Michael Najjar, “liquid Time”, 2017, Hybrid Photography, Archival Pigment Print, Diasec, Custom-made Aluminium Frame, © Michael Najjar, Courtesy The Artist

Einzelausstellung

»Planetary Echoes«

Michael Najjar

Vernissage: Freitag, 21. April 2017, 19-21h
Begrüßung: Dr. Christiane Stahl, Leiterin der Alfred Ehrhardt Stiftung
Ausstellung: 22. April – 18. Juni 2017
+ Begleitende Veranstaltungen: bitte s.u.
Öffungszeiten: Di-So 11-18h, Do 11-21h
Erweiterte Öffnungszeiten zum Gallery Weekend Berlin 2017 (April 28 – 30):
Freitag, 28. April, 11-21h
Eintritt frei
Barrierefrei: Ja

Beschreibung

Die Alfred Ehrhardt Stiftung freut sich, die Einzelausstellung “Planetary Echoes” des international bekannten, in Berlin lebenden Künstlers Michael Najjar zeigen zu können. Najjar zählt zu jener Avantgarde von Künstlern, die die technologischen Entwicklungen, die das frühe 21. Jahrhundert so einschneidend verändern, mit einem differenzierten und kritischen Blick betrachten. Seine Foto- und Videoarbeiten schöpfen aus seinem interdisziplinären Kunstverständnis: Er verbindet Wissenschaft, Kunst und Technologie zu Utopien zukünftiger Gesellschaftsstrukturen, wie sie von den hochmodernen Technologien hervorgebracht werden.



Im Mittelpunkt der Ausstellung “Planetary Echoes” steht das Terraforming und die Vorstellung einer zukünftigen Besiedlung des Weltraums durch den Menschen. Michael Najjars fotografische und filmische Kompositionen verweisen auf formale sowie thematische Ähnlichkeiten zwischen unserem eigenen Heimatplaneten und anderen Monden und Planeten innerhalb des Sonnensystems. Seine großformatigen Fotografien zeigen natürliche extraterrestrische Lebenswelten, die erhaben und zugleich seltsam vertraut anmuten, bei denen es sich in Wirklichkeit jedoch um synthetische Konstruktionen einer nicht allzu fernen zukünftigen Realität handelt. Die ergreifende Schönheit seiner interplanetaren Landschaften ergibt sich aus der Hyperrealität eines imaginären Naturraums, der jenseits des (bislang) Erreichbaren lokalisiert ist.



Najjars formaler und inhaltlicher Vergleich der terrestrischen Natur mit extraterrestrischen Umgebungen steht im Einklang mit dem Ausstellungsprogramm der Alfred Ehrhardt Stiftung: Die von Ehrhardt und seinen Zeitgenossen postulierten kosmischen Gesetzmäßigkeiten, die mit lebensphilosophischem Impetus begründete Kongruenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos, finden in Najjars Kompositionen ihren visionären Widerhall. In seiner Aufnahme “interplanetary landscape” vermischt sich die aus großer Höhe betrachtete Oberflächenstruktur der Erde mit der des Planeten Mars. Bei den “waves of mars” könnte es sich ebenso gut um die Sanddünen der Kurischen Nehrung handeln, wie Ehrhardt sie fotografiert hatte. In der Arbeit “europa” verschmelzen schließlich Gletscher der Erde mit Gletscherregionen des Jupitermondes Europa zu einer formalen Einheit.




“Je weiter wir uns in den Weltraum hinauswagen werden”, so der Künstler, “umso mehr wird unser intellektuelles und wissenschaftliches Wissen um unseren Platz im Universum ergänzt werden durch die direkte Erfahrung, die unsere Identität und unser Verständnis dessen, wer wir sind und wo wir herkommen, verändern wird. Durch die Expansion der Präsenz des Menschen im Sonnensystem werden wir die nächste Stufe der Evolution erreichen: den ‘Homo spaciens’: Eine neue Art des Menschen, die sich in hohem Maße an das Leben im All anpassen kann und besser dafür geeignet ist, diesen Raum zu erkunden und zu besiedeln, und der es möglich ist, von der Erde entfernt zu leben. Wir müssen zu der Einsicht gelangen, dass zwischen Erde und Weltraum kein Gegensatz besteht, da die Erde ja bereits Teil des Weltraums ist.”



Neben Arbeiten, die in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind, wird Michael Najjar auch ganz neue Werke zeigen, darunter eine Videorabeit zum Thema ”Terraforming”, die Anfang 2017 auf Island entstand. Damit schlägt er zugleich eine Brücke zwischen seiner eigenen Arbeit und der von Ehrhardt, der 1938 eine zweimonatige Foto- und Filmexpedition auf Island unternommen hatte. Seine abenteuerliche Reise führte Ehrhardt zu unberührten, von Gletschern und Vulkanen geformten “Urlandschaften”, wo er “Einblicke in den Ursprung der Erde” zu gewinnen hoffte. Er näherte sich der Landschaft in seiner Arbeit mit einer typologischen Herangehensweise und mit einem avantgardistischen, abstrakten Bildvokabular. Michael Najjar filmte an vielen der Orte, die Ehrhardt vor fast einem Jahrhundert aufgesucht hatte. Ehrhardts Suche nach dem Ursprung der Erde führt Najjar um einen Schritt weiter zur wichtigsten Herausforderung des 21. Jahrhunderts überhaupt: die Zukunft der Erde zu sichern.



Eine begleitende Publikation, die sich ausführlicher mit der Idee der Erkundung und Besiedlung des Weltraums befasst, wird bei Spector Books erscheinen.


Begleitende Veranstaltungen

Für alle Veranstaltungen: Eintritt frei | Um Voranmeldung per E-Mail wird gebeten.
Weitere Details zu allen Veranstaltungen siehe Website der Alfred Ehrhardt Stiftung.

Freitag, 5. Mai 2017, 18:30h:
“Planetary Echoes. Exploring the Implications of Human Settlement in Space”
Podiumsdiskussion mit Nelly Ben Hayoun (Experience Designer), Xavier De Kestelier (Hassell Studio), Sir Tim Smit (Mitbegründer des Eden Project), Michael Najjar, Moderation: Lukas Feireiss.
Die Diskussion findet in englischer Sprache statt

Sonntag, 28. Mai 2017, 14h:
Künstlerführung (auf Deutsch) mit Michael Najjar durch die Ausstellung

Samstag, 3. Juni 2017, 11h:
Atelierführung (auf Deutsch) mit Michael Najjar

Sonntag, 11. Juni 2017, 14h:
In der Reihe “Literaturhaus der Fotografie”: Lesung mit Frank Arnold.
“Spaziergang im Weltraum ‒ Der literarische Kosmos hinter den Fotografien von Michael Najjar”

Mittwoch, 2. August 2017, 19h:
Lichtbildervortrag von Franziska Hell:
“Photographieren – auch ne Art von Hexerei” – Ernst Barlachs Verhältnis zur Fotografie

Event Details

ALFRED EHRHARDT STIFTUNG Berlin
|||::
Auguststraße 75, 10117 Berlin, Germany

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