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Einzelausstellung

»Early Reading«

Martina Hoogland Ivanow

Die Kunst Martina Hoogland Ivanows beschäftigt sich mit der Darstellung von Transparenz. Die Fotografien, die die Künstlerin in dem Fotobuch Early Reading zeigt, sind Bilder taktiler Reize und Berührungen. Die Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir von einem Stuhl aufstehen, wenn eine Hand den Arm loslässt, den sie gerade noch berührt hat oder wenn Körper auf engem Raum mit denen anderer Menschen in Kontakt kommen, beschreibt sie als Wärmeschatten. Erlebnisse wie diese können poetisch oder ergreifend sein. Für ihre Sichtbarmachung bedarf es Wärmebildkameras.

Wärmebildkameras zeichnen nicht Licht sondern Wärme auf. Die Technik ist nicht nur für die Wissenschaft von massiver Bedeutung, ihr Wert ist zudem auch von ästhetischer Natur. Röntgen- und MRT-Geräte ermöglichen Einblicke in Körper, ohne in diese einzudringen oder sie aufzuschneiden. Mithilfe von Strahlen, Magnetfeldern und Radiowellen zeigen sie den Körper, wie er für das bloße Auge nicht wahrnehmbar ist. Machen die Aufzeichnungen einer Wärmebildkamera Transparenz erfahrbar?

Eine künstlerische Nutzung erfuhr die Technik durch den amerikanischen Fotografen Arthur „Weegee“ Fellig, dessen mit einem Infrarotfilm aufgenommene Bilder von Menschen in dunklen Kinosälen große Bekanntheit erlangten. Auch sein Kollege Minor White arbeitete mit Infrarotbildern, so beispielsweise in Sequence 10 von 1955. Eines der in diesem Rahmen veröffentlichten Bilder trägt den Titel Black Sun. Martina Hoogland Ivanows Film Interbeing sowie das Fotobuch Early Reading greifen auf das Motiv der schwarzen Sonne zurück und verorten sich in der fotografischen Tradition Whites. Die schwarze Sonne steht in Hoogland Ivanows Arbeiten für einen nur einen Atemzug anhaltenden Moment der Pause.

Der Titel des Fotobuches Early Reading erinnert an die frühen Leseübungen der Kindheit. Hände, die das lesende Kind halten; eine Erinnerung, die sich uns eingeprägt hat und die wir immer wieder aufs Neue aufrufen, die uns Zuversicht, Freude an Berührungen und Schutz vor Gefahr verspricht. Es ist die Suche unserer Körper, sowohl nach Nähe als auch nach Abstand, die Martina Hoogland Ivanow untersucht. Neben diesen Bildern zeigt das Buch Fotografien, die Demonstrationen zeigen, die am 01. Mai auf dem Sergels Torg in Stockholm stattfanden. Die Bilder politischen Aktivismus eröffnen eine zweite Sicht auf den Titel Early Reading: Erste Berührungen mit politischen Lehren und Theorien. Es sind demokratische Prozesse, die dem Verstehen und Verorten persönlicher Verantwortung und gesellschaftlicher Vorgänge dienen. Das Zusammenwirken der verschiedenen Motive des Fotobuches unterstreicht, dass Wärmebildkameras nicht nur Instrumente der künstlerischen Praxis sondern auch der strukturellen Überwachung sind.

Aus dem schwedischen Text Värme-Skugga-Viskning publiziert in Verktidskrift.se Nr: 01 2019 von Iréne Berggren, Fotohistorikerin, Autorin und Kuratorin.

Verwandter Artikel auf PiB:
#PiBinterview Nº12 | »7 Questions for…« Martina Hoogland Ivanow (in englischer Sprache)

DOROTHÉE NILSSON GALLERY

11. Jan — 29. Feb 2020
Vernissage: Freitag, 10. Jan, 18 Uhr

Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
[Ortsteil: Tiergarten | Bezirk: Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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