Galerie Für Moderne Fotografie | Camille Vivier »La Frontale«, Invitation

Einzelausstellung

»La Frontale«

Camille Vivier

Vernissage: Donnerstag, 27. April 2017, 19-22h
Ausstellung: 28. April – 15. Juni 2017
Öffnungszeiten: Do-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Beschreibung

Junge Menschen mit festem Blick, geschlossene architektonische Formen, Felsen, merkwürdige, abstrakte Kunstwerke aus dem öffentlichen Raum und immer wieder der weibliche Akt getaucht in das Licht Südfrankreichs sind die Bildmotive in Camille Viviers Ausstellung La Frontale. Entstanden sind die Aufnahmen in der Hafenstadt Hyères und Umgebung, gelegen an der südfranzösischen Mittelmeerküste. Von der Villa Noailles, die jährlich das Festival de Mode et de Photographie ausrichtet, wurde Camille Vivier gebeten, sich während eines Jahres der Gegend von Hyères künstlerisch anzunehmen. Damit kehrte die in Paris geborene Fotografin 2016 in eine Gegend zurück, die ihr vertraut ist: Mit 20 Jahren war sie selbst Preisträgerin des Festival de Mode et de Photographie und hat seither zwei weitere Male in der Villa Noailles ausgestellt. Die Bilder fotografierte Vivier mit Polaroid, Spiegelreflex- und digitaler Kamera. Vom 28. April bis zum 15. Juni 2017 ist eine Auswahl der in Hyères entstandenen Serie in der Galerie für Moderne Fotografie zu sehen.

La Frontale – der Titel der Ausstellung ist nuancenreich und spielt auf zwei wesentliche Merkmale von Camille Viviers Fotografie an: den Menschen und die Architektur, bzw. das Monument. Ganz konkret verbirgt sich hinter dem Titel La Frontale die Bezeichnung eines architektonischen Ensembles in Toulon, das 1953 erbaut wurde. Der Baukomplex La Frontale ist direkt am Hafen von Toulon gelegen und erstreckt sich als enormer Riegel entlang des Wassers: La Frontale. Zugleich könnte La Frontale für Camille Vivier die Geschichte einer jungen Heldin erzählen. Eine junge Heldin, die sich mit wachem Blick der Welt stellt.

Somit kann La Frontale ebenso eine konkrete, architektonische Formsprache bezeichnen wie auch einen menschlichen Charakter. Da beides – die Form und der Mensch – zentrale Motive in Viviers Fotografie sind, fügt sich die Ambiguität des Titels in die Erzählung ihrer Bilder nahtlos ein. Tatsächlich scheinen Viviers Bilder, die voller Ambivalenz und Suggestion sind, oftmals isolierte, eingefrorene Momente einer traumhaften und vielleicht sogar surrealen Handlung zu sein.

Als besonderen Schwerpunkt der Serie wählte Camille Vivier die Jugend der Region von Hyères. Über das Übergangsalter der Teens sagt die Fotografin, dass es für sie die reizvollste Phase des Lebens sei. Sie ist geprägt von Widersprüchen, Melancholie, Abgrenzung, Ambivalenz und Hoffnung. Die widerstreitenden Gefühle und die Intimität des Coming of Age sind auf Viviers Porträts der Jugendlichen zu sehen. Viele ihrer Porträts sind Aktbilder junger Frauen, die in die Kamera blicken. Der Ausdruck ihrer Gesichter ist fordernd, sanft und skeptisch zugleich. Mit der Gegenüberstellung von Ding und Mensch, dem Wechselspiel zwischen lebendiger Gestalt und abstrakter Form inszeniert Vivier die Fremdheit der Dinge in der Welt.

Camille Vivier wurde 1977 in Paris geboren und studierte zunächst an der Sorbonne in Paris. Später wechselte sie an die École supérieure d’art in Grenoble und an die St Martin’s School in London. Seit Beginn ihrer künstlerischen und beruflichen Laufbahn bewegt sich Camille Vivier an der Schnittstelle zwischen Kunst und Mode. Ihre Bilder sind in Magazinen wie Purple Magazine, I-D, Dazed & Confused sowie Another und Numéro zu sehen gewesen und zu ihren Kunden zählen Stella McCartney, Martin Margiela, Cartier und Isabel Marant u.v.m.

Neben kommerziellen Aufträgen arbeitet Vivier an eigenständigen künstlerischen Projekten. Ihre Fotografien und Künstlerbücher werden in Galerien und Ausstellungen in Paris, Berlin, London, New York und Los Angeles ausgestellt.

Eine Auswahl aus der in Hyères entstandenen Serie Les Hyéroglyphes ist nun in der Ausstellung La Frontale in der Galerie für Moderne Fotografie zu sehen. Zur Ausstellung erschien ein zweisprachiger Katalog (engl./frz.).

Text: Constanze Hager

Event Details

GALERIE FÜR MODERNE FOTOGRAFIE Berlin
|||::
Schröderstraße 13, 10115 Berlin, Germany

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