Open Studios / Tage der offenen Tür

»OPEN STUDIOS AR_29«

„Studio Sarah Straßmann“ & Gastkünstler:
Menno Aden, Betty Böhm, Ute Schernau

Die KünstlerInnen der AtelierEtage AR_29, ehemals Polizeietage öffnen zum 4. Mal ihre Ateliers für interessierte Besucher. Gelegen im nördlichen Stadtteil von Berlin zwischen dem Paracelsus-Bad und der Weißen Stadt, historische Siedlung der Berliner Moderne – zum UNESCO Weltkulturerbe gehörend – befindet sich die AtelierEtage AR_29. Im zweiten Obergeschoss des Industriehofs Alt-Reinickendorf 28-29 werden auf über 1.000 qm 13 Ateliers für ein komplettes Ausstellungswochenende am Samstag, den 04. November 2017 von 14-20 Uhr und Sonntag, den 05. November 2017 zwischen 14-18 Uhr geöffnet. Zu sehen sind nicht nur die offenen Ateliers, auch 37 eingeladene Gastkünstler zeigen in den Räumlichkeiten ihre Arbeiten.

PROGRAMM:

Samstag 04. Nov. von 14 – 20 Uhr + Sonntag 05. Nov. von 14 – 18 Uhr:
Kunsthistorische Führungen
Treffpunkt im 2.OG. an der Wendeltreppe um 14.30| 16.00| 17.00 Uhr // kostenfrei

Samstag von 14-18 Uhr:

Mittagstisch, Kaffee und Kuchen
im CAFÉ ALINE (im EG)

Im Rahmen des Wochenendes präsentiert das „Studio Sarah Straßmann“ gemeinsam mit den drei Gastkünstlern Menno Aden, Betty Böhm und Ute Schernau, Arbeiten mit einem Schwerpunkt auf Fotografie und neue Medien.

Menno Aden (*1972), hat eine große Sensibilität für Architektur, Räume und Perspektiven. Menschen sind in seinen Arbeiten so gut wie nie zu sehen. Und doch sieht man in ihnen Spuren, die sie gezogen und hinterlassen haben. Für die Serie „Over Head“ hat Aden Decken verlassener Verwaltungsräume des ehemaligen US-Hauptquartiers in Berlin-Dahlem fotografiert. Er hält damit einen Moment der bewegten Geschichte fest, die diesem Gebäudekomplex als Militäranlage der U.S.-Army während des Kalten Krieges innewohnt, nämlich jenen des Übergangs, kurz vor der Umgestaltung der verwaisten Räume. Dieser Moment wird mittels Fotografie konserviert und in die Gegenwart hineingetragen. Es ist der Blick des Spurensuchers, der das Gebäude nach den materiellen Überresten der mittlerweile verblassten, historisch so bedeutenden Funktion abtastet.

Betty Böhm (*1979) zeigt mit ihrer Arbeit „CCTV“ ein fiktives, auf Still-Fotografien basierendes Überwachungsvideo einer Motelanlage. 1957 eröffnete das Royal Hawaiian Motel in Kalifornien, am Rande des Death Valley und ist im Jahre 2009 Sinnbild für den schleichenden Verfall eines Lebenstraumes und gleichzeitig symptomatisch für die weltweite Finanzkrise. Das krankende Überwachungssystem der Anlage zeichnet ein fragmentarisches Portrait eines bald nicht mehr existierenden Ortes, quasi als Live-Übertragung des eigenen Untergangs – Closed Circuit Television ad absurdum, lange vor der algorithmisch kontrollierten Rundumüberwachung der heutigen Zeit.

Ute Schernau (*1978) gibt mit ihrer Arbeit „Plastic Tales“ Einblicke in ihr gleichnamiges Buchprojekt. In poetisch inszenierten Fotografien nähert sie sich dem Material Plastik und dessen alltäglichem Gebrauch im Privaten an. Sie zeigt, wie innerhalb der Familie die Sehnsucht der Eltern nach Natürlichkeit mit unseren modernen Lebensgewohnheiten kollidiert. Plastik ist nicht mehr aus dieser Welt wegzudenken. Am wenigstens wohl aus der der Kinder. Geformt zu bunten Tieren, Bällen oder Fasern in Textilien umgibt es schon die Allerkleinsten. Es ist Teil ihres Entdeckens und Begreifens; es ist Ausdrucksmittel ihres Spiels und ihrer Phantasie.

Sarah Straßmann (*1980) zeigt Arbeiten aus laufenden fotografischen Werkgruppen, hierzu gehören Ausschnitte aus der „Shifting“ Serie sowie aus dem Projekt „The Chase“. Mit ihrer 6×6 Kamera nimmt sie hier klassische analoge Farbfotografien auf, die sich im Spannungsfeld von inszenierten Raumsettings, Stillebenfotografie, Dokument und der Visualisierung von Abwesenheit bewegen. In den meisten ihrer großformatigen Fotografien erkundet Straßmann die Darstellbarkeit von Leere. Der physikalische Raum tritt in seiner Materialität vollständig zurück. Stattdessen übernehmen hauptsächlich Licht- und Stimmungsqualitäten eine Raumgestaltung, die an persönliche Erinnerungen der Bildautorin geknüpft ist. Auf diese Weise entsteht ein bildhaft anschaulicher Denkraum, der über das Abgebildete hinaus in das Reich der Imagination weist.

4. — 5. Nov 2017
Samstag & Sonntag
Facebook Event

Alt-Reinickendorf 28-29, 13407 Berlin
[Reinickendorf | Reinickendorf]

Öffnungszeiten: Samstag (4. Nov): 14-20h, Sonntag (5. Nov): 14-18h

Eintritt frei

Öffentliche Verkehrsmittel:
S25 Alt-Reinickendorf, U8 + Bus 120 Paracelsus-Bad (Ausgang Roedernallee)
BVG Fahrplanauskunft

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