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Gruppenausstellung

»In Dialogue with Strömholm«

Mit Arbeiten von Christer Strömholm (1918-2002) sowie Dawid (*1949), Gerry Johansson (*1945), Henrik Strömberg (*1970), Hakan Elofsson (*1955), Inka und Niclas (*1985/1984), Julia Peirone (*1973), Linda Bergman (*1976), Martina Hoogland Ivanow (*1973), Sascha Weidner (1974-2015), Susa Templin (*1965), Thom Bridge (*1987), Yuken Teruya (*1973)

Die Dorothée Nilsson Gallery präsentiert mit der kommenden Ausstellung ein neues, spannendes Format. Vier seltene Unikate Abzüge des schwedischen Fotografen Christer Strömholm aus seiner ersten Werkschau von 1965 werden in Beziehung zu ausgewählten zeitgenössischen Künstlerpositionen der Galerie gesetzt. Die Arbeiten thematisieren und reflektieren im Dialog mit Strömholm wichtige künstlerische Aspekte aus seinem Schaffen auf ganz eigene Weise neu. 


Strömholm, der als einer der großen Fotografen Schwedens gilt, nimmt mit seinem außergewöhnlichen Œuvre eine wichtige Position innerhalb der internationalen Fotografiegeschichte ein. Mit der Kamera entwickelte er seine eigenen Bildvisionen von der Welt. Dabei begründete ein ausgeprägtes Interesse an Bildstrukturen sein Mitwirken in der wegweisenden Gruppe „fotoform“ um Otto Steinert. Bekannt wurde Strömholm vor allem mit seiner legendären Serie über die Transsexuellen vom Pariser Place Blanche (Les Amies de Places Blanche) aus den 1950er und 1960er Jahren. Seine dem fotografischen Existentialismus zugeordneten Schwarzweißfotografien verweisen mit einer schonungslosen Radikalität auf eine raue Lebenswirklichkeit, bestechen dabei aber auch mit ihrem poetischen Zauber. Das Geheimnis seiner Aufnahmen liegt in den surrealen Ausprägungen des von ihm Gesehenen, die sich zu neuen bühnenartigen Bildräumen verweben. Die Menschen darin gleichen zerbrechlichen, unwirklichen Geschöpfen, die sich in ihrer Alltäglichkeit sowie Unvollkommenheit und in ihrem Zweifel der Kamera offenbaren. Strömholm besaß großen Respekt, vor seinem Gegenüber und der Welt – Jedes Bild ist für sich gesehen nichts anderes als ein Selbstportrait, ein Teil des eigenen Lebens. (Strömholm, 1983).

Bei den jüngeren Künstlern und ihren Bildformulierungen ließen sich Parallelen entdecken: Die magische Präsenz einer Astkonstruktion bei dem Künstlerduo Inka and Niclas oder einer Tür bei Henrik Strömberg offenbaren surreale Momente. Der Raum als Ort subjektiver Erfahrung, der auf die Brüchigkeit des Seins verweist, sind für das künstlerische Verständnis von Susa Templin oder Yuken Teruya relevant. Identitäten und Selbstbefragungen hat Julia Peirone mit ihren Portraitbildern von Jugendlichen thematisiert. Bilder, die auf existentielle Fragestellungen verweisen und gleichzeitig den Blick verzaubern, hat Sascha Weidner geschaffen. Das von Linda Bergman zur Unkenntlichkeit verschmorte Puppengesicht erscheint wie eine grausame Metamorphose der körperlosen Köpfe aus Strömholms Bildwelt. Es sind diese Verweise von grafischen Elementen oder Metaphern, die zu der dialogischen Gegenüberstellung in der Ausstellung der dreizehn Künstler mit dem Altmeister geführt haben.

Christer Strömholm, als Hauptprotagonist der modernen Fotografie, löste sich bereits von dem dokumentarischen und narrativen Charakter des Mediums. Dawid (Björn Dawidsson), als Begründer eines postmodernen Verständnisses der Fotografie in Schweden, fußte die Genese seines Œuvres auf einer ikonographisch-experimentellen Bildsprache. Zeitgenössische Positionen, wie die in der Ausstellung arbeiten auf unterschiedlichste Weise und vor dem Hintergrund eines heutigen postfotografischen Verständnisses an der Erweiterung des Mediums in den real existierenden Raum.

Text: Franziska Schmidt

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15. Dez 2018 — 9. Feb 2019
Vernissage: Freitag, 14. Dez, 18-21h

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Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
[Tiergarten | Mitte]

Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-18h, und nach Vereinbarung

Eintritt frei

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