Group Exhibition

»Gegenwärtige Vergangenheit«

Matthieu Marre & Ulrike Schmitz

Als Teil der Reparationsleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden deutsche Spezialisten der Flugzeugentwicklung in die Sowjetunion zwangsumgesiedelt, um für die russische Flugzeugindustrie zu arbeiten. So kamen Ulrike Schmitz’ Großeltern 1946 ins nördlich von Moskau gelegene Podberesje, wo sie mit ihren vier Kindern bis 1954 lebten. Ihre Serie „Museum Deiner Erinnerung“, die Bilder aus dem heutigen Dorf mit Filmstills russischer Filme der Stalinära vereint, trifft nun auf Matthieu Marres Arbeiten, die während seiner zweimonatigen Künstlerresidenz in der Fotofabrik entstanden. Der in Belgien lebende Fotograf setzte sich mit der Erinnerung an den vor über 70 Jahren beendeten Krieg auseinander – im Gespräch ebenso wie durch die Sammlung alter Aufnahmen der Zeit. Mit dem Übereinanderstapeln und Aneinanderreihen seiner Erkundungen lässt er aufs Neue den Wunsch nach Frieden auf die Angst vor Zerstörung und Verlust zusammenstoßen.

Der in Wallonie-Bruxelles lebende Fotografer Matthieu Marre lebte und arbeitete – Dank der Unterstützung von Wallonie-Bruxelles International – für zwei Monate (April-Mai 2017) als Artist in Residence in der Fotofabrik Bln-Bxl. Die in dieser Zeit entstanden Arbeiten sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

Ulrike Schmitz

Ulrike Schmitz studierte Fotografie an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Aktuell nimmt sie am postgraduierten Masterprogramm der Universität der Künste Berlin teil. Sie wurde für das fünfjährige Ausstellungsprogramm reGeneration3 des Musée de l’Elysée und für PLAT(T)FORM des Fotomuseums Winterthur ausgewählt. Ihre Arbeiten wurden in Deutschland und international ausgestellt, u.a. im Benaki Museum, Athen, im Centro Nacional de las Artes, Mexiko-City, in den Lishui Art Museum galleries, China, auf dem Festival Circulation(s), Paris sowie im Rahmen der Voies Off Preis- Nominierung in Arles, Frankreich.

Matthieu Marre

Während einer Reise begann Matthieu Marre zu fotografieren. Später studierte er Anthropologie an der Hochschule für Sozialwissenschaften EHESS in Paris und forschte in diesem Rahmen über Palliativpflege. In seiner Arbeit versucht er, die Emotion seines Blickes zu fangen, um eine Art Skelett zu erreichen – oder zumindest etwas, das ihm nicht bewusst ist. Eine Recherche ohne Ende. Ihn interessieren die Unfälle, die beim Fotografieren, beim Entwickeln oder Drucken geschehen können. Er hofft auf eine Offenbarung. Die Fotografie ist für ihn ein Schlüssel und ein Anker – inwiefern kannt er nicht sagen. Es gibt dieses Zitat von Fernando Pessoa: „Was wir sehen, ist nicht, was wir sehen, sondern was wir sind“. 2015 erschien sein Buch „L’oublié“ (Der Vergessene) bei Éditions Yellow Now, Lüttich. 2016 wurde er Mitglied des Studio Hans Lucas.

Wallonie-Bruxelles International
Wallonie-Bruxelles International

6. April — 6. Mai 2018
Vernissage: Donnerstag, 5. April, 18:30h
Finissage: Sonntag, 6. Mai, 16h

Facebook Event (Vernissage)

Weisestraße 30, 12049 Berlin
[Neukölln | Neukölln]

Öffnungszeiten: Do & Fr 16-18h, Sa 11.30-13.30h, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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