Duo-Ausstellung

»Ute Lindner / Majla Zeneli«

Die aff Galerie beginnt ihr Programm 2020 mit einer Duo-Ausstellung der Künstlerinnen Ute Lindner und Majla Zeneli. Die Künstlerinnen verbindet die Arbeitsweise mit analogen fotografischen Techniken, die sie als kreatives und reflektierendes Mittel nutzen. Die präsentierten Werke werfen auf vielfältige und poetische Weise Fragen zu den Themen Verortung, Realität, Gegenwart und Vergänglichkeit auf.

Seit ihrem Studium in Breslau und Halle (Saale) hat sich Majla Zeneli (*1980 in Tirana) in ihren künstlerischen Arbeiten mit Collage und Druckgrafik beschäftigt. Besonders die aufwändige Technik des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Mezzotinto-Tiefdruckverfahrens und seine malerische Qualität ist für die Künstlerin ein wichtiges Ausdrucksmittel geworden. Grundlage ihrer aktuell in der aff Galerie Berlin gezeigten Arbeiten ist fast immer eine Fotografie eines ihr unbekannten Menschen. Bildinhalte werden von ihr zerlegt, fragmentiert und von Neuem zusammengesetzt. Es entstehen geometrische Figuren, die den Darstellungen eine besonders plastische Wirkung geben.Während sie den Bildern ihre natürliche Ordnung nimmt, gestaltet sie gleichzeitig eine neue Ordnung. Die Abstraktion geht jedoch nie soweit, dass das Motiv nicht mehr vorstellbar bleibt. In der Betrachtung unterliegen wir letztlich unserem Bedürfnis, die ursprüngliche Ordnung wiederherzustellen. Zugleich haben die Bilder eine durchaus irritierende Wirkung, denn die scharfkantigen Schnitte durch Gesichter berühren auch unsere eigene Verletzlichkeit.

Ute Lindner studierte Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie und Installation sowie Kunstwissenschaft und Philosophie an der Kunsthochschule/Universität Kassel. Ihre Werke befassen sich mit dem Imaginären im Spannungsfeld von Gegenwart und Abwesenheit, Ort und Nicht-Ort, Bild und Abbild. Ihr Beitrag zur Ausstellung sind zwei voneinander unabhängige Werkkomplexe: Eine im Jahr 1995 entnommene Wandbespannung, die ursprünglich aus den Ausstellungsräumen der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel stammt, wird als Ready-made präsentiert. Es ist ein großformatiges Fotogramm, das die nun abwesenden Gemälde aus dem 16. Jahrhundert durch den von ihnen über viele Jahre abgeschatteten Bereich auf dem Filz schemenhaft abbildet. So bezieht sich das Werk unter anderem auf den Begriff der Zeit und erinnert an den Ursprung des Fotografischen. Die zweite Werkgruppe „Plis“, an der Lindner seit 2018 arbeitet, zeigt Cyanotypien. Durch Faltungen wird Papier zu einem dreidimensionalen Gebilde, das anschließend von der Sonne belichtet wird. Durch Wässerung entwickelt sich Preußischblau dort, wo zuvor das UV-Licht auf das Papier auftraf. Auf diese Weise entstehen Unikate, die ein zerbrechliches Zeit-Raum-Gefüge in vielfältigen Blauschattierungen dokumentieren.

Medienpartner: PiB – Photography in Berlin
aff Galerie Berlin

15. Feb — 22. März 2020
Vernissage: Freitag, 14. Feb, 19 Uhr

Kochhannstraße 14, 10249 Berlin
[Ortsteil: Friedrichshain | Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg]

Öffnungszeiten: Sa & So 15-18h

Eintritt frei

Vorherige Ausstellung in der aff Galerie

»Pop-Up #1«

Anne Erhard, Sven Gatter, Florian Grosse, Lukas Heibges, Anton Roland Laub, Maidje Meergans, Stef Rieder, Sarah Straßmann, Matthias Walendy, Franca Wohlt

14. — 15. Dez 2019

Darauffolgende Ausstellung in der aff Galerie

»Simultan: Positionen im Raum«

Diana Artus, Sven Gatter, Tamara Lorenz, Sarah Straßmann

4. — 26. April 2020
Vernissage: Freitag, 3. April, 19 Uhr

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