Einzelausstellung

»Not just your face honey«

Stefanie Moshammer

C/O Berlin Talent Award 2018

C/O Berlin präsentiert vom 07. Juli bis 23. September 2018 die Ausstellung Stefanie Moshammer . Not just your face honey der diesjährigen Gewinnerin des C/O Berlin Talent Award. Die Eröffnung findet am Freitag, den 06. Juli 2018 um 19:00 Uhr im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin statt.

„AUSTRIA GIRL”, 2411 Mason Avenue, Las Vegas, Nevada – ein Brief, schreibmaschinengetippt, 35 Zeilen, eine bizarre Liebeserklärung eines Fremden. Eine Woche zuvor klopfte ein Mann namens Troy an die Tür des Hauses mit genau dieser Anschrift, in der Hoffnung seine Ex-Freundin anzutreffen. Stattdessen begegnete ihm Stefanie Moshammer. Sie ist Fotografin aus Österreich und für drei Monate in den USA, um an ihrem Fotoprojekt Vegas and She (2014/15) zu arbeiten. Beide tauschten nicht mehr als eine Handvoll Sätze aus und unterhielten sich nicht länger als fünf Minuten. Diese flüchtig-banale Begegnung ist dennoch Anlass für den Liebesbrief und markiert den Beginn der bildnerischen Erzählung der Arbeit I Can Be Her (2015) von Stefanie Moshammer. Die Themen wie Nähe und Fremde, Angst und Anziehung, Wirklichkeit und Fiktion kreisen um diesen realen und gleichzeitig imaginierten Mann, der sie bittet, mit ihm sein Leben zu teilen. Dem Wahn setzt sie ihre Fotos entgegen und geht selbst auf Recherche – im Internet und auf den Straßen an entlegenen Orten sowie in den Wüstenlandschaften von Las Vegas. Es ist ihr Versuch, diesen Unbekannten zu ergründen und dem Bild, welches er sich von ihr gemacht hat, ihr eigenes von ihm entgegenzusetzen. Zugleich visualisiert die Werkserie auch eine intensive Auseinandersetzung mit Sujets wie Liebe, Illusion, Identität, Kontrolle und Überwachung.

Stefanie Moshammers Fotografie ist häufig ein Gefüge aus unterschiedlichen Medien, mit der sie die Komplexität unserer Wahrnehmung beleuchtet. Basierend auf vorhandenem Material entwickelt sie eigene Fotografien, kartiert Bilder über Google Maps und verwendet Film-Footage, aber auch Video und fiktive Aufnahmen sowie Bilder aus ihrer Imagination. Damit schafft Stefanie Moshammer nicht nur neue Formen der Dokumentation, sondern vereint fiktionale mit erzählerischen Momenten und berührt so grundlegende Themen der Fotografie: Was ist Realität? Was ist Fiktion? Und welche Wahrheiten vermittelt das fotografische Bild?

Stefanie Moshammer ist Preisträgerin des C/O Berlin Talent Award 2018. Sie erhält ein Preisgeld von 7.000 Euro und wird mit der Einzelausstellung Stefanie Moshammer . Not just your face honey bei C/O Berlin geehrt. Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Publikation bei Spector Books, Leipzig, herausgegeben von Ann-Christin Bertrand für die C/O Berlin Foundation, mit Texten des diesjährig ausgezeichneten Kritikers Andreas Prinzing.

Stefanie Moshammer (*1988 in Wien) lebt und arbeitet in Wien. Nach ihrem Abschluss an der Modeschule der Stadt Wien absolvierte sie an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz ihren Bachelor of Arts in Visuelle Kommunikation und Fotografie sowie ein Fotojournalismus-Studium an der Danish School of Media and Journalism in Aarhus. Stefanie Moshammer erhielt zahlreiche Preise, u.a. eine Nominierung im Rahmen des Festivals Les Rencontres d’Arles, die Auszeichnung als Talent des Foam sowie eine Nominierung zum ING Unseen Talent Award der Unseen Photo Fair in Amsterdam. Ihre Fotografien erscheinen in zahlreichen Magazinen, wie i-D, ZEIT Magazin, New York Magazine, FOAM Talent Issue, M Le magazine du Monde, Purple Fashion Magazine, The Guardian, DAZED, uvm. und wurden in den jüngsten Publikationen Land of Black Milk (Skinnerboox – Publishing, Jesi, 2017) und Vegas and She (2015 Fotohof edition, Salzburg, 2015) veröffentlicht.

Andreas Prinzing (*1980 in Mainz) studierte Kunstgeschichte und arbeitete an der Kunsthalle Mainz und am Museum Ludwig, Köln. Seit 2015 ist er u.a. als Assistent des Ausstellungsmachers Kasper König tätig und war in die Planung der Skulptur Projekte Münster 2017 involviert. Mit einem Bein weiterhin im Rheinland, betreut er parallel die Peill-Stiftung am Leopold-Hoesch-Museum in Düren, wo er zuletzt Ausstellungen mit Haris Epaminonda und Rana Hamadeh kuratierte. Seine Texte sind u.a. erschienen in Eyes on the City: Urbane Räume in der Gegenwartsfotografie (Salzburg, 2012), Unbeugsam und Ungebändigt – Dokumentarische Fotografie um 1979 (Köln, 2014) und Skulptur Projekte Münster 2017 (Leipzig, 2017). Er schreibt regelmäßig für Camera Austria. Andreas Prinzing lebt und arbeitet in Berlin.

C/O Berlin Talent Award

Die Förderung und Begleitung junger Talente auf ihrem künstlerischen Weg ist integraler Bestandteil der Aktivitäten und des Selbstverständnisses der C/O Berlin Foundation. Als Ausstellungshaus für Fotografie und visuelle Medien bringt C/O Berlin Menschen zusammen und bildet so eine Plattform für den Austausch, Diskurs und das Netzwerk für junge internationale Gegenwartsfotografie.

Der C/O Berlin Talent Award ist ein in Europa einmaliger Förderpreis, der jährlich je eine herausragende Position in den Kategorien Fotografie und Kunstkritik bis 35 Jahre auszeichnet. Der prämierte Fotograf wird neben dem Preisgeld mit einer Einzelausstellung bei C/O Berlin geehrt. Die ausstellungsbegleitende Publikation erscheint mit Texten des ausgezeichneten Kritikers bei Spector Books, Leipzig. Die Teilnehmer am Wettbewerb um den C/O Berlin Talent Award werden von einer Fachjury nominiert. Aus diesen Nominierungen bestimmt eine preisgebende Jury fünf Kandidaten für eine Vorauswahl, aus der ein Preisträger ermittelt wird. Die Shortlist wird in der C/O Berlin Zeitung vorgestellt sowie im Rahmen der Kooperation von C/O Berlin mit dem Magazin Der Greif online präsentiert. arte begleitet den C/O Berlin Talent Award und die Ausstellung des Preisträgers als Medienpartner.

Seit 2006 fördert die C/O Berlin Foundation mit ihrem Nachwuchsprogramm angehende Fotografen und Kunstkritiker. Mehr als 80 junge Talente wurden seither mit Ausstellungen und Publikationen unterstützt und einem breiten Publikum vorgestellt, darunter die Fotografen Andy Spyra, Pepa Hristova, Sebastian Stumpf, Stephen Waddell und Tobias Zielony sowie die Kritiker Jutta von Zitzewitz, Florian Ebner, Maria Schindelegger und Steffen Siegel.

Zeitgleiche Ausstellungen bei C/O Berlin:
Wim Wenders »Sofort Bilder« und »Das Polaroid Projekt«.

Rahmenprogramm

Öffentliche Führungen
In deutscher Sprache: Jeden Samstag & Sonntag, 14h & 16h
In englischer Sprache: Jeden Samstag & Sonntag, 18h
Führung & Ticket online buchen

After-Work-Führung & Drink
20h + 20:30h am 12. Juli / 16. Aug / 20. Sep
Die Führung findet auf Deutsch statt.
Wim Wenders / Das Polaroid Projekt / C/O Berlin Talent Award
Details

MuseumsSommer: Abendführung & Sommerdrink
20h + 20:30h am 19. Juli / 9. Aug
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Lange Nacht der Museen
25. Aug, 18-02h
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Polaroid – Die Magie einer einmaligen Form der Fotografie
Workshop mit Christian Klant. In dt. Sprache.
8. & 9. Sep
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Alle Rahmenveranstaltungen hier im Überblick.

7. Juli — 23. Sep 2018
Vernissage: Freitag, 6. Juli, 19h
+ Rahmenprogramm: bitte siehe oben

Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin
[Charlottenburg | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffnungszeiten: Täglich 11-20h

Eintritt: 10 € / ermäßigt 6 € | Online Ticket

Weitere Empfehlungen für…
ganz Berlin

COVER FOTO: Wim Wenders, reluctant, unknown photographer, 1971 © Wim Wenders, Courtesy Wim Wenders Stiftung. Ausstellung »Wim Wenders . Sofort Bilder« bei C/O Berlin.

Der »PiB Guide«

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