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»Leica Oskar Barnack Award 2019«

Die zwölf Finalisten stehen fest:
Mustafah Abdulaziz, Francesco Anselmi, Enayat Asadi, Mustafa Hassona, Nanna Heitmann, Rafael Heygster, Tadas Kazakevicius, Michal Solarski, Tomas van Houtryve, Snezhana von Büdingen, Sebastian Wells, Johan Willner & Peo Olsson

Die Bildserien der Gewinner und Finalisten werden in einer großen Ausstellung in der „Neuen Schule für Fotografie“ vom 25. September bis zum 25. Oktober 2019 der Öffentlichkeit präsentiert.

Wetzlar, 18. Juni 2019. Die zwölf Finalisten des diesjährigen Leica Oskar Barnack Award (LOBA) stehen fest. Die vollständigen Fotostrecken aus den beiden Kategorien „Leica Oskar Barnack Award“ und „Leica Oskar Barnack Award Newcomer“ sind ab sofort unter www.leica-oskar-barnack-award.com zu sehen.

Rund 2.300 Fotografen aus insgesamt 99 Ländern haben sich 2019 für den LOBA beworben. Die zwölf Finalisten im Überblick::

Mustafah Abdulaziz, USA:
„Water“

2011 startete der amerikanische Fotograf Mustafah Abdulaziz sein Langzeitprojekt rund um das Thema Wasser. Was bedeutet Wasser für die Menschen auf verschiedenen Kontinenten und wie gehen sie mit dieser lebenswichtigen Ressource um? Das Verhältnis zum Wasser spiegelt wider, wie Menschen ihre Umwelt behandeln.
Mustafah Abdulaziz wurde 1986 in New York geboren. Sein Projekt „Water“ wird unterstützt von den Vereinten Nationen und Organisationen wie WaterAid und WWF. Derzeit lebt Abdulaziz in Berlin.

Francesco Anselmi, Italien:
„Borderlands“

3200 Kilometer lang ist die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Zäune und Mauern gab es hier lange vor Donald Trump, doch jetzt stehen die Zeichen auf Veränderung. Für „Borderlands“ hat sich Francesco Anselmi auf der amerikanischen Seite umgesehen: Wie lebt es sich im Schatten einer Mauer?
Francesco Anselmi wurde 1984 in Mailand geboren. Studium am International Center of Photography; er war bereits 2014 Leica Oskar Barnack Award Finalist. Anselmi lebt in Mailand und New York.

Enayat Asadi, Iran:
„Rising from the Ashes of War“

Enayat Asadi beschäftigt sich mit den Themen Armut, Ungerechtigkeit und soziale Diskriminierung in Südwestasien. Für seine Serie „Rising from the Ashes of War“ fotografierte Asadi nach dem Ende des Afghanistankriegs afghanische Flüchtlinge im Transitland Iran. Er wagte sich dafür in die besonders gefährliche Gegend im Ostiran.
Enayat Asadi wurde 1981 im Iran geboren. Er absolvierte ein Studium der Elektrotechnik und begann im Jahr 2009 als Autodidakt zu fotografieren.

Mustafa Hassona, Palästina:
„Palestinian Rights of Return Protests“

Der Konflikt zwischen Israel und Palästina ist mehr als 100 Jahre alt. Seitdem 2018 die Kämpfe erneut eskalierten, protestieren Palästinenser wöchentlich an der Grenze zu Israel. Dort entstand die Serie „Palestinian Rights of Return Protests“, die für Aufsehen in Medien und sozialen Netzwerken sorgte – insbesondere das Bild eines jungen Kämpfers, das an Eugène Delacroix’ berühmtes Bild „Die Freiheit führt das Volk“ erinnert.
Mustafa Hassona stammt aus dem Gaza-Streifen und ist als Fotojournalist für die türkische Nachrichtenagentur Anadolu tätig.

Nanna Heitmann, Deutschland:
„Hiding from Baba Yaga“

Eine Reise ins Reich der Mythen: Der Jenissei, einer der längsten Ströme der Erde, leitete die Fotografin Nanna Heitmann wie ein roter Faden durch Sibirien. An seinen Ufern traf sie auf Einzelgänger, Aussteiger und Träumer, deren Welt sie einfühlsam in „Hiding from Baba Yaga“ festhielt.
Nanna Heitmann wurde 1994 in Ulm geboren und studierte Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule in Hannover. Für ihre Arbeit wurde Heitmann 2018 in die Shortlist der Emerging Talents des Online-Magazins „Lensculture“ aufgenommen.

Rafael Heygster, Deutschland:
„I Died 22 Times“

In seiner Serie „I Died 22 Times“ beschäftigt sich Rafael Heygster mit der philosophischen Frage, wann ein Krieg beginnt und sucht die Antwort abseits der Schlachtfelder bei Computerspielern, auf Waffenmessen und anderen Orten, an denen Krieg „konsumierbar“ gemacht wird.
Heygster wurde 1990 in Bremen geboren und studiert derzeit Fotojournalismus in Hannover.

Tadas Kazakevicius, Litauen:
„Soon to Be Gone“

In seiner Arbeit „Soon to Be Gone“ lehnt sich Tadas Kazakevicius an die amerikanischen Fotografen der Großen Depression wie Dorothea Lange und Walker Evans an. Auch diese versuchten, mit ihrer Fotografie die Zeit an- und Dinge festzuhalten, deren Niedergang schon absehbar war. Und so wirft der Litauer ein nostalgisches Auge auf sein Heimatland.
Tadas Kazakevicius wurde 1984 in Vilnius geboren. Derzeit arbeitet er an dem Buch zur Serie, das 2020 erscheinen soll.

Michal Solarski, Polen:
„Rest Behind the Curtain“

Als jemand, der hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen ist, beschwört Solarski in seinen Bildern Hinterlassenschaften jener Zeiten herauf, in denen Urlaub und Erholung Teil des Produktionsablaufs waren. In der Serie „Rest Behind the Curtain“ zeigt er die Urlauberhotels und Sanatorien von damals als heruntergekommene Kulisse skurriler Momentaufnahmen.
Michal Solarski wurde in Polen geboren, wo er Politik studierte. Später ging er für ein Fotografiestudium nach London, wo er noch heute lebt und arbeitet.

Tomas van Houtryve, Belgien:
„Lines and Lineage“

Mit seiner Arbeit „Lines and Lineage“ möchte der Belgier auf einen blinden Fleck der USamerikanischen Geschichte aufmerksam machen: auf die Zeit vor 1848, als Mexiko über den amerikanischen Westen herrschte. Da es aus dieser Zeit kaum fotografische Zeugnisse gibt, versucht van Houtryve diese Leerstelle auf seine Art zu schließen.
Tomas van Houtryve ist in Belgien geboren und arbeitet als Konzeptkünstler, Fotograf und Autor. Er wurde bereits mehrfach international ausgezeichnet. Sein Projekt wird im September 2019 als Buch erscheinen.

Snezhana von Büdingen, Deutschland:
„Meeting Sofie“

Mit ihrer Serie „Meeting Sofie“ berührt die Fotografin ein gesellschaftlich diskutiertes Thema auf ganz persönliche Weise. In poetischen Bildern beschreibt sie den Teenager-Alltag ihrer vom Down-Syndrom betroffenen Protagonistin und zeigt dabei die Grenzen unserer eigenen Normativität auf.
Snezhana von Büdingen wurde in Russland geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln.

Sebastian Wells, Deutschland:
„Utopia“

Für das Projekt „Utopia“ besuchte Sebastian Wells 24 Flüchtlingslager in sieben Ländern Europas, Afrikas und des Nahen Ostens, um in seinen Aufnahmen ihrer politischen Symbolfunktion und der Rolle der Menschen darin näherzukommen.
Sebastian Wells wurde in Königs Wusterhausen geboren und lebt in Berlin. Seit 2018 ist er Mitglied der Agentur Ostkreuz.

Johan Willner & Peo Olsson, Schweden:
„Heaps“

Das Duo Willner & Olsson arbeitet gemeinsam an dem Langzeitprojekt „Heaps“, das sich mit der Landschaft und ihren Veränderungen beschäftigt. Die Serie zielt darauf ab, Veränderungsprozesse zu betrachten, die im Offensichtlichen verborgen liegen.
Beide Fotografen sind in Schweden geboren. Sie leben und arbeiten in Stockholm.

Zu den Jurymitgliedern des diesjährigen LOBA gehörten:

Karin Rehn-Kaufmann, Art Director & Chief Representative Leica Galleries International (Österreich)

Enrico Stefanelli, Direktor des Photolux Festivals (Italien)

Milena Carstens, Leitung Fotoredaktion ZEITmagazin (Deutschland)

Max Pinckers, Fotograf & Preisträger LOBA 2018 (Belgien)

Steve McCurry, Fotograf & Gründer ImagineAsia (USA)

Die Gewinner und Finalisten des LOBA werden am 25. September im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Berlin ausgezeichnet. Die Bildserien aller zwölf Finalisten sind anschließend vom 25. September bis zum 25. Oktober 2019 in einer großen Ausstellung in der „Neuen Schule für Fotografie“, Brunnenstraße 188-190, 10119 Berlin zu sehen.

Begleitend zur Ausstellung erscheint der LOBA Katalog 2019, der die Gewinner und Finalisten mit umfangreichen Bilderstrecken und Interviews detailliert vorstellt.

Mit Preisen im Gesamtwert von rund 80.000 Euro gehört der LOBA zu den hochdotiertesten Fotowettbewerben der Branche. Der Gewinner der Hauptkategorie erhält eine Prämie von 25.000 Euro sowie eine Kameraausrüstung des Leica M-Systems (Kamera und Objektiv) im Wert von 10.000 Euro. Der Sieger des Nachwuchspreises wird mit 10.000 Euro und ebenfalls mit einer Leica Messsucherkamera mit Objektiv ausgezeichnet. Neben den beiden Hauptkategorien werden zudem zehn weitere Fotoarbeiten mit jeweils 2.500 Euro prämiert.

LEICA OSKAR BARNACK AWARD

Preisverleihung: 25. Sep 2019
Ausstellung in der Neuen Schule für Fotografie Berlin: 25. Sep — 25. Okt 2019

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Ausstellungsort: Neue Schule für Fotografie Berlin: Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin
[Stadtteil: Mitte | Bezirk: Mitte]

Eintritt frei

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