© Martin Von Den Driesch, Soldier On Holy Mountain Paektusan, 2014

Einzelausstellung

»Crossing Frontiers: North Korea’s Great Unknown«

Martin von den Driesch

Vernissage: Donnerstag, 2. März 2017, 19h (Facebook Event)
Korean Party: Samstag, 18. März 2017, 20h (Facebook Event)
Ausstellung: 3. – 23. März 2017

Öffnungszeiten: Do-So 12-18h
Erweiterte Öffnungszeiten an den letzten 3 Tagen: Di 21. März – Do 23. März: 10-19h
Eintritt frei

Beschreibung

Nordkorea, 10. August 2014: Gegen Mittag erreicht die Reisegruppe den Gipfel des Paektusan im nordkoreanisch-chinesischem Grenzgebiet. Der Paektusan wird von allen Koreanern als mystischer Ort verehrt, als Gründungsstätte der koreanischen Nation. Hier gelingt Martin von den Driesch ein Foto, das bis heute zu einem Lieblingsmotiv seiner Korea-Expedition zählt: Die Soldatin auf dem heiligen Berg Paektusan, schüchtern vor der Kamera stehend, den direkten Blick vermeidend. Sie hat erstaunlicherweise nicht ablehnend auf den Vorschlag des Fotografen reagiert – mehr gestikulierend denn per Sprache vermittelt – ihm einige Meter zu folgen, um den perfekten Hintergrund (Himmelssee und China!) zu haben. Schnell eine Handvoll Bilder gemacht, bevor es wieder von Seiten der government minders tönt: „No more photos, Martin. Come on, let’s go!“.

5 Wochen vorher ist der Fotograf als einziger westlicher Teilnehmer einer russisch-koreanischen Reisegruppe in Moskau aufgebrochen, um per Auto durch verschiedene ehemalige Sowjetrepubliken und dann durch Sibieren bis nach Vladivostok zu fahren. Von dort geht es weiter an die russische Grenzstadt Hassan, wo die Autos auf eine Art Autoreisezug geladen werden, um einige Kilometer weiter, dann in Nordkorea, entladen zu werden für die Weiterreise. Alles unter ständiger Beobachtung durch Genosse Tso von der Nordkoreanischen Botschaft in Moskau, der uns vor Grenzübertritt nochmals einbläut: Wenn ein Expeditionsteilnehmer ein Problem macht, bedeutet das Probleme für die ganze Gruppe, einschließlich der government minders. Gesellschaftskritik muss also außen vor bleiben.

Den einzigen Ausfall diesbezüglich leistet sich der Fotograf an einem feucht-fröhlichen Abend in der nordkoreanischen Provinz, wo auf die russisch-koreanisch-deutsche Freundschaft angestoßen wird (Anlass der Reise ist das Jubiläum 150 Jahre der ersten Koreanischen Ansiedlung in Russland): Auf die Beliebtheit von Hyundai und Kia in Deutschland verweisend, erntet er tödliche Blicke und eisiges Schweigen von seinen nordkoreanischen Begleitern. Nord und Süd verwechselt. Nicht immer ist Wodka vorteilhaft als Zungenlöser.

Weitergehende Konsequenzen scheint dieser Ausfall aber nicht zu haben: kurz vor Ende der Reise kreuz und quer durch Nordkorea gibt es für jeden Expeditionsteilnehmer in Pjöngjang eine Anstecknadel mit Portraits des Ewigen und des Großen Führers, also von Staatsgründer Kim Il-Sung und seinem Nachfolger Kim Jong-Il, überreicht vom Parlamentssprecher persönlich.

Und am letzten Tag in der nordkoreanischen Hauptstadt gibt es sogar noch grünes Licht für eine historische Aktion: die Reisenden dürfen als erste Gruppe überhaupt direkt mit den Autos von Pjöngjang über die Demilitarisierte Zone (DMZ) nach Seoul reisen – wo sie mit rotem Teppich, dutzenden Kameras und einem weiteren besonders Geschenk empfangen werden: eine Uhr mit der Aufschrift „By the Prime Minister of Korea“.

Vom 03. bis 23. März 2017 zeigt Martin von den Driesch Fotos und Videos im Atelier für Photographie, Christburger Strasse 18, 10405 Berlin [Prenzlauer Berg].

Kommende Ausstellung:
»New Generation Photographer / JAPAN+FRANCE«
Vernissage: Samstag, 25. März 2017, 19h

Event Details

Atelier für Photographie | Jörg Steinbach
|||::
Christburger Straße 18, 10405 Berlin, Germany

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