Gruppenausstellung

»Skip Intro«

EEP Berlin:
Gorsad Kiev, Igor Chekachkov, Piotr Pietrus, Svitlana Levchenko, Tihomir Stoyanov

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ist Osteuropa kulturell immer noch wenig bekannt und es scheint, dass die kulturelle Barrieren diejenigen sind, die als letzte fallen. Aus dieser Überlegung entstand der Wunsch, eine Plattform zu gründen, die die Arbeit zeitgenössischer osteuropäischer Autoren unterstützt, ausstellt, fördert und verkauft.

SKIP INTRO, unsere erste Gruppenausstellung konzentriert sich thematisch auf Identitätsfragen und das Medium der Fotografie als Fortführung des Selbst. Es werden Arbeiten von den folgenden Künstler präsentiert:

Gorsad Kiev sind ein dreiköpfiges Fotografenkollektiv, die mit ihrer fotografischen Arbeit eine Diskussion über die Gegenwart der heutigen ukrainischen Jugend anstoßen wollen. In ihren grobkörnigen Bildern und Videos sehen wir Kinder aus Kiews Vorstädten, die oft vor einer weißen Wand erscheinen und von einem einfachen Blitz ausgeleuchtet werden. Obwohl unpolitisch und stark auf das Individuum fokussiert, erzählen diese Fotografien mit ihrer Direktheit einiges über den Kontext, in dem sie geschaffen worden sind: ein Land, das sich seit 2014 im Krieg befindet.

Für Igor Chekachkov ist NA4JOPM8 ein Versuch, den Verlust seines 10-jährigen Fotoarchivs innerlich zu verarbeiten. Als seine gleichnamige Festplatte mit 250.000 darauf gespeicherten Bildern von der Reparatur zurückkam, waren neue Bilder zu sehen. Fragmente aus alten Fotos und unzählbare digitale Artefakte hatten sich in einer komplett neuen, multidimensionalen Realität vermischt. „Während der Ereignisse von Maidan wollte ich eine Arbeit schaffen, in der es nicht nur um Maidan oder Anti-Maidan ging, sondern um die zusammenhängende Darstellung dessen, wie es sich anfühlt, Teil einer so widersprüchlichen Realität zu sein.“

Piotr Pietrus ist ein in Polen geborener Künstler, der die Akademie der Künste in München abgeschlossen hat und seit 2005 mit Fotografie arbeitet. Auf der Suche nach flüchtigen Augenblicken in unserem schnelllebigen Alltag, sammelt er Bilder, die einmal zusammengesetzt eine eigene Erzählung anfangen. Seine neue Arbeit Cicha Woda (Leises Wasser) ist ein visueller Atlas der Magie, welche leise unter der Oberfläche fließt.

„In meiner Kindheit habe ich oft gehört: „Du bist nicht schön, du bist hübsch“, sagt die in Odessa geborene Svitlana Levchenko. In ihrer aktuellen Arbeit YatFTIL erkundet die junge Autorin die Einschränkung des Selbstvertrauens der Frauen in der heutigen Gesellschaft. Dies ist eine persönliche Reflektion, die sich mit der Frage beschäftigt, warum die weibliche Identität bis heute primär auf ihr Aussehen reduziert bleibt.

I Give You My Face Portrait von Tihomir Stoyanov führt uns zurück zu einer vergessenen Tradition: Freunde tauschten damals gedruckte Passfotos mit kleinen Botschaften aus. Die Arbeit umfasst Portraits, die zwischen 1930 und 1991 entstanden sind und die Tihomir Stoyanov aus hunderten ähnlicher Fotos auf dem Flohmarkt ausgesucht hat. Im Jahr 2015 gründete er das Imaginary Archive , ein bulgarisches Archiv für gefundene Fotografien, das mehr als 10.000 Negative und Dias enthält.

Alle Arbeiten werden zum ersten mal in Berlin gezeigt. Wir haben Projekte ausgewählt, bei denen die Fotografie nicht nur dokumentiert, sondern als Medium im Mittelpunkt steht. SKIP INTRO versucht, die osteuropäische Fotografie nicht auf einen einzigen Stil oder eine bestimmte Richtung zuzuspitzen, sondern ihre Bedeutung über ihren ursprünglichen Kontext hinaus zu erkunden.

Die Ausstellung ist Teil des Monat der Fotografie-OFF Berlin 2018.

4. — 28. Okt 2018
Vernissage: Mittwoch, 3. Okt, 19-22h

Kaiser-Friedrich-Str. 67, 10627 Berlin
[Charlottenburg | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Öffnungszeiten: Täglich 18-01h

Eintritt frei

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