Einzelausstellung

»Ex-und-hopp Gesellschaft / Le jour de l’addition«

Jeanne Fredac

Das Institut Français Berlin präsentiert die Ausstellung Jeanne Fredac »Ex-und-hopp Gesellschaft / Le jour de l’addition«. Vor allem als poetisch-sensible Fotografin von Verlassenen Orten bekannt, setzt sich die Künstlerin in ihren neuen Werken mit den Denkweisen und Verhaltensmustern der Konsumgesellschaft auseinander. Ihre Fotografien, Videos, Gemälde, Skulpturen, Installationen und Ready-mades beleuchten kritisch unseren oft rücksichtslosen Umgang mit dem Planeten und dessen Ressourcen – dabei begegnet sie uns stets mit einem humorvollen Augenzwinkern.

Ex und hopp!

Jeanne Fredac macht in ihren Arbeiten auf die dringliche Notwendigkeit, die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zu schützen, aufmerksam. Dabei erhebt sie nicht den Zeigefinger, sondern hält uns mit intelligentem Witz einen Spiegel vor: „Ich glaube nicht, dass es etwas bringt, wenn man den Menschen ein schlechtes Gewissen einredet“, sagt die Künstlerin. „Man kommt mit Humor viel weiter.“
So präsentiert sie uns beispielsweise mit der Skulptur „L‘ essence humaine“ (2016) die Erde als einen Punchingball, der mit bereitliegenden Boxhandschuhen K. O. geschlagen werden kann. In ihrer Arbeit „J’étais un arbre“ (2016) konfrontiert Fredac auf irritierende Art und Weise einen Birkenstamm mit Paketen von Kopierpapier und erinnert uns daran, dass das alltäglich im Mülleimer landende Büromaterial seinen Ursprung in der nicht unerschöpflichen Natur hat. Dass Dinge achtsam behandelt werden sollten und nicht sofort auf den Müll gehören, dafür stehen die beiden Arbeiten Lob des Stopfens (2003-15 / 2006-13). In Form eines geflickten Blaumanns und reparierter Turnschuhe erhält Nachhaltigkeit hier eine eigene ästhetische Dimension.

Neben dem Thema Umweltschutz setzt sich Fredac auch mit typischen Denkfiguren der westlichen Welt auseinander. In dem aus 606 Fotografien bestehenden Video „Do you need something else?“ (2016) nimmt die sie die oft von Menschen getätigte Aussage, dass sie nichts besitzen würden, aufs Korn. In dem Clip ist die Fülle eines Einpersonenhaushalts zunächst ordentlich sortiert aufgebaut, bis die einzelnen Objekte mit Stop-Motion einen überraschend choreografierten Abgang machen und schließlich eine gähnende Leere – ein tatsächliches Nichts – hinterlassen.

Die Ausstellung wird im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums Mai 1968 präsentiert.

Abendprogramm 25. Januar 2018:
18.00 Uhr
Eröffnung des Ausstellung in Anwesenheit der Künstlerin

19.30 Uhr
Die Vorführung der drei Folgen von «Generation» von Patrick Rotman und Daniel Edinger, der Kultserie einer Generation die im Kalten Krieg aufwuchs und die voller Energie in die 60-er Jahre eintritt (französisch).

21.00 Uhr
Nach der Projektion werden die deutsche  Autorin und Journalistin, Sabine Kebir, und der ehemalige Student der 68-er in Ostberlin und Professor sowie Soziologe, Jean-Marc Salmon, über ihren Erfahrungsaustausch in Paris und Ostberlin diskutieren. Die Debatte, die konsekutiv übersetzt wird, wird durch die Direktorin des französischen Instituts, Dominique Treilhou, animiert.

Führungen:
Samstag, 3. März 2018, 14:00 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin
Samstag, 17. März 2018, 11:30 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin

Die Französin Jeanne Fredac wurde 1970 in Trier geboren und ist in Berlin als Fotografin, bildende Künstlerin und Schriftstellerin tätig. Sie ist Autodidaktin und folgt keinem vorgegebenen Weg, weil es für sie keinen gibt. Sie experimentiert, spielt und forscht mit Situationen, in die sie sich hineinbegibt. In ihrer Kunst untersucht sie in Bildern und Texten das Verhältnis des Menschen zu seinen geographischen, historischen und sozialen Räumen. In einer Welt, wo man ständig Antworten sucht, ohne sich zu fragen, ob die Fragen sinnvoll und die Voraussetzungen richtig sind, will sie festgefahrene Meinungen in Bewegung versetzen. Dies gilt auch für sie selbst. Sie weigert sich, ihre Arbeit auf die Fotografien der Verlassenen Orte, die man von ihr kennt, zu beschränken. Ihre Werke, ursprünglich fast ausschließlich aus Fotografien und Texten bestehend, erweitert sie und fügt ihrem künstlerischen Kosmos Malerei, Video, Installationen, Skulpturen und Ready-mades hinzu. Diese Arbeiten haben eher konzeptionellen Charakter und stellen immer wieder unsere Gewohnheiten in Frage.

26. Jan — 7. April 2018
Vernissage: Donnerstag, 25. Jan, 18h
+ Rahmenprogramm, Details bitte s.o.
Führung: Samstag, 3. März, 14:00h
Führung: Samstag, 17. März, 11:30h

Facebook Event

„Maison de France“, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin
[Charlottenburg | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffungszeiten: Mo-Fr 14-18h, Sa 11-15h

Eintritt frei

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