Omer Fast: August, 2016. Single Screen, 3D Projection, Courtesy Galerie Arratia Beer / Gb Agency / Dvir Gallery / James Cohan Gallery / Filmgalerie 451 © Omer Fast

Ausstellung

»Reden ist nicht immer die Lösung«

Omer Fast

Ausstellung: 18. November 2016 – 12. März 2017
Kuratiert von Gereon Sievernich
Filmvorführungen im Martin-Gropius-Bau, Kinosaal (Eintritt frei):
“Remainder”
Ein Film von Omer Fast. Nach einem Roman von Tom McCarthy. GB / D 2015, 104 Min.
Do 05.01.2017, 18:30h + Do 02.03.2017, 18:30 (Weitere Details)
“Continuity”
Ein Film von Omer Fast. D 2016, 85 Min.
Do 12.01.2017, 18:30h + Do 09.03.2017, 18:30h (Weitere Details)

 

Öffnungszeiten: Mi-Mo 10-19h, Dienstag geschlossen
An den Feiertagen geöffnet, am 24. und 31.12.2016 geschlossen
Die Kasse schließt um 18:30h.
Eintritt: 11 € / ermäßigt 7 € (Online Ticket)

Beschreibung

Ich bin daran interessiert, eine eigene kleine Welt zu erschaffen und sich in dieser Welt zu verlieren.”
Omer Fast

Omer Fast (* 1972) gehört zu den markantesten Film- und Videokünstlern seiner Generation. Er kreiert in seinen Filmen eine Narration, die die Grenzen zwischen eigener und medialer Erzählung sowie aktueller und historischer Ereignisse in Frage stellt. Sein Werk verweist auf das Spannungsverhältnis zwischen Dokumentation und Fiktion. Der Martin-Gropius-Bau zeigt sieben seiner Projekte in einer ersten großen Soloausstellung in Berlin.

Zu sehen sind: CNN Concatenated von 2002, Looking Pretty for God (nach G.W.) von 2008, 5000 Feet is the Best von 2011, Continuity von 2012, Everything That Rises Must Converge von 2013, und Spring von 2016 sowie eine neue Arbeit mit dem Titel August von 2016. Dieses filmische Werk wurde in 3D aufgenommen und stellt das Leben und Werk des bekannten Kölner Fotografen August Sander (1876-1964) ins Zentrum. In surrealen Traumsequenzen wird der Künstler am Ende seines Lebens vom Tod seines Sohnes und seiner fotografierten Figuren heimgesucht. Verbunden wurden die sieben Videowerke durch drei inszenierte Warteräume, ähnlich derer beim Arzt, am Flughafen oder bei der Ausländerbehörde. Der Künstler hat sie für den Martin-Gropius-Bau konzipiert.

Fast erzählt in seinen filmischen Kunstwerken Geschichten von Trauma, Krieg und Beziehungen. Es ist stets bearbeitetes Material. Doch nichts ist verlässlich: keine Figur, kein Erzähler, kein noch so authentisches Filmmaterial. Alles ist konstruiert. Alles, was wir zu wissen glauben, könnte auch ganz anders sein. Fast, der in Israel und den Vereinigten Staaten aufgewachsen ist und seit 2001 in Berlin lebt, stellt in seinen Arbeiten die Konventionen des Storytellings in Frage. Omer Fasts Filme sind mehr als Gedankenexperimente oder Spiele zwischen Erzählung und Inszenierung. Sie sind beklemmend und berührend zugleich.

Zusätzlich zu den Filmprojektionen, in den dafür herkömmlich verdunkelten Räumen, wird der Künstler drei Ausstellungsräume als Warteräume gestalten. Omer Fast selbst verbrachte viel Zeit in Warteräumen, und die daher oft sein Studio erweitert, ja sogar ersetzt haben: die Wartehalle am Flughafen, das Wartezimmer beim Arzt und das der Ausländerbehörde. Als helle alternative Räume, um einige frühere Arbeiten des Künstlers auf Monitoren zu zeigen, und als Ort, an dem Performances und Interventionen für die Ausstellung geplant sind, werden die drei Warteräume ein integraler Bestandteil von »Reden ist nicht immer die Lösung« sein.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau findet im Rahmen des Programms „Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ statt. „Immersion“ ist ein neues Programm der Berliner Festspiele, das auf drei Jahre angelegt ist. In ihm werden in regelmäßiger Folge künstlerische Arbeiten zur Aufführung und Ausstellung gebracht, denen man nicht mehr gegenüber steht, sondern die man betritt und somit Teil von ihnen wird – als Performance oder Skulptur, Choreografie, Narrative Space oder Virtual Reality Experience.

Für weiterführende Informationen zur Ausstellung besuche bitte die Website des Martin-Gropius-Bau!

Event Details

Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau
|||::
Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

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