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Works: © Jochen Lempert, Installation View At Between Bridges: Feathers, 2014

Einzelausstellung

Jochen Lempert

Ausstellung: 14. Nov – 19. Dez 2015 & 6. – 16. Januar 2016
Öffnungszeiten
Mi-Sa 12-18h

Beschreibung

In unmittelbarer Nachfolge und loser Bezugnahme auf Anders Clausen’s Ausstellung präsentiert Between Bridges die erste Einzelausstellung von Jochen Lempert in Berlin seit 1993. In Clausen’s Ausstellung waren zwei Ansätze der Naturwahrnehmung parallel vertreten: Der Wunsch nach genauer Vermessung, repräsentiert durch die Dringlichkeit im 19. Jahrhundert eine verbindliche internationale Festlegung der Maßeinheit Meter zu finden. Sie wurde aus dem Erdumfang errechnet und übertragen auf einen maximal genau geformten Metallstab. In der zweiten Werkgruppe wurden Federn verschiedener Vögel in verschiedenen Arten verändert, und eine eindeutige Trennung von mensch-gemachter Modifikation und evolutorischen Formgebungen unmöglich gemacht.

Jochen Lempert arbeitet seit 25 Jahren an einem offenen Werk über die Wahrnehmung von Natur und Kreatur in verschwimmenden Kontexten der wissenschaftlichen Forschung, der subjektiven Wahrnehmung und der mensch-gemachten Umwelt. Auch bei Lempert sind Vögel und ihr Federwerk ein immer wiederkehrendes Motiv, jedoch ist das Gesamtspektrum seiner Beobachtung überaus raumgreifend: von der Analogie des Glanzes der Tollkirschenbeere und dem Auge eines Eichhörnchen, hin zur Visualisierung seines eigenen Atems anhand von Langzeitbelichtungen kleiner Nachthimmelsfragmente mit einer Kamera, die auf seinem Brustkorb lagert. Mit seinen analogen schwarz-weiß Fotografien ist ein faszinierendes, komplexes, jedoch immer auch unvollständiges Lexikon von morphologischen Studien entstanden, die sich bewusst der taxonomischen Katalogisierung von Tieren und Pflanzen entzieht.

In Between Bridges wird Jochen Lempert, typisch für seine Arbeitsweise, eine Auswahl von Fotografien zeigen, welche auf den Moment und den Raum bezogen, eine Gesamtinstallation ergeben. Diese leitet die Aufmerksamkeit neben dem Blick auf die Außenwelt auch auf die Objekthaftigkeit dessen Aufzeichnung auf fotografischem Papier, dem Bildobjekt. Mit Klebeband direkt auf der Wand befestigt, sind diese Blätter unmittelbar erfahrbar als ein Zusammentreffen von pflanzlichen Fasern und Silberkristallen.

Jochen Lempert (geb. 1958) hat Biologie an der Universität Bonn studiert und arbeitet mit Fotografie seit den frühen 90er Jahren. In der Art einer wissenschaftlichen Annäherung, einer Spurensuche, einer Untersuchung und Findung von Form – allerdings befreit vom objektiven Gestus – nähert sich Jochen Lempert’s Arbeit visuellen und forschenden Aspekten der Fotografie, oft mit dem Ziel, die Kriterien der Wahrheitsfindung und die Modelle der Welt zu hinterfragen.
Lempert’s aufmerksamer und scharfsichtiger Blick beschränkt sich nicht auf den Moment der Aufnahme oder Bearbeitung des Materials. Seine Arbeit wächst im und in den Raum hinein. In seinen Präsentationen arbeitet er mit Gruppierungen und Größenordnungen, um mit dem Ausstellungsraum in Beziehung zu treten. Er wählt und platziert die Fotografien sorgfältig, immer mit Blick auf Querverweise und Assoziationen, und macht dabei subtile Korrespondenzen sichtbar. Lempert’s Arrangements gewähren uns neue Einsichten über unseren eigenen Platz innerhalb der Muster, der Strukturen, der Zufälligkeit oder der Ordnung, die die natürliche Welt vorgibt.

Der Kritiker Carles Guerra bemerkte in Art Journal, 30. Januar 2015: „Man könnte zu dem Schluss kommen, Lempert sei ein Verteidiger der Rechte der Natur, einer, für den der ökologische Standpunkt nicht ein lyrischer, sondern ein politischer ist. Ein derart ambitioniertes politisches Programm mit solch bescheidenen, direkt an die Wand geklebten Fotografien zu vermitteln, bekräftigt die utopischen Aspekte dieses Projektes. Mit ihren sich wellenden Rändern wirken Lemperts Fotografien prekär. Hier klaffen Produktionsmittel und Anspruch so weit auseinander, dass man nicht anders kann, als Sympathie für die Position des Fotografen zu empfinden. Lempert ist ein Künstler, der aufrichtig daran glaubt, dass die Natur für sich selbst spricht; und dies zum obersten Ziel seines Projektes erhebt. Demnach ist der Fotograf nicht mehr ein Zeuge, sondern ein Fluchtpunkt knapp davor, ganz zu verschwinden.“

Unter Jochen Lempert’s zahlreichen Einzelausstellungen sind besonders zu erwähnen 365 Quadres sobre Història Natural, ProjecteSD, Barcelona, 2003; Coevolution, Museum für Gegenwartskunst Siegen, 2005; Recent Field Work, Culturgest, Lissabon, 2009; Museum Ludwig, Köln, 2010; Hamburger Kunsthalle, 2013; Cincinatti Art Museum, 2015. Erschienene Monografien: 365 Tafeln zur Naturgeschichte, Bonner Kunstverein / Kunstverein Freiburg, 1997; Coevolution, 2005; Recent Field Work, 2009; Phenotyp, 2013; Composition, 2015, alle bei Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. 1995 erhielt Jochen Lempert, zusammen mit Thomas Demand, Barbara Probst und Wolfgang Tillmans den Ars Viva Preis des Kulturkreises im BDI. Zum Berlin Gallery Weekend 2016 wird BQ eine Einzelausstellung von Jochen Lempert mit neuen Werken präsentieren. Jochen Lempert wird von ProjecteSD, Barcelona und BQ-Berlin repräsentiert.

Event Details

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