David Meskhi, Gymnast, Figur Nr. 4, Batumi, Georgien, 2013 © & Courtesy David Meskhi

Einzelausstellung

David Meskhi

Vernissage: Dienstag, 8. November 2016, 19h (Facebook Event)
Ausstellung: 9. November 2016 – 28. Januar 2017
Öffnungszeiten: Do-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Beschreibung

Der faszinierende Moment zwischen Sprung und Fall lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben. Das kurze, schwerelose Gefühl, wenn der Körper am höchsten Punkt angelangt ist um in einer kurzen Umkehrschleife zu verharren bevor die Schwerkraft ihn wieder zu Boden zieht scheint nur physisch erlebbar.

David Meskhi zeigt in einer Auswahl an Fotografien die präzise Ausführung von Sprüngen im Turnsport und beim Skateboarden sowie die Momente vor und nach der Anspannung. Seine Aufnahmen professioneller Sportler sind in Georgien und Russland entstanden. Während das Turnen in diesen Ländern als Teil einer sozialistisch geprägten Kultur tief verwurzelt ist, ist das Skateboarden ein neues Phänomen, das sich erst innerhalb der letzten fünf Jahre ausgeprägt hat.

Als Co-Regisseur des Dokumentarfilms When The Earth seems to be Light (2015) widmete er sich bereits dieser sich im post-sowjetischen Georgien neu etablierenden Jugendkultur, die unter so anderen Voraussetzungen entstand, als im Kalifornien der 1970er Jahre, wo Skateboarden seinen Ursprung hat. Er stellt diese Aufnahmen solchen des professionellen Turnsports gegenüber. Turnsport ist ein Thema, das sich seit den Anfängen durch Meskhis künstlerisches Schaffen zieht: Bereits in seiner Abschlussarbeit im Fach Fotojournalismus an der Hochschule in Tbilisi (Georgien) widmete er sich historischen Fotografien von sowjetischen Turnern.

Wenn auch die Kontexte, die diese beiden Sportarten prägten unterschiedlicher kaum sein könnten, so liegt der Fokus von Meskhis Aufnahmen doch zunächst auf den Körpern der Sportler. Er zeigt deren beharrliches Training und die Präzision, mit der sie ihre Körper ins Gleichgewicht bringen. Dieser Prozess spiegelt sich in der Arbeit des Fotografen wider: Um den entscheidenden Moment der Balance und der Schwerelosigkeit im Sprung einzufangen bedarf es ebenso hoher Konzentration wie der des Sportlers.

Jedoch manipuliert Meskhi mitunter bewusst die technischen Voraussetzungen für seine Aufnahmen und fügt ihnen ein Element des Unkalkulierbaren hinzu. Neben digitaler Aufnahmetechnik, die es dem Fotografen erlaubt Bilder zu überprüfen, verwendet er für seine analogen Aufnahmen abgelaufene Filme. Dies hat einerseits Auswirkungen auf die Farbgebung, die durch veränderte Verhältnisse der chemischen Inhaltsstoffe unterschiedlich ausfallen kann. Zugleich können die Bilder durch diese Farbstiche zeitlich schwer eingeordnet werden.

Mit einer Arbeitsweise zwischen Zufall und Präzision ist sein Herangehen an die Fotografie dem des Skateboarders an seine Umgebung nicht unähnlich. Insbesondere jedoch stört Meskhi damit die eindeutige Lesbarkeit von Geschichte durch Fotografie.

Event Details

Galerie für Moderne Fotografie | David Meskhi, Invitation
|||::
Schröderstraße 13, 10115 Berlin, Germany

Tags

} ) ( jQuery );