Gruppenausstellung

»A Chinese Journey. Experimental Ink«

Rosemarie Zens

Gastkünstlerin der Gruppenausstellung der Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch (GeKA e.V., Prof. Yu Zhang 张彧, Gründerin & Vorsitzende). In Kooperation mit der Stiftung Starke Berlin.
Fotografien aus dem Buch »Moon Rabbit. The Chinese Journey«, Kehrer Verlag 2020.

Zu Beginn ihrer Chinareisen im Jahr 1998 fand Rosemarie Zens einen überwiegend agrarischen Vielvölkerstaat vor und fotografierte Landschaften und Alltagsszenen, die sie an vormoderne Zeiten unserer westlichen Lebenswelt erinnerten. In einem Zeitfenster von 20 Jahren vollzogen sich bahnbrechende Entwicklungen wie der technische Übergang von analoger zu digitaler Fotografie sowie ein rasanter Strukturwandel innerhalb der chinesischen Gesellschaft. Ihre Fotografien zeigen, wie sich China zunehmend an der westlichen Kultur orientiert und homogenisierende Kräfte wie Wissenschaft, Technologie und der globale Markt das individuelle Leben beeinflussen. Auf verschiedenen Ebenen bezeugen die Bilder aber auch, wie die prekären Entwicklungen des modernen China unseren eigenen Zugang zur Welt spiegeln, während im Duktus der Aufnahmen ruhiger Komposition, die die Konzentration auf das Wesentliche suchen, noch Spuren zu finden sind von der Spiritualität altchinesischer Kultur.

„Das gleichzeitige Nebeneinander von scheinbar Unzeitgemäßem und dem Jetzt einer bloß verlängerten Gegenwart wirkte derart widersinnig und beunruhigend, dass ich begann den Umbau einer Gesellschaft hin zu immer Mehr, Größer und Schneller in Bildern aufzunehmen: die neuen Massenbauten und die Reste alter Wohnviertel, die Veränderungen der Infrastruktur und die Lebensumstände von Binnenmigration sowie die Digitalisierung des Alltags, die Überwachung und das Sozialkreditsystem.“

In der fotografischen Arbeit von Rosemarie Zens geht es um die Frage, wie die Verflechtung von Geschichte und Biografie dargestellt werden kann und welche Rolle Bilder dabei für unser Selbstverständnis spielen. Sie schreibt dazu: Diese Fragestellung mag an meinem beruflichen Werdegang liegen, wofür mein Studium der Geschichte, Literatur und Psychoanalyse als Grundlage diente. Zunehmend bin ich bei meinen beruflichen Tätigkeiten zu der Auffassung gelangt, dass wir gar nicht anders können, als in Bildern zu leben und zu denken. Durch Bilder begegnen wir unserem Wunsch nach existenzieller Vergewisserung. Durch sie entwickeln wir unser Vorstellungs- und Urteilsvermögen. Wir verwenden sie, um Szenarien nachzuspielen, wie in unseren Träumen und Reflexionen. Und im besten Fall lernen wir durch sie die Authentizität der Bilder selbst einzuschätzen.

Unter all den Künsten nimmt für mich die Fotografie eine zentrale Rolle ein. Denn unserer punktuellen Wahrnehmung der äußeren Welt und unserem bruchstückhaften Gedächtnis gegenüber den inneren Welten entspricht in genialer Weise die Technik der Fotografie, das Lebendige in Momenten festzuhalten und Emotionen zu verdichten. Wobei das Rätsel der Sichtbarkeit nicht in Bildern gelöst, sondern verdoppelt wird. Was wir sehen ist selbst unsichtbar, ein Spiel mit der Zeit. Und ein Spiegel unserer selbst.

1. Feb — 15. März 2022

Koenigsallee 30-32, 14193 Berlin
[Ortsteil: Grunewald | Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffnungszeiten: Mo – Do 9:30 – 17 Uhr, Fr 9:30 – 14:30 Uhr, und nach Vereinbarung mit Herrn Stülper: +49 176 32 10 16 18

Eintritt frei

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