Fotofestival

»EMOP Berlin –
European Month of Photography 2020«

100+ Orte, 500+ Künstler*innen

1. — 31. Okt 2020

Bereits zum 9. Mal findet im Oktober 2020 der EMOP Berlin – European Month of Photography statt und auch in diesem Jahr laden über 100 Galerien, Museen und Kulturinstitutionen dazu ein, den Facettenreichtum des Mediums Fotografie zu entdecken.

EMOP Opening Days

Traditionell startet der Festivalmonat mit den EMOP Opening Days. Unter dem Motto Die Fotografie zwischen Kunst, Politik und Massenmedium finden vom 1. bis 4. Oktober in der Akademie der Künste am Pariser Platz Panels, Talks und Diskussions-Veranstaltungen zu verschiedenen aktuellen Themen statt:

  • Die Zukunft der Fotografie-Ausbildung: Wie sieht die Ausbildung für zeitgenössische Fotografie aus? Wie positionieren sich die wichtigsten europäischen Ausbildungszentren? Panel mit Tina Bara (Fotografin, Professorin HGB Leipzig), Ann-Christin Bertrand (ECAL Lausanne, Kuratorin), Marta Gili (Direktorin ENSP, Arles), Timothy Persons (Galerie Persons Project, Berlin), Linn Schröder (Ostkreuz-Fotografin, Professorin HAW Hamburg, Ostkreuzschule), Frank Schumacher (Lette Verein, Berlin).
  • Die Fotografie und die Institutionen: Braucht Deutschland ein nationales Institut für Fotografie? Welche Rolle spielen Museen, Galerien etc.?
    Keynote: Thomas Weski (Kurator, Stiftung Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt, Berlin);
    Panel mit Simone Klein (Gutachterin für Fotografie und Art Advisor, Köln), Robert Morat (Robert Morat Galerie, Berlin), Kito Nedo (Freier Journalist, Berlin), Anne Schwanz (Galerie Office Impart, Berlin), Thomas Seelig (Museum Folkwang, Essen).
  • Fotografie zwischen Kunst und Massenmedium:
    Diskussionsforum über aktuelle ästhetische Entwicklungen der Fotografie aus kuratorischer und medien-theoretischer Sicht mit Jörg Colberg (Fotoblog „Conscientious“, USA), Florian Ebner (Centre Pompidou, Paris), Anika Meier (Kunstwissenschaftlerin und freie Autorin, Berlin), Kathrin Peters (Professorin für Geschichte und Theorie der visuellen Kultur, UdK, Berlin), Ingo Taubhorn (Kurator Deichtorhallen, Hamburg).
  • Das Jahr 1990. Die neue (und die alte) Zeit festhalten:
    Panel mit Florian Ebner (Centre Pompidou, Paris), Anna-Beata Bohdziewicz (Fotografin, Warschau), Ute Mahler (Fotografin, Mitbegründerin Ostkreuz-Agentur, Berlin), Arwed Messmer (Fotograf, Potsdam), Iren Stehli (Fotografin, Prag), Jan Wenzel (Verleger, Hrsg. „Das Jahr 1990 freilegen“, Leipzig).
  • Künstlerinnen-Gespräch
    mit Stefanie Moshammer (Künstlerin und Fotografin, Wien) und Johann König (König Galerie, Berlin)

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Veranstaltungen rund um die zentrale Ausstellung KONTINENT – Auf der Suche nach Europa: Führungen der Künstler*innen, Gesprächsrunden sowie Artist- und Book- Talks bieten spannende Einblicke in die fotografische Auseinandersetzung der 23 Mitgliedern von OSTKREUZ – Agentur der Fotografen mit der europäischen Gegenwart.

Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Zugangsbeschränkungen bitten wir darum, vorab Ausstellungs-Zeitfenster zu reservieren sowie Online-Tickets für kostenpflichtige Veranstaltungen zu erwerben. Beides erhalten Sie ab Mite September unter www.adk.de/tickets

Erste Ausstellungshighlights des diesjährigen EMOP Berlin

Ruth & Lotte Jacobi, im Willy-Brandt-Haus 

Zu sehen ist das fotografische Werk der beiden Schwestern aus einer der ältesten Fotograf*innen-Familien im Deutschland der Vorkriegszeit. Während Lotte Jacobi als Repräsentantin der Neuen Fotografie bereits in den 1920ern mit ihren Porträts unter anderem von Albert Einstein, Käthe Kollwitz, Lotte Lenya oder Klaus und Erika Mann berühmt wurde, ist das Werk ihrer Schwester Ruth Jacobi bis heute weitgehend unbekannt; es umfasst Porträts, Stillleben, Reportage-, Reise-, Pflanzen- und Experimentalfotografien.
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Paris zu Fuß, bei argus fotokunst

Der DDR-Fotograf Roger Melis durfte 1982 an die Seine reisen. Während seiner tagtäglichen Fußmärsche durch die Stadt setzte er sich mit berühmten Fotografien dieses Sehnsuchtsortes auseinander. Seine Straßenfotografie zeigt den normalen Pariser Alltag. Gleichzeitig schuf er sein ganz individuelles Porträt von Paris. Das daraus entstandene Buch wurde Kult.
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Migration as Avant-Garde, bei C/O Berlin

In seinem Langzeitprojekt (2008–2017) verwebt Michael Danner eigene Fotografien, Archivaufnahmen und Zitate Hannah Arendts assoziativ zu einem visuellen Dialog über eines der ältesten Phänomene der Menschheit: die Bewegung von einem Ort zum anderen. Entstanden ist ein bewegender, kritischer und aufrüttelnder Beitrag über die Grenzen Europas und ein Gegenentwurf zur klassischen Erzählung der Nachrichtenbilder.
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Masculinity: Liberation through Photography, im Gropius Bau

In einer Zeit, in der sich klassische Männlichkeitsbilder in der Krise befinden und Begriffe wie „toxische“ und „fragile“ Männlichkeit gesellschaftliche Diskurse prägen, bieten über 300 Arbeiten von 50 internationalen Künstler*innen ein Panorama der filmischen und fotografischen Auseinandersetzung mit dem Maskulinen in all seiner Widersprüchlichkeit und Komplexität. Mit Werken u.a. von Laurie Anderson, Richard Avedon, Rotimi Fani-Kayode, Peter Hujar, Isaac Julien, Annette Messager sowie Catherine Opie.
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Blinde Fotograf*innen, im f³ – freiraum für fotografie

Vier Bildautor*innen – Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn, Gerald Pirner –, die im Laufe ihres Lebens erblindet sind, setzen sich mit dem eigentlich Unmöglichen auseinander: dem Sehen. Für ihre Fotografien nutzen sie die Technik des Light Painting. In völlig abgedunkelten Räumen arbeiten sie mit unterschiedlichen Lichtquellen die Aspekte eines Bildes heraus.
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Weitere Ausstellungshighlights des Fotofestivals

Die revolutionäre Solo-Show Hagiographie Biorobotica von Andreas Mühe, ab dem 9. Oktober in der St. Matthäus-Kirche.

Die schonungslose Ausstellung Palermo und der Kampf gegen die Mafia der legendären Fotografin Letizia Battaglia, bereits ab dem 24. September im Italienischen Kulturinstitut.

Einzigartige zeitgeschichtliche Dokumente in Der Proletarische Blick, Arbeiterfotografie der 1920er Jahre, ab dem 1. Oktober im Bröhan Museum.

Begegnungen der besonderen Art

Artist in Action

Unter dem Titel Artist in Action gewähren die Fotografinnen Katja Ruge und Benita Suchodrev sowie die Fotografen Miron Zownir und Olaf Heine Einblicke in ihre Arbeit und berichten live aus Vergangenheit und Gegenwart.

Termine:
10. Oktober – Benita Suchodrev
17. Oktober – Katja Ruge
24. Oktober – Miron Zownir
31. Oktober – Olaf Heine

Photo Book Talk

Die neue Reihe Photo Book Talk bietet die Gelegenheit, einen detaillierten Einblick in die Aktivitäten ausgesuchter (Foto)Buchverlage zu erhalten. Bildband Berlin, DISTANZ und Hatje Cantz laden jeweils an einem Samstagvormittag zu einem Get-together ein, bei dem man mit Gleichgesinnten sprechen und die neuesten Buch-Projekte sichten kann.

Termine:
10. Oktober – Bildband Berlin
17. Oktober – DISTANZ-Verlag
31. Oktober – Hatje Cantz

Filmprogramm der EMOP Opening Days

Im Rahmen der EMOP Opening Days, die vom 1. bis 4. Oktober unter dem Motto Die Fotografie zwischen Kunst, Politik und Massenmedium in der Akademie der Künste am Pariser Platz stattfinden, wird auch ein Fotofilm-Programm mit seltenen „Leckerbissen“ angeboten.

Das Genre Fotofilm basiert auf unbewegten Bildern, die in der Montage als Bewegung wahrgenommen werden und sich zu einer Erzählung fügen, die ebenso fiktional wie dokumentarisch sein kann. Oft in Verbindung mit einem Kommentar gewinnen die Fotografien einen neuen Kontext. So in Jutta Brückners Tue recht und scheue niemand, in dem die Familienbilder, begleitet vom Monolog ihrer Mutter, durch Arbeiten u. a. von August Sander und Abisag Tüllmann eine überindividuelle Erweiterung erfahren. Agnès Varda hingegen benutzt für Salut les Cubains ausschließlich eigene Aufnahmen, die während einer Kuba- Reise 1963 entstanden sind. Das Warten von Peter Nestler beschreibt die Vorgänge um ein Grubenunglück in den 1930er-Jahren in Schlesien. Gleich drei Filme setzen sich mit der ehemaligen DDR auseinander: Helke Misselwitz unterlief den Auftrag zu einem Jubiläumsfilm, indem sie in 35 Fotos ein eindringliches Porträt einer Frau zeigt, deren Individualität jedoch nicht dem offiziellen Frauenbild entsprach. Die Fotografin Tina Bara unternimmt in Lange Weile anhand ihres Archivs eine Reise durch die 1980er-Jahre, als sich viele in parallele Leben zurückzogen. In Radfahrer rekonstruiert Marc Thümmler die Interpretationen der Fotos von Harald Hauswald seitens der Stasi. Die Hinterlassenschaften der Roten Armee am Standort Wünsdorf dokumentiert Elfi Mikesch. Sichtbar wird eine Stadt, in der die Hierarchie der militärischen Rangordnung genauso deutlich wird, wie die Liebe zur Kultur.

Folgende Filme laufen im loop:

  • Chris Marker La Jetée (F 1962), 28 min.
  • Agnès Varda Salut les Cubains (F 1963), 30 min.
  • Jutta Brückner Tue recht und scheue niemand – Das Leben der Gerda Siepenbrink (1975), 65 min.
  • Helke Misselwitz 35 Fotos – Fotos aus einem Familienalbum (1988), 7 min.
  • Peter Nestler Das Warten (Väntan) (1985), 6 min.
  • Marc Thümmler Radfahrer (2008), 27 min.
  • Tina Bara Lange Weile (2017), 60 min.
  • Elfi Mikesch Wünsdorf (2020), 32 min.

Die Filme werden zweimal täglich zwischen 11:00 und 19.30 Uhr in der Black Box am Pariser Platz gezeigt, am 1. Oktober dreimal täglich zwischen 12:00 und 24:00 Uhr. Der Eintritt ist frei und der Zugang, je nach verfügbaren Plätzen und unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen, jederzeit möglich.

Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Zugangsbeschränkungen bitten wir darum, vorab Ausstellungs-Zeitfenster zu reservieren sowie Online-Tickets für kostenpflichtige Veranstaltungen zu erwerben. Beides erhalten Sie ab Mite September unter www.adk.de/tickets
EMOP im Print

Auch in diesem Jahr erscheint der 300 Seiten starke und qualitativ hochwertige Festivalkatalog mit Informationen und Abbildungen zu allen 114 Ausstellungen: Er ist ab Mitte September für 10,00 EUR in allen teilnehmenden Institutionen, bei Kulturprojekte vor Ort und im Online-Shop erhältlich. Das kostenlose Programmheft bietet zudem einen detaillierten Überblick über alle Eröffnungstermine, Veranstaltungen und die Laufzeiten der Ausstellungen.

Informationen zu den Ausstellungen und Veranstaltungen sowie zu den EMOP Opening Days finden Sie ab dem 1. September 2020 unter: www.emop-berlin.eu

»EMOP BERLIN – European Month Of Photography 2020«
»EMOP BERLIN – European Month Of Photography 2020«

1. — 31. Okt 2020
Festival-Eröffnung: 1. Okt, 12 – 24 Uhr
EMOP Opening Days: 1. — 4. Okt 2020, Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Programmkalender: siehe EMOP Website

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