Gruppenausstellung

»CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen«

Mit Arbeiten von Laia Abril (Spanien), Sibylle Fendt (Deutschland), Nora Klein (Deutschland), Louis Quail (UK) und Melissa Spitz (USA).

Mehr als jeder vierte Erwachsene erkrankt im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Am häufigsten treten Angstzustände, Depressionen und psychische Leiden durch Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch auf. Für die knapp 18 Millionen akut Betroffenen und ihr soziales Umfeld sind sie mit massiven Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben verbunden.

Obwohl psychische Erkrankungen einen Großteil der Bevölkerung sowie deren Angehörige und Freund*innen direkt betreffen, sind sie immer noch mit einem starken Tabu und Stigma behaftet. Über das Leben mit Depressionen, Angststörungen und psychischen Störungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gibt es unklare Vorstellungen; wechselnde Diagnosen und individuelle Krankheitsbilder verunsichern Außenstehende. So gelingt es kaum, Betroffenen in ihrer Welt nahe zu kommen.

CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen präsentiert Arbeiten von fünf international renommierten Fotograf*innen, die sich aus ganz persönlichen Gründen mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Die spanische Fotografin Laia Abril beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Weiblichkeit und Körperbild. Ihre international ausgezeichnete Serie The Epilogue erzählt die Geschichte der Familie Robinson, die ihre jüngste Tochter durch Bulimie verlor. Das gleichnamige Buch wurde für den Paris Photo – Aperture Foundation PhotoBook Award 2014 nominiert.

In Gärtners Reise dokumentiert die Berliner Fotografin Sibylle Fendt die letzte Reise des Ehepaars Lothar und Elke Gärtner. Ihr Leben lang hatten sie als begeisterte Camper Europa im Wohnwagen bereist. Zwei Jahre vor der Reise hatte Elke Gärtner die Diagnose Demenz erhalten. Ihr Ehemann wollte sie so lange wie möglich zuhause pflegen und auf ihrem Weg begleiten. Die entstandenen Bilder sind kein Tagebuch einer Campingtour. Sie sind Symbole für eine Reise in unbekanntes Terrain. Sibylle Fendt ist Mitglied der renommierten Agentur OSTKREUZ.

Die Fotografin Nora Klein aus Erfurt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Krankheit Depression. Ihr erster Bildband Mal gut, mehr schlecht. ist im Hatje Cantz Verlag erschienen. Mit ihrer Kamera unternahm Klein einen Annäherungsversuch. Gemeinsam mit Betroffenen versuchte sie die Erkrankung in Bilder zu fassen. Das Buch wurde von der Stiftung Buchkunst für die Auszeichnung der Schönsten Deutschen Bücher 2017 nominiert.

Der Brite Louis Quail zeigt in seiner intimen fotografischen Annäherung Big Brother das Leben seines Bruders mit Schizophrenie. Die Dokumentation, die mit dem Renaissance Photography Prize 2017 ausgezeichnet wurde, offenbart den Menschen in einer Krise, ohne je die Wertschätzung für ihn zu verlieren. Louis Quail hat für zahlreiche der bekanntesten britischen Zeitschriften gearbeitet und ist vielfach mit Preisen ausgezeichnet worden.

Die New Yorker Fotografin Melissa Spitz widmet ihre Arbeit You Have Nothing to Worry About dem Gefühlsleben ihrer schwer psychisch erkrankten Mutter. Die Fotografien sind über einen Zeitraum von zehn Jahren entstanden und zeigen Spitz‘ Mutter in verschiedenen Stadien der Erkrankung, in ihren Hoch- und Tiefphasen. Melissa Spitz wurde vom TIME Magazine zur Instagram-Fotografin 2017 gewählt. Sie veröffentlicht ihre Arbeiten unter anderem im TIME Magazine, in VICE und der Huffington Post.

Kostenfreie Führungen
Zur Ausstellung bieten wir kostenfreie Führungen für Studierende und Schüler*innen an.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: gro.i1556175137erdhc1556175137ohf@o1556175137fni1556175137

Mit freundlicher Unterstützung
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.
Die DGPPN ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Fragen der psychischen Erkrankungen in Deutschland.

Eröffnung: Donnerstag, 14. Februar 2019, 19 Uhr
Geleitwort:
Prof. Dr. med. Arno Deister, Past President der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.
Einführung:
Katharina Mouratidi, Künstlerische Leiterin f³ – freiraum für fotografie, im Gespräch mit Nora Klein, Fotografin, und Louis Quail, Fotograf.

Das Geleitwort wird in deutscher Sprache gehalten, die Einführung auf Deutsch und Englisch.

Begleitende Veranstaltungen

FOTO-FÜHRUNG
Sonntag, 11 Uhr, am 3. März und 7. April 2019; Eintritt frei.
FOTO-JAM
Ohren auf hier kommen Bilder! Mittwoch, 6. März 2019, 19 Uhr; Eintritt frei.
FOTO-TALK: AUF DER COUCH
Mittwoch, 20. März 2019, 19 Uhr; Eintritt: 5 € / ermäßigt 3 €.
Im Gespräch mit Ute Mahler, Mitbegründerin der OSTKREUZ – Agentur für Fotografen, gibt Sibylle Fendt Einblicke in ihre Arbeit und ihre neuen Projekte.

F³ – Freiraum Für Fotografie
F³ – Freiraum Für Fotografie

15. Feb — 21. April 2019
Vernissage: Donnerstag, 14. Feb, 19h
Rahmenprogramm: bitte siehe oben

Waldemarstraße 17, 10179 Berlin
[Mitte | Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-So 13-19h. Besondere Öffnungszeiten für Gruppen auf Anfrage.

Eintritt: 5 € / ermäßigt 3 €

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Berlin | Mitte

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