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Oliver Blohm »Sturm Und Zwang« @ A Space Under Construction (ASUC), Berlin Kreuzberg

Einzelausstellung

»Sturm und Zwang«

analoge Fotografien von Oliver Blohm

Vernissage: Freitag, 5. August 2016, 19:30-00h (Facebook Event)
In Anwesenheit des Künstlers
Musik von decal-chain
Ausstellung: 6. – 10. August 2016
Kuratiert von Beatrice Miersch & Alexander Masche
Öffnungszeiten: Sa & So (6. & 7. Aug): 12-20h, Mo-Mi (8. – 10. Aug): 15-20h
Eintritt frei

Beschreibung

Stillgestellt, gefangen, gezwungen und doch kraftvoll und frei sind die Fotografien von Oliver Blohm. Der in Berlin lebende Fotograf stellte zuletzt in Mailand, London, Paris und New York aus. Dort waren seine Arbeiten u.a. mit Gerhard Richter, Georg Baselitz, Ellen von Unwerth und Jack White zu sehen. A Space Under Construction (ASUC) zeigt vom 5. bis 10. August 2016 die analogen Fotografien des Künstlers nun erstmals in einer umfassenden Einzelschau.

In den rund 60 Werken seiner Ausstellung Sturm und Zwang liefert der Künstler Antworten auf aktuelle Fragen unserer Zeit: Welches Verhältnis existiert zwischen Menschen und technischen Objekten? Welche Rolle spielt die Materialität im Zusammenhang mit dem künstlerischen Prozess und ihrer ästhetischen Erfahrung? Oliver Blohm begreift die Kamera als Extension seines eigenen Körpers – „es ist die perfekte Symbiose zwischen Subjekt und Objekt”, sagt die Kuratorin Beatrice Miersch.

Sein technisches Wissen über die 8×10 Kamera und den Sofortbild-Film (Impossible Project & Polaroid) verschmelzen dabei zu einem künstlerisch spürbaren Kontrast zum virtuell-digitalen Zeitalter.“

Zu sehen ist ein Destillat seiner Arbeiten der letzten Jahre, die sich nicht in ein einzelnes Genre einordnen lassen. Modefotografie, bei der die Mode mit dem Körper verschmilzt, Porträtfotografie, die gleichsam eine düstere Seele und die innerste Schönheit zeigt sowie Stillleben aus einer vergangenen Zeit. „Wir freuen uns sehr, mit Oliver einen aufstrebenden Fotografen gefunden zu haben, dessen künstlerische Ausdruckskraft und Abwechslung hervorragend das Selbstverständnis unserer neuen Location als vielfältigen Kreativraum repräsentiert”, sagt Alexander Masche, Projektmanager und Co-Kurator der Ausstellung.

A Space Under Construction ist der neue Concept Space des Ritter Butzke. Der rund 600 m² große Raum versteht sich als interdisziplinäre Plattform für das gemeinschaftliche Erarbeiten kreativer Inhalte mit Künstler_innen, Kurator_innen, Institutionen und Marken.

Oliver Blohm ist derzeit an keine Galerie gebunden. Es besteht die Möglichkeit unter besonderen Konditionen einzelne Werke zu kaufen. Die Ausstellung wurde kuratiert von Beatrice Miersch und Alexander Masche.

Interview mit Oliver Blohm

1. Virtual Reality, fahrerlose Autos und überall Selfies – nie war die Welt digitaler, schnelllebiger und so überschwemmt von Bildern. Du selbst gehörst zu den Digital Natives, arbeitest aber konsequent mit analogen Materialien. Was treibt dich an, was ist bei dir anders?

Digitaler Wandel, Gadgets und neue technische Möglichkeiten haben mich schon immer interessiert. Die Fragen nach Optimierung von Dingen und wie etwas funktioniert sind seitdem ich ein Kind bin sehr präsent in meiner Gedankenwelt. Ich denke genau das führt zu meiner Arbeitsweise, auch wenn es eine andere Form angenommen hat. Ich habe als Kind gerne gebastelt und experimentiert, besonders mit technischen Geräten. Genau dieses Interesse hat sich bis heute fortgesetzt und findet sich in meiner Arbeit wieder: Die Suche nach der Funktion, wobei dies sich nicht nur auf die Technik bezieht, sondern mittlerweile vor allem auf die Personen vor der Kamera und das Interesse am Individuum. Das kindliche Basteln, welches ich privat immer noch liebe, ist in meiner Fotografie die Suche nach dem Handwerk geworden. Auch wenn das Digitale viele wunderbare Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Nützlichkeit besitzt, ist es doch meist sehr abstrakt für mich, da das Fassen, Halten, selber machen, einfach fehlt. Ich benötige einfach etwas Präsentisches, besonders der Sofortbildfilm in Verbindung mit der 8×10 Kamera ist da ein perfekter Hybrid zwischen absoluter Handarbeit und einem „schnellem“, realen Produkt zur Hand.

2. “Sturm und Zwang“ lautet der Titel deiner Ausstellung. Von welchen Zwängen sollte sich der moderne Mensch dringend befreien, wo gegen sollte er anstürmen?

„Sturm und Zwang“ entstand zusammen mit den beiden Kurator_innen (Beatrice Miersch und Alexander Masche) bei einem Glas Wein im Ritter Butzke, nachdem wir schon Stunden über den Raum, das Konzept und die Ausstellung diskutiert haben. Wir stellten immer wieder fest, dass das Schaffen bei mir aus einem Zwang entsteht und in einem Sturm ausgelebt wird und ich gleichermaßen die Modelle dazu bringe, sich mir und meiner Kamera vollkommen auszuliefern und mit mir zusammen etwas Neues zu schaffen. Wenn es eine Idee gibt, ein Thema, einen Anlass, dann muss dieser am besten sofort herausgelassen werden und manchmal ist dies auch destruktiv. Doch in Bezug auf Zwänge in der Gesellschaft, muss ich dafür einen Moment zurücktreten, denn genau dieser Schaffenszwang mag für die Kunst etwas immens Wichtiges sein, weil es dabei vorwiegend um Gefühlswelten geht, welche damit verarbeitet und aufgearbeitet werden. Das ist ein elementares Detail, welches die Gesellschaft in meinen Augen nicht beachtet. Höher, schneller, weiter und mehr, aber nicht um den Menschenwillen, sondern für Ertrag und Gewinn. Das ist für mich wohl der schlimmste Zwang, welcher unbedingt verändert werden muss und überdacht werden sollte. Als Künstler agiere ich mit meinem Herzen, dabei bin ich gerne auch mal kindlich und naiv, doch im System ist dafür kein Platz. Alles muss sofort und gleich sein, doch wie man sich dabei fühlt, was man fühlt, ist nicht wichtig für den Produktionsplan.

3. Das Leben als Künstler ist zumeist sehr pulsierend, teilweise aufreibend und zehrend, gerade in einer pulsierenden Stadt wie Berlin. Welche Einflüsse prägen deine Arbeit?

Das sind viele Dinge, auch viele Kleinigkeiten. Von einem schönen Abendhimmel, Spatzen die neben mir auf dem Balkon sitzen, bis hin zu Musik und Filmen, das Lesen von Texten zur Kunst und Fotografie, die Einladungen ins Ausland und das Kennenlernen von neuen Orten und Menschen, usw. Ich kann den Begriff Prägung nur schwer präzise anwenden, da es zu viele schöne Dinge gibt, die mich bewegen. Dieses Bewegen prägt mich! Ich denke das trifft es eher. Es sind die schönen Momente, wie z.B. meiner Freundin in ihre tollen Augen zu schauen und Sehnsucht und Lust zu spüren, Gänsehaut in einer Ausstellung, das Erleben der Natur und wunderbar kitschigen Momenten, bis hin zur Furcht, Unwohlsein und Trauer. Es bewegt mich Mensch zu sein, es prägt mich Mensch sein zu dürfen und zu können.

4. Ein kleines Gedankenexperiment: Du hast die Möglichkeit mit 3 Persönlichkeiten der Zeitgeschichte einen Abend im besten Restaurant der Stadt zu verbringen. Wer säße mit dir an einem Tisch?

Dann wünsche ich mir Sarah Moon, die für mich die wunderbarsten fotografischen Bilder anfertigt. Pierre Bourdieu, um mit ihm die Fotografie als Kunstform zu diskutieren und als dritten, wünsche ich mir Max Ernst, um mit seinen Ansichten zur Malerei und dem Surrealen die Runde komplett zu machen. Doch möchte ich mit diesen Leuten nicht ins beste Restaurant der Stadt, das wäre aufgesetzt und nicht so mein Ding. Lieber würde ich sie zu mir nach Hause einladen und mit ihnen kochen und etwas trinken. Sie an einem ruhigen und intimen Ort bei mir zu haben, mit „echtem“ Essen würde mir viel mehr bedeuten, als in einem sehr feinen Etablissement die Menschen nicht vor mir sehen und wahrnehmen zu können.

Vita Oliver Blohm

Oliver Blohm ist 1987 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) geboren. Aufgewachsen in einer Umgebung mit sehr wenigen Einwohner_innen waren es enge persönliche Beziehungen und die Natur, die ihn maßgeblich prägten. Am Ende seiner Schulzeit entdeckte er die Fotografie für sich. Nach seinem Abitur begann Oliver Blohm das Studium für Kommunikationsdesign und Medien in Wismar, wo er von Anfang an auch im Fotolabor und Studio involviert war und später selbst als Dozent arbeitete. Nach seinen ersten erfolgreichen Foto-Media-Projekten und Veröffentlichungen entschied er sich ganz für die Fotografie und zog 2011 nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet.

International hat Oliver Blohm durch zahlreiche Pressebeiträge schon in vielen Ländern auf sich aufmerksam machen können. Besonders seine Manipulationstechnik, in der er Impossible-Sofortbildfilm in herkömmlichen Mikrowellen bearbeitete, zog durch alle Kontinente. Auch aus dieser Serie werden Werke in der Ausstellung zu sehen sein.

In den letzten Jahren waren die Arbeiten von Oliver Blohm u.a. zusammen mit Werken von Jack White, Georg Baselitz, Ellen von Unwerth und Gerhard Richter in Italien, Frankreich, England, Tschechien, den USA und Deutschland zu sehen.

Gerade aus Katar und Mailand zurückgekehrt, wird Oliver Blohm nach seiner Ausstellung „Sturm und Zwang“ im ASUC für einen weiteren Vortrag über sich und die Fotografie nach London reisen. Dann geht es im September zu einer Installation zur Fashionweek wieder nach Mailand. Noch ganz frisch ist die Einladung nach Arles für das nächste Jahr, um beim Voies:Off dabei zu sein.

Presse (Auswahl):
Page, C-Heads, Novum, Focus, SZ, Die Welt, The Phoblographer, Smithonian Magazine, Petapixel, Adobe, Marie Claire, Material Girl, Huck Magazine, Barnebys, The Daily Street, Artnet, Zitty Modebuch, Flair Magazin

Ausstellungen (Auswahl):
Phifest: Ex Fornace, Mailand; Impossible Makers 8: Hôtel de Sauroy, Paris; Impossible Laboratory, Berlin; MoMA, New York; Shoreditch Studios, London; 2016; Oliver Blohm: Polagraph, Prag; Proud Collector: The Grand, Berlin; Handmade Photography: Kommunale Galerie, Berlin; RaumFilmRaum: 25. Filmkunstfest; Schwerin; Expolaroid: Les Templiers, Montelimar; 8×8: Hoxton Gallery, London; 2015; Positions: Art Week; Berlin; Benefit Art Vendue: Berlinische Museum, Berlin; Genisis: Atelier 47f, Berlin; 2014.

Event Details

Oliver Blohm »Sturm und Zwang« @ A Space Under Construction (ASUC), Berlin Kreuzberg
|||::
Ritter Butzke, Ritterstraße 26, 10969 Berlin, Germany

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