Einzelausstellung

»FACES AND MOVEMENTS«

Yvon Chabrowski

Für ihre aktuelle Werkserie befasste sich die Künstlerin Yvon Chabrowski (geb. in Ost-Berlin) mit der Funktionsweise von drei Überwachungs- bzw. Erkennungssystemen, die Gesichter, Bewegungen oder Gefühle erkennen und bewerten sollen. In einem Setting aus Videoinstallation und Live-Performance macht sie verschiedene Aspekte dieser Systeme visuell sowie räumlich erfahrbar und eröffnet einen fragmentierten Blick auf das Verhältnis von Bild und Körper. Besondere Aktualität erhält die Werkserie durch das im Sommer 2017 vorgestellte Überwachungssystem am Berliner Südbahnhof in Berlin, welches mittels Echtzeit-Datensammlungen Gesichter von Passant_innen erkennen soll.

WIE VIEL FREIHEIT KANN MAN DANN LEBEN?

Vier Videoinstallationen und eine Live-Performance werden in der Ausstellung FACES AND MOVEMENTS der Bildenden Künstlerin Yvon Chabrowski im Februar 2018 in der Dorothée Nilsson Gallery in Berlin vorgestellt.

FACIAL EMOTIONS ONE TO FIVE AND A TO E ist eine der Videoinstallationen. Grundlage für die Performance ist das sogenannten FACS – Facial Action Coding System, nachdem gängige Überwachungssysteme sechs Gefühle anhand des Gesichtsausdrucks einer Person erkennen und klassifizieren sollen. Die daraus resultierende Videoinstallation zeigt zwei Gesichter, inszeniert in der Tradition einer griechischen Maske, die die sechs verschiedenen Gesichtsausdrücke aufführt: Freude, Trauer, Angst, Überraschung, Ekel, Wut.

DYNAMICS ist eine weitere Videoinstallation, die in der Einzelausstellung gezeigt werden soll. Sie zeichnet die Dynamiken auf, die sich in einer Menschengruppe entfalten, in der jeder Einzelne unbewusst auf die Bewegungen seines Nachbarn reagiert: ein Verhalten im Schwarm. Die räumlichen Grenzen, innerhalb derer sich die Performer_innen bewegen, werden vom Blickfeld der Kameras abgesteckt. So nimmt das Aufzeichnungsmedium selbst Einfluss auf das Geschehen vor der Linse, bringt die Ereignisse, die es dokumentiert, mit hervor. Der „Blick von oben“ ist der Blick der Überwachungskamera, der die Kontrollierbarkeit einer Situation gewährleisten soll. Allerdings lässt sich das Geschehen sogar aus dieser doppelten Perspektive kaum rekonstruieren: Jedes Kamerabild zeigt eine etwas andere Dynamik, ein eigenes Narrativ.

Yvon Chabrowski studierte Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Timm Rautert und Florian Ebner sowie Freie Kunst an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Lyon. Sie war Meisterschülerin bei Peter Piller. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit medialen Bildformeln, die sie aus ihrem Kontext herauslöst und dadurch sowohl verfremdet als auch überhaupt erst greifbar macht. So vermitteln ihre skulpturalen Video-Installationen Bewusstsein für die Grammatik und Manipulationsstrategien allgegenwärtiger Medienbilder. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im EIGEN & ART Lab in Berlin (2009) und (2014), auf der 4. Moskau Biennale für junge Kunst (2014) und im Kunstmuseum Liechtenstein (2016). In diesem Jahr nimmt sie unter anderem an der 5. Odessa Biennale „Turbulence“ und „Between Post-truths and Events“, Frestas Trienal, São Paulo, teil.

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3. Feb — 31. März 2018
Vernissage: Freitag, 2. Feb, 18-21h
Künstlerführung (de): Mittwoch, 14. Feb, 18h
Gespräch (de) mit Susanne Holschbach & Yvon Chabrowski: Samstag, 17. März, 17h
Live-Performances CASSANDRA/BEWEGUNGSMUSTER: Samstag, 3. + 24. März, jeweils 17h

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Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
[Tiergarten | Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h

Eintritt frei

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