Sarah Straßmann (*1980), ist Künstlerin mit einem Schwerpunkt auf Fotografie und neuen Medien. Innerhalb dieser Bereiche verfolgen ihre Arbeiten zwei sehr gegensätzlicher Zugänge an das fotografische Bild. Auf der einen Seite nimmt sie mit ihrer 6×6 Kamera klassische analoge Farbfotografien auf, die sich im Spannungsfeld von inszenierten Raumsettings, Stillebenfotografie und der Visualisierung von Abwesenheit bewegen, auf der anderen Seite entwickelt sie künstlerische Forschungsprojekte im Diskurs der sog. „post Internet Art“.

Seit 2010 ist Sarah Straßmann Ph.D.- Kandidatin in Freier Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, zuvor Masterstudentin von Prof. Emanuel Raab und Prof. Dr. Anna Zika, nach einem Studium der Fotografie und Medien an der Fachhochschule Bielefeld.

Sarah Straßmanns Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem im Haus der Fotografie – Deichtorhallen Hamburg, im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung Frankfurt Main, im Goethe Institut Washington DC, im Fotomuseum Winterthur, im Neuen Museum Weimar, im Museum für Angewandte Kunst Köln, KW – Kunstwerke Berlin, Stadtmuseum Münster, Westwendischer Kunstverein, beim f/Stop Festival in Leipzig und beim European Media Art Festival EMAF Osnabrück. Mit ihrer Arbeit „The Void“ war sie Gewinnerin bei dem Wettbewerb „gute aussichten – junge deutsche Fotografie 2008/09.

Sarah Strassmann lebt und arbeitet seit 2012 in Berlin.

www.sarah-strassmann-fotografie.de
mail@sarah-strassmann-fotografie.de

✓ Buchbar für Aufträge im künstlerischen Kontext (in Berlin & international)

Ausgewählte Arbeiten

Serien: Opposite (seit 2009) und The Chase (2015)

Info

In den meisten ihrer großformatigen Fotografien erkundet Sarah Straßmann die Darstellbarkeit von Leere. Der physikalische Raum tritt in seiner Materialität vollständig zurück. Stattdessen übernehmen hauptsächlich Licht- und Stimmungsqualitäten eine Raumgestaltung, die an persönliche Erinnerungen der Bildautorin geknüpft ist. Auf diese Weise entsteht ein bildhaft anschaulicher Denkraum, der über das Abgebildete hinaus in das Reich der Imagination weist.

Serie: Expanded Pictures

Info

4-teiliges Forschungsprojekt, Fotografien / interaktive Installation / Videoloop / Performance, Größe variabel

Zur Fotografie als Handlungsgefüge im Kontext von Internet und Social Media

Welche Bedeutung hat heutzutage das Foto, wenn man es mit einem Handy-Klick ins Internet hochladen und sichtbar machen kann? Die vier teilige Arbeit „Expanded Pictures“ widmet sich einem künstlerisch wissenschaftlichen Forschungsprojekt. Die These: Innerhalb der mobilen fotografischen Bildpraxis zeigt sich eine neue Rolle der Fotografie. Die Funktion führt weg von der Fotografie als Bild und hin zum Fotografischen als Handlung, der vor allen Dingen visuelle und soziale Stereotype zugrunde liegen. Ein wichtiger Teil des aktuellen Zeitgeists sind unsere Persona und Dasein in der virtuellen Welt. Wie in der Realität, gibt es Verhaltensregeln für Darstellung und Inszenierung. Man kann zurzeit über stereotype visuelle Darstellung im Internet sprechen. Aber was sind eigentlich visuelle Stereotypen? Und welche Wirkung haben sie auf die Gesellschaft? Die Arbeit „Expanded Pictures“ fokussiert auf das „Selfie“ als Profilfoto bei Facebook. Das „Selfie“ ist unser zeitgenössisches Medium zur Selbstinszenierung. Es wird die Bedeutung des fotografischen Bildes in sozialen Onlinenetzwerken hinterfragt. Das Foto hat seinen dokumentarischen Charakter als Beweis verloren und seine neue Bedeutung durch den Akt des Foto-Hochladens gefunden. Diese zahlreichen via Handy generierten Selbstporträts haben keine Bedeutung per se sondern einen „performativen“ Wert. Die „Selfies“ vermitteln kein Vergnügen in fotografisch ästhetischer Sprache, sondern sie zeigen nur: „Ich bin da und ich fotografiere“. In dieser Logik sind die Selfies eine „Leerstelle“ innerhalb der zeitgenössischen Fotografie. Innerhalb der Arbeit wird ein Archiv von „Selfies“ erstellt. Dieses Archiv ist Kern der künstlerischen Forschung, das durch performative / interaktive Experimente verarbeitet wird.

Veranstaltungen mit Sarah Straßmann