; keine Anmeldung erforderlich.
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Staatliche Museen zu Berlin (SMB), Arnimallee 25, 14195 Berlin
[Dahlem | Stegitz-Zehlendorf]

Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17h, Sa & So 11-18h

Eintritt (Museum): 8 € / ermäßigt 4 €

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